Olympia-Teilnehmer Dimitri Peters geht London selbstbewusst an / Lob für TuS Rotenburg

„Wenn’s optimal läuft, gibt’s Gold“

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Die Judoka Dimitri Peters (oben) und Christophe Lambert wurden gestern in Hannover vom Landesverband für die Olympischen Spiele in London präsentiert. Anschließend demonstrierten die beiden ihr Können auf der Matte. ·

Kreis-Rotenburg - Aus Hannover berichtetMatthias FreeseHANNOVER · Der ganz persönliche Olympia-Countdown hat für Dimitri Peters begonnen. Wenn der Deutsche Olympische Sportbund heute in der ersten Nominierungsrunde seinen Namen auch offiziell bekanntgibt, sind es noch exakt 63 Tage bis zu seinem Wettkampf auf den Matten des ExCeL in den Londoner Docklands, im Osten der britischen Metropole. Bereits gestern wurde der Judoka des TuS Rotenburg im Olympiastützpunkt Hannover vom Landesverband präsentiert – zusammen mit Christophe Lambert aus Holle, dem zweiten Niedersachsen.

So zurückhaltend Peters auf dem Podium an der Seite des neuen Verbandspräsidenten Egbert von Horn und der Vize-Präsidentin des Landessportbundes, Dr. Hedda Sander, auch wirkte, so selbstbewusst waren seine Worte. „Ich fahre da nicht nur hin, um dabei zu sein. Ich will vorne mitkämpfen. Für eine Medaille werde ich alles geben. Und wenn es optimal läuft, gehe ich mit der Goldmedaille nach Hause“, blickt er gespannt auf den 2. August.

Die Auftritte 2012 in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm haben den 28-jährigen Modellathleten aus Unterstedt mutig gemacht. Mit seinem Sieg zu Jahresbeginn beim Weltcup in Tiflis/Georgien hatte er frühzeitig den Grundstein gelegt. Zwei Wochen später triumphierte er im österreichischen Oberwart – „da habe ich den Sack endgültig zugemacht“, so Peters rückblickend. Sein niedersächsischer Mitstreiter Christophe Lambert (bis 90 kg) musste deutlich länger um das Ticket fighten und sicherte sich dieses erst Ende April durch die Bronzemedaille bei der EM. „Ich kann es noch gar nicht richtig fassen“, meinte er gestern. Zusammen mit Peters posiert er übrigens auf einem Plakat, das demnächst in jedem niedersächsischen Dojo hängen soll, wie Egbert von Horn berichtete.

Während das Duo die Judo-Tradition des NJV also fortsetzt (Frank Wieneke wurde 1984 Olympiasieger, Julia Matijass holte zuletzt 2004 Bronze), schickte von Horn noch ein dickes Lob an die Vereine der Athleten – also auch an den TuS Rotenburg: „Die haben ganz, ganz viel geleistet – auch in der Aufbauarbeit. Wir sind stolz über diese Zusammenarbeit und auf die Erfolge.“ Und er fügte an: „Die beiden sind in der Lage, jeden der Welt zu schlagen.“

Widerspruch gab es da weder von Lambert noch von Peters. „Alles ist möglich“, bestätigte Peters. „Die Favoriten müssen auch erstmal ihre Nerven behalten – und ich habe schon einige von denen geschlagen. Ich kann mit den Besten der Welt mithalten.“ Wobei das freigestellte Mitglied der Sportförderkompanie einräumt, dass ihm bei der Auslosung am 27. Juli „ein Rechtskämpfer in der ersten Runde lieber wäre“. Sollte es anders kommen, sind Peters und sein Landestrainer Sven Loll bestens vorbereitet: „Wir haben 8 000 Gegner-Videos in den verschiedensten Positionen“, verrät der Olympia-Zweite von 1988.

Dimitri Peters wird in London zwar von Freunden begleitet, nicht aber von der Familie. „Die unterstützt mich, wo sie kann. Aber ich wäre nur abgelenkt, wenn sie da wäre“, klärte der zweifache Familienvater auf. Ohnehin gilt die Konzentration derzeit nur noch London. Erst kürzlich kam er vom dreiwöchigen Höhentrainingslager aus Bulgarien zurück, morgen geht es schon wieder für eine Woche nach Zinnowitz, anschließend stehen noch zwei Europacups und ein abschließender Lehrgang in Kienbaum an. Insofern hat er sich auch „noch keine Gedanken gemacht“, was er sich in London gerne anschauen würde: „Ich will mich vom ganzen Drumherum doch nicht nervös machen lassen.“

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