Vorgänger war neun Jahre im Amt

Henrike Werhahn ist die neue Vorsitzende des Sottrumer Reitvereins

Henrike Werhahn und ihr Pferd Luis stehen vor der Reitsportanlage Höperhöfen.
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Henrike Werhahn und ihr Luis: Die neue Vorsitzende des RV Sottrum und ihr 14-jähriger Hannoveraner Wallach sind bereits seit 2013 ein Team.

Generationenwechsel beim Sottrumer Reitverein: Henrike Werhahn folgt auf Friedel Lossau. Die 34-Jährige hat bereits eine Agenda, die sie schnellstmöglich angehen will.

Höperhöfen – Der Reitsport hat es momentan in doppelter Hinsicht alles andere als leicht. Kam doch zuletzt zu den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie auch noch das Equine Herpesvirus (EHV-1) hinzu. Zwischen derartigen Meldungen sind erfreuliche Nachrichten wie diese eher eine Seltenheit: Der Reitverein Sottrum hat mit Henrike Werhahn eine neue erste Vorsitzende und vollzieht damit gleichzeitig auch einen Generationenwechsel.

Die erst 34-Jährige folgt auf den 60-jährigen Friedel Lossau, der nach neun Jahren im Amt zurücktrat. „Ich verspüre absoluten Tatendrang und kann es kaum noch erwarten, mit der Vorstandsarbeit so richtig loslegen zu können“, stimmt sich Werhahn auf ihre ehrenamtliche Tätigkeit ein.

Mitte Februar stand die Jahreshauptversammlung des RV Sottrum an. „Sie fand natürlich nicht wie gewohnt in großer Runde statt, sondern in einem deutlich kleineren Rahmen bei uns im Stall – auf Abstand“, erzählt die neu gewählte Chefin. Nachdem ihr Vorgänger Lossau im Oktober seinen Rücktritt angekündigt hatte, sei sein Stellvertreter Bernd Rubarth auf sie zugekommen und hätte sie gefragt, ob sie sich den Vorsitz zutraue, so Werhahn.

Dass ihr diese Entscheidung nicht direkt leicht gefallen sei, begründet sie mit zwei Punkten: „Zum einen habe ich bislang noch überhaupt keine Vorstandserfahrungen. Zum anderen will das heutzutage auch kaum noch jemand machen. Das muss ja auch irgendeinen Grund haben.“ Letztlich entschied sie sich für eine Zusage und wurde bei der Versammlung ohne Gegenkandidaten einstimmig gewählt.

Seit mehr als 20 Jahren im selben Verein

Dass sie den Verein in- und auswendig kennt, zeigt ein Blick in ihre Vita. Mit 13 Jahren zog Werhahn mit ihrer Familie aus der Nähe von Bremen nach Sottrum – bereits zuvor war sie Jahre lang Mitglied. Bei Veranstaltungen gehört sie stets zum Organisationsteam, auf dem Hof bildet sie zahlreiche Pferde mit Kollegen aus und „erfreut sich jedes Mal aufs Neue an den kleinen Fortschritten mit den Tieren“. Selbst in der Zeit, als Werhahn aus beruflichen Gründen fünf Jahre in Hannover lebte, kam sie regelmäßig nach Sottrum, um sich im Verein zu engagieren und ihr Pferd zu reiten.

Aktiv auf Turnieren ist die Hobbyreiterin seltener zu finden: „Wenn dann mal ein Wettkampf ansteht, ist es ein kleineres, nationales Turnier. Hauptsächlich bin ich da in der Sprungdisziplin zu Hause. Ab und zu absolviere ich auch mal eine Dressur.“

Ursprünglich wollte sie mit ihrem 14-jährigen Hannoveraner Wallach Luis in die neue Saison mit einem Turnier in diesem Monat starten. Aufgrund der weltweiten Absage aller Reitveranstaltungen fiel aber auch ihr Einsatz aus. So hofft Werhahn nun auf den Mai, denn bis Ende März gilt die Generalabsage auf nationaler beziehungsweise bis Mitte April auf internationaler Ebene.

