Niedersächsischer Fußballverband stellt vier mögliche Szenarien vor

Weicher oder harter Abbruch?

Alles läuft auf einen Saisonabbruch hinaus. Unklar ist: Gibt es auch Absteiger oder nur Aufsteiger? Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Zeichen stehen auf Abbruch. Eine Entscheidung ist aber längst noch nicht gefallen. Immerhin: Seit Montagabend herrscht für die Fußballvereine in Niedersachsen wenigstens ein wenig mehr Klarheit, was die seit Mitte März wegen der Corona-Pandemie ruhende Saison 2019/2020 angeht. Auf einer Videokonferenz des Verbandsvorstandes diskutierten die Teilnehmer über vier denkbare Szenarien, die auf einem außerordentlichen Verbandstag Ende Juni zur Abstimmung gebracht werden sollen. Dabei handelt es sich um zwei Varianten des Saisonabbruchs jeweils mit Wertung nach Quotientenregelung, um die komplette Annullierung sowie um eine Fortsetzung der Spielzeit ab September.

Mit einer Mehrheit von 68 Prozent hatten sich die Vereine in Niedersachsen vor rund drei Wochen gegen eine Fortführung der Saison ausgesprochen und damit eindeutig den Vorschlag abgelehnt, den der Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) ihnen unterbreitet hatte. Trotzdem steht diese Variante immer noch im Raum, auch wenn Uwe Schradick, der Vorsitzende des NFV-Kreises Rotenburg, ihr keine Chance einräumt. Auch „eine Annullierung ist für mich kein Thema, das ist auch rechtlich die brisanteste Geschichte“, sagt er im Anschluss an die Konferenz.

Für einen Abbruch der Saison mit Wertung – wie von der Mehrheit der Vereine präferiert – gibt es allerdings mindestens ein halbes Dutzend Szenarien. Auf zwei davon konzentriert sich der NFV. In beiden wird die Tabelle nach der Quotientenregelung, also dem Punkteschnitt, berechnet. Während das „weiche“ Modell jedoch nur Aufsteiger beinhaltet, geht der Fahrstuhl im „harten“ Modell auch nach unten – also mit Absteigern. Das wiederum könnte vor allem bei den aktuell im Keller stehenden Vereinen für Unruhe und Widerstand sorgen. Uwe Schradick spricht sich dennoch gegen die „Weichspüler-Lösung“ aus und sagt: „Meine persönliche Meinung ist, per Quotienten die Auf- und auch die Absteiger zu ermitteln. Wenn, dann sollten wir es richtig machen. Ich glaube aber, das wird nicht mehrheitsfähig sein.“ Damit liegt Schradick zumindest auf einer Linie mit dem Spielausschussvorsitzenden Jürgen Stebani, der bei der Nur-Aufsteiger-Variante gegenüber der Wolfsburger Allgemeinen „extreme Situationen“ für einige Ligen prognostiziert hat. Insbesondere die Oberliga wäre dann mit mehr als 20 Teams vollgepumpt, auch die Landesligen wären zum Teil überfüllt. Auf Kreisebene hätte es indes nur minimale Auswirkungen, wenn es keine Absteiger geben sollte. Klar ist für Schradick, dass er das Mehrheitsvotum seiner Vereine beim außerordentlichen Verbandstag vertritt. Die Vereine sollen nun bereits am Samstag auf zwei Webinaren, veranstaltet vom Verband, die Möglichkeit haben, sich zu informieren und Fragen zu stellen.

Der außerordentliche Verbandstag – vermutlich ebenfalls als Videokonferenz – soll bis spätestens zum 27. Juni stattfinden. Der Verbandsvorstand einigte sich darauf, die Frist für die Einberufung von zehn auf sechs Wochen zu reduzieren. Dass dort möglicherweise alle Varianten zur Abstimmung kommen und eine relative Mehrheit doch noch dem Modell „Fortsetzung“ zum Erfolg verhilft, hält Schradick für unwahrscheinlich: „Das geht nicht. Du kannst nicht sagen, wir zerstückeln die Abbruchszenarien.“ Aus seiner Sicht kann es nur zur Abstimmung über Abbruch, Annullierung oder Fortsetzung kommen und dann womöglich in einem zweiten Wahlgang über die verschiedenen Abbruchszenarien entschieden werden.

Eine Empfehlung sprach der NFV-Vorstand nicht aus. Und Schradick stellte nach der Konferenz fest: „Es gibt überhaupt keine Tendenz.“

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