0:8 im Testspiel

Rotenburger SV kassiert Acht-Minuten-Hattrick von Werders MC Mensah Quarshie

Zwei Rotenburger Abwehrspieler versuchen den Bremer Angreifer vom Ball zu trennen
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Weg da! Werder hochgerückter Nachwuchskicker Marc Schröder weiß, wie er sich Platz verschaffen muss. Er hält Rotenburgs junges Defensiv-Duo Leon Arizanov (l.) und Luca Althausen einigermaßen von sich fern.

Gegen die Regionalliga-Elf des SV Werder Bremen II war der Oberliga-Neuling Rotenburger SV chancenlos und verlor mit 0:8. Coach Tim Ebersbach war dennoch alles andere als sauer. Aber hat sein Team genügend Personal für eine Fünferkette, mit der er sympathisiert?

Rotenburg – Es war nicht die Zeit zum Draufhauen. Schon gar nicht, wenn der Gegner SV Werder Bremen II heißt und zum Besten gehört, was die Fußball-Regionalliga so zu bieten hat. Also wählte Tim Ebersbach im Schlusskreis beruhigende, aufmunternde Worte für seinen Rotenburger SV, den Oberliga-Aufsteiger, der im Testspiel vor 200 Zuschauern gerade mit 0:8 (0:3) die höchste Heimniederlage der jüngeren Vergangenheit erlitten hatte. Drei Wochen vorm Saisonstart übt sich der Trainer in Geduld. „Wir wussten ja, was da für eine Hausnummer kommt, das ist keine typische Regionalliga-Mannschaft. Man kann es überhaupt nicht negativ auslegen, dass wir acht Stück gekriegt haben. Ich nehme viele positive Erkenntnisse mit“, meinte er.

Stenogramm

Rotenburger SV - SV Werder Bremen II 0:8 (0:3) - Rotenburger SV: Knaak -Y. Chwolka (46. M. Friesen), Drewes, Karpus (84. Andresen), Althausen, Arizanov (46. Bossert), Potratz (46. Mickelat), L. Chwolka (76. Müller), J. Friesen (84. Iscan), Denker, Muniz (76. Niepel) - Tore: 0:1 (38.) MC Mensah Quarshie, 0:2 (42.) MC Mensah Quarshie, 0:3 (45.+1) MC Mensah Quarshie, 0:4 (47.) Straudi, 0:5 (49.) Nankishi, 0:6 (63.) Park, 0:7 (66.) MC Mensah Quarshie, 0:8 (90.) Knaak (Eigentor).

Die Aussagekraft dieses ungleichen Vergleiches ist eingeschränkt. Und doch deuten die Gegentore – ähnlich wie zwei Tage zuvor beim 1:5 gegen den Bremenligisten Brinkumer SV – an, wo die Problemzone liegt. Zu viele individuelle Fehler in der Defensive wecken den Eindruck, dass dort am ehesten noch Verstärkung her muss. Insbesondere, weil Ebersbach mit drei Innenverteidigern sympathisiert – er hat das System gegen spielstarke Teams schon häufiger gewählt. Doch da Yannik Funck bis November beruflich bedingt ausfällt, fehlt es an Alternativen. So sind Neuzugang Luca Althausen, Karol Karpus im Zentrum und Routinier Christoph Drewes bei einer Fünferkette momentan gesetzt. „Drewes hatte keinen einzigen individuellen Fehler, auch nicht in Drucksituationen“, hob Ebersbach nach dem Werder-Spiel hervor. Youngster Althausen dürfte sich seinen Platz ohnehin erkämpft haben. Bei Karpus ist der Coach „optimistisch“, dass der Verteidiger schnell zu seiner starken Form aus der Vorsaison zurückfindet.

Werders ehemaliger Meistermacher ergreift das Wort: Thomas Schaaf, Technischer Direktor, klärt Kyu-Hyun Park im Rotenburger Ahe-Stadion auf.

Bei der Verteilung der Außenpositionen in der Fünferkette hat Neuzugang Leon Arizanov auf der linken Seite gute Karten. Die Alternativen: Marcello Muniz oder Jannik Niepel. Rechts verteidigte zuletzt Yannick Chwolka, die weiteren Anwärter hier: Max Friesen (eigentlich eher offensiv ausgerichtet) und ebenfalls Niepel.

Denen fehlen die Ideen - uns fehlt der Ball.

Björn Mickelat nach einer halben Stunde beim Stand von 0:0.

Dass die Fünferkette funktionieren kann, hat sie am Samstag 38 Minuten lang gezeigt. Tief drinstehend, eng am Mann – so wurde jeder Angriffsversuch abgeblockt, weil auch die anderen Akteure viel Defensivarbeit verrichteten. „Destruktiv“, räumte Ebersbach ein, sei die Taktik gewesen, „aber wir haben ihnen kaum Raum gegeben, sich zu entfalten und in der ersten Halbzeit nur vier, fünf Chancen zugelassen“. Allerdings wurden gewonnene Bälle allzu oft wieder hergeschenkt. Der zu dem Moment noch von außen zuschauende Björn Mickelat analysierte: „Denen fehlen die Ideen – und uns fehlt der Ball.“

Reichlich Arbeit gab es für Rotenburgs Routinier Christoph Drewes (M.), der sich hier gegen Kebba Badije (l.) und Marc Schröder ins Luftduell wirft.

Doch vom einen auf den anderen Moment löste Werder quasi die Kettenglieder. Bis zur Pause kam Stürmer Fred MC Mensah Quarshie in nur acht Minuten zu einem Hattrick (38./42./45.+1), den er später mit seinem vierten Tor veredelte (66.). Die weiteren Tore für die von Konrad Fünfstück trainierten Bremer, die auch vom Technischen Direktor und ehemaligen Meistermacher Thomas Schaaf begleitet wurden, erzielten Fabian Straudi (47.), Abdenego Nankishi (49.), Kyu-Hyun Park (63.) und RSV-Keeper Tom Knaak, den der Ball nach einem abgefälschten Pfostenschuss von Nankishi so unglücklich traf, dass er ins Tor sprang (90.). „Wenn die mit ihrer extremen physischen Qualität und ihrem Tempo kommen, können wir nicht lange standhalten. Das ist nicht einfach ein Regionalligist, das ist Werder, das ist das Sprungbrett für die Profis“, betonte Ebersbach. „Außerdem befinden wir uns im Training noch nicht im Kraft- und Zweikampfbereich. Da kam das Spiel eine Woche zu früh, um länger gegenzuhalten.“ Er räumte aber ein: „Man sieht natürlich, wo auf dem Niveau noch unsere individuellen Schwachpunkte sind.“

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