Die Berufsreiter trifft die momentane Lage noch einmal härter. „Ihnen fehlt die Plattform, um ihre Pferde zu präsentieren. Das schlägt sich natürlich auch im Wertverfall des eigenen Tieres nieder“, erklärt Werhahn. Damit sich die aktuelle Situation nicht noch weiter verschärft und die Reiter wieder eine Möglichkeit bekommen, an Wettkämpfen teilzunehmen, möchte die Vorsitzende des RV Sottrum unbedingt das traditionsreiche Sommerturnier vom 4. bis 6. Juni stattfinden lassen.

Nachdem es im vergangenen Jahr noch ausgefallen war, arbeitet der Vereinsvorstand seit Wochen an der genauen coronakonformen Umsetzung. „Die Anzahl der ausgeschriebenen Prüfungen ist im Vergleich zum Vorjahr identisch. Wie es sich bei der Starterzahl entwickelt, muss man beobachten. Trotz der aktuellen Entwicklungen denken wir positiv, dass das Turnier stattfinden kann. Schließlich haben die Veranstalter in den vergangenen Monaten mehrfach gezeigt, dass Reitwettbewerbe in der Pandemie möglich sind“, gibt sich Werhahn optimistisch. Einschränkungen für das Sommerturnier plant der Vorstand vor allem bei den Kontakten. Pro Reiter darf sich lediglich ein Pfleger auf dem Gelände befinden, es herrscht Maskenpflicht und das Abstandsgebot. Zuschauer sind wahrscheinlich nicht erlaubt. „Dieser Punkt schmerzt uns natürlich am meisten. Denn diese Veranstaltung lebt einfach von den Zuschauern. Außerdem ist die Gefahr dadurch umso größer, aus dem Gedächtnis der Leute zu geraten“, weiß die Vorsitzende des RV Sottrum. Ob es beim Sommerturnier ein Gastronomieangebot geben wird, ist längst nicht entschieden. „Eventuell machen wir eine kleine Bude auf.“ Unterstützung für die gesamten Planungen bekommt der Verein von der Gemeinde.

Nach nun einem Monat im Amt konnte Werhahn bis auf die Planungen für das Sommerturnier aufgrund der Corona-Pandemie und des Herpesvirus natürlich noch nicht wirklich viel anstoßen, Ideen hat sie derweil aber einige. „In Zukunft möchte ich das Turnier noch attraktiver machen. Es soll einen Event-Charakter bekommen, damit es für die Menschen aus der Region zu einem jährlichen Highlight wird, auf das man sich immer wieder freut. Gerade für die Kinder müssen wir noch mehr anbieten. Sie sind schließlich unsere Zukunft und damit auch die Zukunft des Sommerturnieres“, begründet Werhahn.

Auf ihrer Agenda steht außerdem die „stärkere Einbindung der Voltigierer“ und die „Fortsetzung der Jagd. Bei diesem Traditionsevent unterstützt mich mein Vorgänger Friedel Lossau. Er kennt die Leute und ist dort zu Hause“, so die Sottrumerin.

Dem Umzug von Hannover nach Sottrum im vergangenen Juli entsprang nicht nur der Vorsitz beim Reitverein, auch beruflich änderte sich im Leben von Werhahn so einiges. Seit August leitet sie als kaufmännische Geschäfts-führerin die Klinik für Kleintiere in Sottrum. Diese hat sie von ihrer Mutter übernommen. Gemeinsam mit ihrer Schwester und Tierärztin, Dr. Franziska Werhahn Beining, und ihrem Schwager und Chefarzt der Klinik, Marco Werhahn Beining, baut sie das Familienunternehmen nun weiter aus.

Zweites Ehrenamt beim VUK

Durch ihren Job beschäftigt sie sich natürlich auch laufend mit dem Thema EHV-1. also dem Herpesvirus. In einer Familie aus lauter Medizinern liegt es zudem nahe, dass die eigenen Pferde gegen diese Krankheit geimpft sind. Bei der Diskussion, ob Turnierpferde verpflichtend gegen das Virus geimpft werden sollten, hat Werhahn ebenfalls eine klare Meinung, will diese aber auf Nachfrage öffentlich nicht äußern.

Hingegen will sie kleineren Tierarztpraxen wie ihrer eine Stimme geben. Deshalb engagiert sich die studierte Wirtschaftspsychologin seit vergangenem Jahr als Schriftführerin im Vorstand des Verbundes Unabhängiger Kleintierkliniken (VUK).

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