Wenn die Spannung raus ist

Hurricanes geraten im Pokal gegen Chemnitz früh auf die Verliererstraße

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Flügelspielerin Mirja Beckmann (r.) zieht an Lucile Peroche, eine von zwei deutschen Spielerinnen der ChemCats Chemnitz, vorbei. Meist hatten die Hurricanes aber einen schweren Stand.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Auch im vierten Anlauf hat es mit dem Erreichen des Top-4-Turniers im DBBL-Pokal nicht geklappt: Die Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes waren den ChemCats Chemnitz aus dem Oberhaus nicht gewachsen und schieden vor rund 250 Zuschauern in Scheeßel mit einer 42:77 (21:48)-Niederlage im Viertelfinale aus. „Es war ein gutes Testspiel für die kommenden Aufgaben, die wichtiger sind“, nahm Coach Mahir Solo das Aus recht gelassen zur Kenntnis.

Für Solo hatte das Spiel seinen Zweck erfüllt. Doch es taugte nicht unbedingt dazu, weiteres Selbstvertrauen – so eine der Vorgaben – für die Liga zu sammeln. „Die waren einfach eine Klasse besser und sind früh komfortabel in Führung gegangen“, hatte Utz Bührmann, Vorstand Finanzen, bemerkt, dass schon nach dem ersten Viertel jegliche Spannung raus war. Per Buzzerbeater hatte Chemnitz‘ neuverpflichtete Lettin Laura Audere, deren Spielberechtigung gerade noch rechtzeitig eingetroffen war, einen Dreier zum 26:10 versenkt. Die größte Schwäche der Hurricanes in diesem Durchgang: Birte Riebesell, Andrea Baden und Cassidy Clark brachten am Stück keinen von sechs Freiwürfen im Korb unter – ansonsten wäre der Underdog auf 16:21 dran gewesen.

Sechs Freiwürfe am Stücke vergeben

Auffällig war allerdings auch die Intensität und körperliche Präsenz, mit der Chemnitz zu Werke ging – auch auf Kosten von Fouls. „Der Unterschied ist eben, dass sie mit sieben, acht Profis spielen, sich seit dem 28. Dezember wieder im Training befinden und uns physisch einfach überlegen sind“, bemerkte Solo, der im Vorfeld selbst keine einzige Trainingseinheit mit seinem kompletten Team bestritten hatte. Der Bosnier wollte denn auch nicht alles negativ sehen: „In einigen Phasen hatten wir eine gute Defense, in einigen Momenten auch eine gute Ballbewegung. Letztlich war unsere Verteidigung aber besser als unser Angriff.“

Vor den Augen ihrer ehemaligen Mitspielerin Laura Rahn (jetzt SC Rist Wedel) gelang im zweiten Viertel kein entscheidender Aufschwung mehr. Und auch Juliane Höhne, Trainerin des künftigen Gegners Eintracht Braunschweig (Sonnabend, 16 Uhr in Rotenburg), sah als Zaungast von den Hurricanes keine Wunderdinge. Mahir Solo nutzte die sich mehr abzuwendende Niederlage dazu, dem Nachwuchs vermehrt Einsatzzeiten zu geben. Als beste Scorerin empfahl sich die Amerikanerin Shaniqua Nilles mit 15 Punkten, drei Dreiern und noch den meisten Rebounds – fünf. Bei Chemnitz waren die amerikanische Flügelspielerin Kendall Noble und Audere am auffälligsten – die Lettin wegen ihrer 16 Punkte und ihres unsportlichen Fouls gegen Pia Mankertz.

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