Der Fußball zwischen Fortsetzung und Abbruch

Was sich die Vereine wünschen

Sportplätze gesperrt-Schild.
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Wie lange noch? Seit November sind die Plätze gesperrt.

Rotenburg – Es gibt ihn – den Plan für die Saisonfortsetzung. Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat vier Termin-Szenarien durchgespielt, durch die die aktuelle Saison noch gerettet werden soll. Voraussetzung in allen Fälle ist die Verlängerung der Spielzeit bis kurz vor den Sommerferien, die am 22. Juli starten. Den Abbruch der Saison klammert der Verband weiterhin aus – und lässt dennoch vorsichtig durchblicken, wann der Worst Case eintritt. Dann nämlich, wenn die Pflichtspiele nicht spätestens am 1./2. Mai wieder beginnen.

Die gebannten Blicke der Verbandsoberen richten sich am Mittwoch auf die Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin. Hiervon versprechen sie sich endlich mehr Klarheit für den Amateursportbetrieb, ehe der NFV-Vorstand am Donnerstag seine nächste Videokonferenz abhält. Er würde am liebsten Ostern loslegen – dafür müsste Training im Kontaktsport aber wieder ab dem 15. März erlaubt sein. Dann hätte der Verband 16 Wochenenden, um bis zum 18. Juli die Saison durchzubekommen. Das sollte laut NFV auch noch möglich sein, wenn die Punktspiele erst am 17./18. April oder noch eine Woche später starten würden. Dann wären allerdings Wochenspieltage garantiert und das freie Pflingstfest gestrichen.

So manch Verein präferiert im Gegensatz zum Verband allerdings bereits jetzt den Abbruch und Start einer neuen Saison (oder Wiederaufnahme der jetzigen) im Sommer. Dazu gehört auch der Rotenburger SV aus der Oberliga. „Man sollte ehrlich prüfen. Wenn es bis dann und dann nicht geht, ist eben Feierabend, dann muss man abbrechen“, wünscht sich auch Präsident Peter Grewe mehr Planungssicherheit. „Ich erwarte, dass strategisch gedacht wird und das Wann und Wie der Politik überlassen wird.“

Ähnlich geht es Thomas Holzkamm, Fußball-Boss des Bezirksligisten TV Sottrum: „Ich gehe davon aus, dass wir bis zum Sommer nicht mehr spielen und würde mir eine klare Aussage mit einer Deadline wünschen. Ich hätte mir auch gewünscht, dass man mal in der Bezirksliga eine Umfrage macht.“

Viele Fragezeichen schwirren indes bei Fabian Knappik im Kopf herum. Der Trainer des Kreisligisten SG Unter- stedt hält nichts davon, die Saison auf Biegen und Brechen zu verlängern und durchzubringen. „Das hilft keinem. Jetzt vorschnell Entscheidungen zu treffen, und im Mai dann wieder alles über den Haufen zu werfen, will keiner. Es bleibt die Hoffnung, ab Sommer wieder den Wettkampfbetrieb aufnehmen zu können. Ich hoffe, dass man zumindest zeitnah wieder Training in der Gruppe an der frischen Luft anbieten kann“, so der Coach.

„Rechenbeispiele“ des NFV zur Saisonfortsetzung

Kontaktsport ab 15. März – Pflichtspiele ab 3. April
- 16 Wochenenden bis 18. Juli
- Beendigung der Saison sportlich möglich
- Saisonverlängerung über 30. Juni hinaus voraussichtlich nötig

Kontaktsport ab 29. März – Pflichtspiele ab 17./18. April
- 14 Wochenenden bis 18. Juli
- Beendigung der Saison sportlich möglich
- Saisonverlängerung über 30. Juni hinaus voraussichtlich nötig

Kontaktsport ab 6. April – Pflichtspiele ab 24./25. April
- 13 Wochenenden bis 18. Juli
- Beendigung der Saison sportlich noch möglich
- Saisonverlängerung über 30. Juni hinaus voraussichtlich nötig

Kontaktsport ab 12. April – Pflichtspiele ab 1./2. Mai
- 12 Wochenenden bis 18. Juli
- Beendigung der Saison sportlich eventuell möglich
- Saisonverlängerung über 30. Juni hinaus nötig

Wochenspiele/Spiele an Pfingsten nötig

Bescheidene Vorstellungen äußert auch Carsten Tietjen, Fußball-Chef des SV Rot-Weiß Scheeßel aus der 1. Kreisklasse Süd: „Den Spielbetrieb können die meinetwegen abblasen. Die sollen zusehen, dass wir wieder in kleinen Gruppen trainieren können. Und dann im Sommer bei null wieder starten.“ Etwas optimistischer ist dagegen Ralf Milbrandt. Der Trainer des Kreisligisten SG Westerholz/Hetzwege geht davon aus, dass es schon bald Lockerungen gibt. „Die Regierung wird in der nächsten Sitzung die Türen weiter öffnen. Ichrechne fest mit einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Bleibt nur abzuwarten, wann es wieder losgehen darf. Das liegt leider nicht in unseren Händen. Wichtig ist, dass dann die Hygieneregeln auch strikt eingehalten werden“, betont Milbrandt.

Allzu große finanzielle Löcher scheint die Corona-Auszeit bei den hiesigen Vereinen nicht gerissen zu haben, wie sie alle betonen. Trotzdem würden sie sich seitens des Verbandes über spürbare Entlastungen freuen. „Wir haben seit November kein Fußball gespielt. Wie wäre es da mal, wenn die sagen: Wir überweisen euch die Hälfte der Mannschaftsgelder zurück, erlassen euch die Schiedsrichterkosten oder die Strafen. Das wird alles automatisch und direkt vom NFV eingezogen, als wenn die Saison noch normal läuft“, moniert Holzkamm und erfährt Unterstützung aus Scheeßel: „Es wäre nur fair, wenn sie bei den Verbandsabgaben sagen würden: Ihr bekommt 50 Prozent zurück. Und eigentlich müssten sie von oben mal für ein Jahr eine Wechselsperre im Jugendbereich einführen, damit die Vereine sich wieder sammeln können und nicht auch noch ihre Talente verlieren“, findet Tietjen.

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