„1 200 Zuschauer wären der Idealfall“

44. Mulmshorner Sandbahnrennen steigt am 17. Juni

Dreck, dröhnende Motoren sowie der Geruch von Methanol gehören dazu – und die Gespanne in Mulmshorn natürlich auch. - Foto: Woelki
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Dreck, dröhnende Motoren sowie der Geruch von Methanol gehören dazu – und die Gespanne in Mulmshorn natürlich auch.

Mulmshorn - Von Matthias Freese. In Zeiten von Facebook und WhatsApp ist das Smartphone auch für Andre Haltermann gezwungenermaßen zum ständigen Begleiter geworden. Der Vorsitzende des MSC Mulmshorn pflegt den Kontakt zu vielen Rennfahrern inzwischen auf diesem Wege – selbst mancher Vertrag für das 44. Sandbahnrennen, am 17. Juni (13 Uhr) auf dem Wümmering, wird über diesen Kanal geschlossen.

Manchmal beschleunigt das die Sache, manchmal wird aber auch online „gepokert“. „Ein paar Fahrer wollen einen horrenden Preis haben. Wenn man 5 000 Zuschauer hat, kann man natürlich anders kalkulieren“, sagt Pressewartin Karin Haltermann. Doch in Mulmshorn wären sie schon froh, wenn eine vierstellige Zahl erreicht wird. 

„1 200 zahlende Zuschauer wären für uns der Idealfall“, meint Andre Haltermann bescheiden. Nach dem ausgefallenen und dann wiederholten Rennen 2017 war die Enttäuschung groß. „Richtig mies“ sei es gelaufen, meint der Vereinsboss. 

Nur eine paar Hundert Zuschauer waren da – für einen kleinen Verein wie den MSC Mulmshorn schwer finanziell zu verkraften. „Noch so ein Horrorjahr, dann muss man überlegen, ob man aufhört“, gesteht der Vorsitzende, der in Personalunion auch Rennleiter ist, während eines Pressegesprächs im Autohaus Ottens.

Europameisterschaft abgelehnt

So haben die Mulmshorner für dieses Jahr sogar ein sportlich lukratives Angebot abgelehnt: „Wir haben die Europameisterschaft der Solisten angeboten bekommen. Aber das Risiko wollten wir aufgrund der Grundkosten nicht eingehen“, verrät Karin Haltermann. 

Also bleibt der 1974 gegründete Verein lieber bodenständig und bietet ein internationales Rennen für die Solisten sowie Gespanne an. Hinzu kommen wieder die B-Solisten und die Veteranen, die den dritten Lauf ihrer EVLS-EM auf der 750 Meter langen Bahn austragen – alles an einem Tag.

Vorjahressieger Bernd Diener, inzwischen 59 Jahre alt, wird bei den Cracks fehlen, weil er tags zuvor in Südfrankreich beim Grand-Prix fährt. Nach dem Rücktritt des mehrfachen Siegers Matthias Kröger aus Bokel vor zwei Jahren sucht die Szene noch einen würdigen Nachfolger – und auch Mulmshorn einen neuen Publikumsliebling.

Jörg Tebbe vor Unterschrift

Jörg Tebbe könnte so einer sein, auch wenn er mittlerweile kürzergetreten und nicht mehr als Vollprofi unterwegs ist. Trotzdem hat der Dohrener gerade die WM-Qualifikation im tschechischen Marienbad für sich entschieden. „Er hat einen Vertrag von uns vorliegen. Ich gehe davon aus, dass er noch dazukommt, denn er ist ja ein Sandbahnspezialist“, ist Andre Haltermann guter Dinge. 

Acht Fahrer für die internationale Klasse stehen bisher fest, der Brite Andrew Appleton, der Tscheche Martin Malek und Christian Hülshorst gehören zum Favoritenkreis. „Und wenn er einen guten Tag hat, kann auch Mark Beishuizen auf die Treppe kommen“, glaubt Karin Haltermann. Der Holländer fährt im dritten Jahr für den MSC Mulmshorn, hat einen neuen Tuner und stand in allen seiner Rennen in dieser Saison bisher auch im Finallauf.

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