Visselhövedes neuer Tenniscoach Hamijou überbrückt seine trainingsfreie Zeit

Walze statt gelber Filzball

Die Tennisplätze in Eversen und Visselhövede haben die Coaches Ahmad Hamijou (links) und Tim Richter bereits ordentlich auf Vordermann gebracht. Foto: WUTTKE

Eversen - Von Vincent Wuttke. Ahmad Hamijou hat großes Glück, sagt er selbst. „Gott sei Dank habe ich noch ein zweites Standbein“, so der neue Tennistrainer des VfL Visselhövede. Eigentlich ist der Eversener als Coach aktiv und verdient damit sein Geld. Doch die Tennishallen der Vereine sind aktuell ebenso gesperrt wie die Außenanlagen. Für einen Selbstständigen – wie es alle hauptamtlichen Tenniscoaches sind – ist die Corona-Krise also auch eine Existenzfrage.

Nach dem Bekanntwerden der Trainingsabsagen hat sich Hamijou also kurzerhand auf seine Gartenarbeitsfirma konzentriert. Zusammen mit Tim Richter, einem eng befreundeten Tennistrainer des Huder TV, ist er nun in der Natur unterwegs. Statt eines Schlägers finden sich in ihren Händen dieser Tage also eine Walze und Schubkarren wieder. Kurios: Damit hat Hamijou in der vergangenen Woche auch die Tennisplätze in Eversen und in Visselhövede auf Vordermann gebracht. Ein Trainer, der seine eigenen Courts bearbeitet, ist sehr selten. Eigentlich machen das die Platzwarte. Meckern über Unebenheiten kann er also nicht. „Das mache ich aber eh nie.“

Erfahrung in der Bundesliga

Sehr gerne würde der 31-Jährige so schnell wie möglich auf die rote Asche zurückkehren. Eine dauerhafte Lösung soll die Gartenarbeitsfirma nicht sein. Dazu liebt er das Spiel mit der gelben Filzkugel zu sehr. Deshalb verwundert es auch nicht, dass der Eversener bereits ziemlich viel Erfahrung als Coach aufweist.

Der Hauptstandort seiner Tennisschule ist und bleibt die Anlage des TC Aue Ahausen Eversen – nur wenige Meter von der eigenen Haustür entfernt. Zuletzt trainierte er auch noch beim Bremerhavener TV für einige Tage in der Woche. In der Vergangenheit war Hamijou aber auch schon beim Club zur Vahr und dem Bremer TV als Übungsleiter aktiv.

Dabei weiß er genau, was er seinen Schülern sagen muss. Immerhin hat der langjährige Stuttgarter auch schon Erfahrungen in der Bundesliga gesammelt. „Das ist aber schon lange her. Da war ich 17 oder 18 Jahre alt“, sagt der Coach zurückhaltend. Später, als es ihn in den Norden zog, schlug er für den Club zur Vahr, Bremen 1896 und den TC Lilienthal viele Jahre in der Regional- und Nordliga auf.

In der Deutschen Rangliste – in der die bundesweit besten 700 Akteure gelistet werden – wurde Hamijou auch lange geführt. Mittlerweile hat er seine Spielerkarriere aber zurückgeschraubt. „Turniere spiele ich kaum noch“, konzentriert er sich lieber auf seine Laufbahn als Übungsleiter.

Die geplanten Camps sind verschoben

Gerade in diesem Jahr hatte Hamijou Großes vor. Ab dem 1. Mai wollte er bei seinem neuen Verein durchstarten. Der VfL Visselhövede hat sich die Dienste des Coaches gesichert. Mit seinen insgesamt fünf Co-Trainern wird er montags und freitags vor Ort sein. Im vergangenen Jahr hatte Hamijou per Rundmail bei vielen Vereinen angefragt. Der Vorstand des Heideclubs meldete sich schnell. Bereits im Oktober und nach einer Präsentation sowie einem Probearbeiten war sein Einstieg in trockenen Tüchern.

Der erste Eindruck seines neuen Clubs sei sehr positiv. „Die Voraussetzungen in Visselhövede sind wirklich super. Es gibt vier Plätze – davon haben sogar noch zwei sehr gutes Flutlicht. Was will man mehr?“, lobt der Neuzugang und fügt an: „Und mit Julia Sauerwein haben sie eine Vorsitzende, die richtig Gas gibt. Das wird gut.“

Den Start des neuen Projekts konnte Hamijou kaum abwarten. Bereits zu Saisonbeginn sollte es ein großes Camp geben auf der Anlage an der Celler Straße. In Ahausen war auch eins geplant. Mit dabei wäre natürlich auch Tim Richter als Unterstützung gewesen. Die Camps mussten nun wegen der Corona-Krise verschoben werden. Stattfinden sollen sie aber auf jeden Fall noch. „Die Nachfrage war riesig. Dabei kennen mich die Visselhöveder gar nicht“, weiß Hamijou das Vertrauen zu schätzen.

Zunächst ist jedoch Gartenarbeit angesagt. „Ich schätze, die nächsten drei Monate darf ich nicht auf die Plätze wegen der Vorschriften. Da bin ich ehrlich zu mir“, bedauert er. So lange muss auch sein Hund Leo auf die gewohnte Umgebung verzichten und erlebt Neues. Der drei Jahre alte amerikanische Labrador ist immer an der Seite seines Herrchens und auch bei den Übungsstunden als Zaungast stets dabei.

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