Vereine kümmern sich selbst um Schiedsrichter

Weckruf in der 4. Kreisklasse

Im Spiel der 4. Kreisklasse Süd zwischen dem neuen Spitzenreiter Rotenburger SV III und dem TuS Reeßum II (2:1) übernahm Wolfgang Pesch (l.) die Leitung. - Foto: Freese
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Im Spiel der 4. Kreisklasse Süd zwischen dem neuen Spitzenreiter Rotenburger SV III und dem TuS Reeßum II (2:1) übernahm Wolfgang Pesch (l.) die Leitung.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Diese Nachricht hatte für reichlich Aufregung in den 4. Fußball-Kreisklassen gesorgt: Erstmals wurden in den drei Staffeln am vergangenen Wochenende keine Spiele vom Kreisverband Rotenburg mit Schiedsrichtern besetzt. Die Vereine mussten selbst auf die Suche nach Unparteiischen gehen oder sich einigen. Doch was steckt dahinter? Wird es im weiteren Saisonverlauf dabei bleiben? Und sind womöglich andere Klassen bald betroffen?

So weit geht Eckhard Urban, zuständiger Schiedsrichter-Ansetzer für diese Ligen, nicht. „Ich hoffe, dass das eine einmalige Geschichte war. Für das kommende Wochenende habe ich alle Spiele besetzt“, gibt der Sottrumer Entwarnung. Ein Weckruf für die Vereine dürfte es aber gewesen sein. Urban berichtet, dass er am vergangenen Wochenende lediglich fünf der 18 Partien in den 4. Kreisklassen mit Unparteiischen hätte besetzen können. „Viele sind auch aufgrund von Krankheit ausgefallen.“ Eigentlich, so glaubt er, solle der Stamm von rund 250 Schiedsrichtern für den Kreis ausreichen. Doch einen großen Puffer gibt es offensichtlich nicht. Der Kreisspielausschussvorsitzende Peter Krüger hatte die Vereine vor einiger Zeit auf dem Staffeltag vorgewarnt, dass der nun eingetretene Fall bevorstehen könne.

Henri Ohlmann, Trainer des Rotenburger SV III, zeigt durchaus Verständnis, meint aber auch: „Vielleicht hätte man das ruhig an prominenterer Stelle machen sollen, wenn man ein Zeichen setzen will.“ Er selbst wurde für die Partie seines Teams gegen den TuS Reeßum II bei der SG Unterstedt fündig – Wolfgang Pesch übernahm die Leitung. Der RSV gehört übrigens zu den Vereinen, die entsprechend ihrer gemeldeten Mannschaften nicht genügend Schiedsrichter stellen können und deshalb Strafgelder zahlen müssen. Davon gibt es einige Vereine, sodass der Kreisverband aktuell auch wieder ganz aktiv die Werbetrommel rührt. „Wir fördern den Nachwuchs“, betont auch Eckhard Urban. Und Henri Ohlmann meint: „Man muss überlegen, das Schiedsrichterwesen noch interessanter zu gestalten.“

Für die Spiele, bei denen die Platzverhältnisse eine Austragung zuließen, waren die Vereine bei ihrer Suche erfolgreich. Doch was, wenn sich kein Referee finden lässt? Urban klärt auf: „Der Schiedsrichter kann vom gastgebenden Verein und vom Gast gestellt werden – es muss aber von den Mannschaften im Vorfeld im Spielbericht abgezeichnet werden. Und wenn sie keinen finden, wäre es sinnvoll, sich auf einen neuen Termin zu einigen – am besten innerhalb der Woche, da ist es für mich nicht so dramatisch, einen Schiedsrichter zu finden.“

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