Wechsel im Sommer, weil es auch die Mannschaft will / „Ich kann damit leben“

Wunschkandidat Koopmann löst Fitschen beim RSV ab

+
Noch am Sonntag, beim RSV-Sieg gegen Dannenberg, hielt sich André Koopmann als Zaungast im Hintergrund auf. Nun ist es aber offiziell, dass er ab Sommer den aktuellen Landesliga-Zweiten übernimmt.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Zwei Tage nach dem höchsten Punktspielsieg der jüngeren Vereinsgeschichte, dem 7:0 in der Fußball-Landesliga gegen den MTV Dannenberg, hat der Rotenburger SV ein erneutes Ausrufezeichen gesetzt und die Ablösung von Coach Jan Fitschen für den Sommer angekündigt. Der Nachfolger steht bereits fest: Es ist André Koopmann, der bis zum Sommer 2013 den TSV Dörverden in der Bezirksliga trainiert hatte.

Am Montag einigten sich beide Seiten endgültig, am Dienstag Abend überbrachte Vorstandsmitglied Paul Metternich dem aktuellen Trainer Jan Fitschen die Nachricht, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. „Er hat es sehr professionell aufgenommen“, berichtet Metternich und stellt dem 33-Jährigen ein hervorragendes Zeugnis aus: „Ich zolle ihm Respekt dafür, was er geleistet hat. Er hat die schlimmen Zeiten, als es Gehaltskürzungen gab, mitgetragen – wir sind ihm sehr dankbar.“

Metternich schließt auch aus, dass es nach der frühen Veröffentlichung des Trainerwechsels zur vorzeitigen Trennung kommen könnte: „Wir werden Fitschen bis zum Ende stützen, das sind wir ihm alle schuldig. Die Mannschaft ist in der Pflicht, ihm ein anständiges Abschiedsgeschenk zu machen. Unsere Zielsetzung ist jetzt die Meisterschaft.“

Doch warum die Trennung, wenn es so gut läuft? Auch hier kommt der Mannschaft eine tragende Rolle zu. Große Teile plädierten laut Metternich für den Wechsel. Fitschen war zwei Jahre lang als Co-Trainer von Benjamin Duray tätig und ist nun seit fast zwei Spielzeiten der Hauptverantwortliche. Zuvor war der Mann von der Außenbahn von 2009 an mit einer kurzen Unterbrechung als Spieler für den RSV aktiv. „Die Mannschaft wollte mal was anderes, der Verein auch“, sagt Metternich.

„Ich kann damit leben“, klingt Jan Fitschen äußerst entspannt. „Ich selbst hatte mir auch schon Gedanken gemacht, mal was Neues zu machen – da kam mir der Verein quasi zuvor. Ich hege da keinen Groll.“ Für ihn sei es deshalb selbstverständlich, dass er das, was er begonnen habe, auch zu Ende bringe.

„Nur dumme Vereine bestimmen allein über den Trainer“, behauptet Metternich. „Du musst in die Mannschaft reinhorchen.“ Und da kristallisierte sich schnell heraus, dass André Koopmann der Wunschkandidat „von uns allen“ ist, sagt das Vorstandsmitglied. Nachdem Koopmann bereits zwei Mal als Spieler beim RSV war, klappt es mit dem Trainerengagement im dritten Anlauf. „Bevor Benjamin Duray Trainer wurde, war ich mit in der Verlosung, bevor es Jan Fitschen wurde, war ich es ebenfalls – da hatte ich aber abgesagt, weil es aufgrund meiner familiären Situation nicht passte. Ich habe ja quasi drei Jahre Babypause gemacht“, erzählt der 37-jährige Versicherungskaufmann, der in Bremen für einen großen Automobilhersteller arbeitet. Und der B-Lizenz-Inhaber verrät: „Schon als ich meinen ersten Vertrag beim TSV Dörverden unterschrieben habe, hatte ich eine Klausel drin, dass ich sofort gehen kann, wenn der RSV anruft.“ Das tat der Club 2012 das erste Mal in Person von Bernd Santl. Damals wurde es noch nichts, jetzt war der einstige Stürmer erste Wahl. „Er ist ein Typ wie Duray – akribisch, detailverliebt und leidenschaftlich hoch drei, was den Verein betrifft. Wir werden ihn sicher auch noch etwas zähmen müssen“, merkt Metternich schmunzelnd an.

Koopmann hatte übrigens auch weitere Angebote vorliegen. „Aber ich habe mich nur mit einem anderen ernsthaft auseinandergesetzt“, bestätigt er die Anfrage von Bezirksligist TSV Bassen, der bei der „Herzensangelegenheit RSV“ jedoch den Kürzeren zog.

André Koopmann (37) kommt aus Verden, sein Heimatverein ist der SV Hönisch, dem er immer noch angehört. Als 20-Jähriger wechselte der Stürmer zum TSV Verden, 2001 folgte der Sprung in die Oberliga, damals noch die vierthöchste Spielklasse, zum Rotenburger SV. Er kam bei 23 Einsätzen unter Andreas Becker zu zwei Toren. „Fußballerisch war das meine Grenze“, sagt er rückblickend. Nach einem zweijährigen Abstecher zum Landesligisten TSV Ottersberg kehrte Koopmann 2004 zum RSV zurück und erzielte in der Niedersachsenliga in 50 Spielen 14 Tore. 2008 stieg er unter Heinrich Schoon als Co-Trainer beim FC Verden 04 ein, ein Jahr später übernahm er hauptverantwortlich den TSV Dörverden und hielt dem damaligen Bezirksligisten vier Jahre lang die Treue, ehe er 2013 eine „Babypause“ einlegte.

Koopmann ist verheiratet, Vater zweier Kinder, Inhaber der B-Lizenz und spielt aktiv noch in der Altherrenmannschaft des TSV Etelsen.

Das könnte Sie auch interessieren

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Werder auf dem Freimarkt

Werder auf dem Freimarkt

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Meistgelesene Artikel

Avides Hurricanes erwarten Tabellenführer Panthers Osnabrück

Avides Hurricanes erwarten Tabellenführer Panthers Osnabrück

Hanna Schwertfeger mischt Herren-Kreisliga auf

Hanna Schwertfeger mischt Herren-Kreisliga auf

30:26 im Pokal – aber Badenhop muss büßen

30:26 im Pokal – aber Badenhop muss büßen

Potratz Matchwinner für Rotenburger SV gegen VfL Westercelle

Potratz Matchwinner für Rotenburger SV gegen VfL Westercelle

Kommentare