Urban sieht Frings „in Boxermanier“

Sottrumer Schiedsrichter zeigt Torsten Frings nach Tätlichkeit die rote Karte

+
Ex-Werder-Profi Torsten Frings spielt mittlerweile für die S 40 des Bremervörder SC.

Sottrum - Von Mareike Ludwig. S 40-Kreispokal. Der Bremervörder SC und der SV Viktoria Oldendorf kämpfen um den Einzug ins Viertelfinale. Es läuft die 42. Minute. Thore Urban nimmt die Pfeife in den Mund und zückt die Rote Karte. Eigentlich nichts Außergewöhnliches, kommt schließlich regelmäßig vor. Doch dieser Fall ist anders. Es trifft Torsten Frings.

Der ehemalige Werder-Profi muss nach einer Tätlichkeit vom Platz. Da macht Urban keine Ausnahme. Denn: Der Unparteiische des TV Sottrum sieht darin „keine Besonderheit“. Für ihn sind auf dem Feld alle Spieler gleich. Da ist es egal, ob es Frings im Bremervörder Trikot oder ein „normaler“ Kreisliga-Spieler ist.

Die Rote Karte zeigte Urban bereits Anfang Oktober – sogar gleich doppelt. Neben Frings war das Spiel auch für Gegenspieler Tefik Laci beendet. Da die Platzverweise im Internet ohne Namen veröffentlicht werden, wurde dies erst jetzt im Podcast „Phrasenmäher“ bekannt.

Im Vorfeld hatte Urban nicht einmal gewusst, dass der 79-malige Nationalspieler für Bremervörde aufläuft. Seit Anfang Mai ist der 43-Jährige dort für die 7er-Mannschaft im Einsatz. „Als ich den Spielberichtsbogen gesehen hatte, dachte ich noch, dass ja häufiger Namensdoppelungen vorkommen. Auf dem Platz wurde mir aber sofort klar, dass es der Torsten Frings ist. Das war nicht zu übersehen“, erinnert sich Urban lachend.

Normalerweise hat es Schiedsrichter Thore Urban (gelbes Trikot) eher mit Fußballern aus der Region zu tun. Nicht so im S 40-Pokalspiel. Dort stellte er den einstigen Werder-Profi Torsten Frings nach einer Tätlichkeit mit Rot vom Platz.

Auch die Szene, die zur Roten Karte geführt hatte, hat er noch genau vor Augen. „Frings wurde an der Mittellinie von hinten gefoult, sein Gegenspieler hätte dafür auf jeden Fall Gelb bekommen, doch dazu kam es gar nicht mehr. Beide sind aufgesprungen und sich in Boxermanier an den Hals gegangen. Die beiden waren auf 180“, schildert Urban. Die Mitspieler rissen die „Streithähne“ sofort auseinander. Daraufhin flogen Frings und Laci vom Platz. Der einstige Werder-Kapitän hatte zuvor in mehr als 600 Profi-Einsätzen erst zweimal glatt Rot gesehen. „Da blieb mir nichts anderes übrig. Schade, dass es überhaupt so weit kommen musste. Es waren viele junge Zuschauer vor Ort“, so Urban.

Frings selbst versucht in dem Podcast, die Schuld etwas von sich zu weisen: „Ich habe mich provozieren lassen. Ich bin permanent getreten und beleidigt worden. Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und habe eine Tätlichkeit gemacht.“ Über Frings‘ Aussage muss Urban schmunzeln. „Da legt er den Platzverweis aber zu seinen Gunsten aus. Wenn es wirklich so gewesen wäre, hätte ich doch schon viel früher gehandelt. Ich habe aber nichts gehört und gesehen“, betont der Sottrumer.

Nach dem Spiel durfte sich der 33-Jährige aber über die Einsicht der Übeltäter freuen. Beide haben sich für ihr Verhalten entschuldigt. „Wir haben dann noch nett miteinander gesprochen“, erinnert sich Urban, der sich danach einiges von seinen Schiedsrichterkollegen anhören musste. „Das hat schnell die Runde gemacht. Frings stellt man schließlich nicht jedes Wochenende vom Platz.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Knackiger Wintersport im Mini

Knackiger Wintersport im Mini

Wie klimaverträglich ist meine Kreuzfahrt?

Wie klimaverträglich ist meine Kreuzfahrt?

Was Segelkreuzfahrten auszeichnet

Was Segelkreuzfahrten auszeichnet

Eine Kreuzfahrt auf dem Ganges

Eine Kreuzfahrt auf dem Ganges

Meistgelesene Artikel

Mathies verlässt Sottrum

Mathies verlässt Sottrum

Mehr als „ein bisschen Glück“

Mehr als „ein bisschen Glück“

Muches letzter Impuls

Muches letzter Impuls

Wie Thorsten Misere den TuS Rotenburg auf Kurs bringen will

Wie Thorsten Misere den TuS Rotenburg auf Kurs bringen will

Kommentare