Wenn plötzlich die Kuh kalbt ...

Die besten Spieler-Ausreden: Altkreis-Trainer packen aus

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Nicht um Ausreden verlegen...
  • Lea Oetjen
    vonLea Oetjen
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Rotenburg – Wer kennt es nicht? Immer wieder stecken Amateurfußballer in einem verhängnisvollen Dilemma. Training oder Champions-League-Abend mit den Jungs? Saisonvorbereitung oder Urlaub mit der Freundin? Spiel am Sonntag oder Partynacht am Samstag? Puh! Die Entscheidung wiegt schwer. Ab und an gibt es einfach Tage, an denen sich die Lust auf Fußball in Grenzen hält. Da es allerdings langweilig wäre, das einfach zuzugeben, sind die Kicker nie um eine – gute oder eben nicht so gute – Ausrede verlegen. Während einige Spieler dafür tief in die Trickkiste greifen, machen es sich andere ziemlich einfach. Wir haben mal bei den Trainern im Kreis nachgefragt. Das Kabinengeflüster bringt einige witzige Geschichten ans Tageslicht.

Fakt ist: Je tiefer die Spielklasse, desto abenteuerlicher die Ausreden – auch wenn das wohl keine große Überraschung ist. Beim Rotenburger SV hatte denn auch nahezu jeder Spieler in der abgebrochenen Landesliga-Saison „eine überragende Trainingsbeteiligung“, wie Coach Tim Ebersbach bescheinigt. Nichtsdestotrotz sei bei einem Spieler ein Muster zu erkennen: „Stefan Denker hat nach einem anstrengenden Spiel manchmal ein Meeting mehr in der Woche“, offenbart der Trainer lachend.

Knappik notiert alles in einem Buch

Zudem kommt es selbstverständlich auch beim angehenden Oberligisten mal vor, dass die Runtastic-App, die Laufeinheiten aufzeichnen kann, ordentlich Probleme macht. Der Fehler sitzt natürlich nie vor dem Gerät. „Es ist schon vorgekommen, dass mir ein Spieler dann ein Foto vom verschwitzten T-Shirt geschickt hat. Also quasi als eindeutigen Beweis, dass er wirklich gelaufen ist“, berichtet Ebersbach und muss erneut lachen.

Etwas anders sieht’s da schon in der Kreisliga aus – auch keine große Überraschung. So verrät etwa Fabian Knappik, Trainer der SG Unterstedt, dass er sogar ein kleines Buch hat, in dem unter anderem die besten Ausreden und Absage-Gründe archiviert sind. Ein Spieler, der anonym bleiben soll, hätte beim Umsteigen im Zug am Abend vor einem Spiel sein Handy verloren – „sicher nicht ganz nüchtern“, vermutet Knappik und ergänzt: „Daher hat er sich nicht mehr abmelden können.“ Wie ärgerlich ...

GW Helvesiek und die Frauen

Von diesen Anekdoten haben auch die Mannschaften der 1. Kreisklasse Süd einige auf Lager – allen voran der SV GW Helvesiek. Coach Jan Rosenbrock fällt sofort ein Spieler ein, dessen Ausreden preisverdächtig sind. Wobei eben dieser – der Name ist der Redaktion bekannt – gleich mehrere Begründungen liefert, weshalb seine Teilnahme am Training einfach nicht drin sei. „Einmal hat er mir geschrieben, dass er nicht kommen kann, weil er einkaufen muss – Lebensmittel wohlgemerkt“, verrät Rosenbrock. Ein anderes Mal sei kurzfristig ein Tinder-Date dazwischengekommen.

Die Damenwelt war auch Schuld an der Absage eines Neuzugangs. „Er hatte einen TT – also einen Tussi-Tag“, erzählt der Coach und grinst. Während es die einen also mit den Frauen versuchen, können die anderen einfach nicht die Finger von der Flasche lassen. Einer seiner Jungs, berichtet der Helvesieker Trainer, musste mal eine Einheit sausen lassen, „weil er den ganzen Tag betrunken war“.

Jeder eben so, wie er meint. „Unsere Ausreden passen zu unserem Image als Dorfverein“, weiß wiederum Simon Kuschkewitz, Coach des Veeser FC. „Ein Spieler hat mal das Training abgesagt, weil er noch Gülle fahren musste. Ein anderer hat mir geschrieben, dass gerade eine Kuh kalbt und er deshalb nicht kommen kann“, verrät er.

Zimmer unordentlich – Mutti verbietet Training

Seine persönliche Lieblingsabmeldung erfolgte übrigens mitten in der Nacht: „Um 3.30 Uhr habe ich eine Nachricht bekommen, dass ein Spieler nicht zum Spiel in ein paar Stunden kommen kann – er hatte plötzlich eine Bindehaut-Entzündung“, erzählt Kuschkewitz. Erkrankungen oder Verletzungen sind generell gern benutzte Ausreden. In stressigen Situationen zwickt es schon mal häufiger im Oberschenkel. Oder aber die Großmutter hat mal wieder Geburtstag. „So viele Verwandte kann ein Mensch gar nicht haben, so oft wie manche Spieler zu runden Geburtstagen müssen“, sagt Norman Wendland. Das ist definitiv kein Einzelschicksal des Trainers des SV RW Scheeßel. Auch Ralf Brockmann (Bartelsdorfer SV) hat mit solchen Feierlichkeiten immer wieder zu kämpfen – „zum Beispiel mit dem Geburtstag der Schildkröte“, sagt er, lacht und ergänzt: „Noch so ein Klassiker: ,Ich kann nicht zum Training kommen, weil hier plötzlich eine Einbahnstraße ist und ich nicht mehr wegkomme.“

Tja, welcher Coach kennt’s nicht? Um seine Spieler zu schützen, will der Bartelsdorfer übrigens keine Namen nennen. Er hat dennoch eine Ausrede parat, die ihm nachhaltig in Erinnerung geblieben ist: „Einer hat mal abgesagt, weil er sein Zimmer aufräumen musste. Seine Mutter hat nicht mit sich diskutieren lassen. Da musste der volljährige Spieler also unter den erzieherischen Maßnahmen leiden“, erzählt Brockmann, dessen Mitleid sich bis heute in Grenzen hält.

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