Walsedes 42-jährige Keeper absolviert seine letzte Saison / „Es reicht irgendwann“

Boschen ist auf Abschiedstournee

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Und wieder hat Mario Boschen den Ball – Bülstedts Alex Valisev dreht ab.

Westerwalsede - Von Matthias Freese. Manch anderer Schlussmann hat in seinem Alter bereits lange die Fußballkarriere beendet und die Handschuhe in irgendeine Schublade gestopft.

Beim FC Walsede sind sie heilfroh, dass Mario Boschen immer noch das Tor in der 1. Kreisklasse hütet. Auch mit 42 Jahren gehört er zu den besten Keepern im Kreis Rotenburg. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dann erbrachte ihn Boschen im Kreispokal-Achtelfinalspiel, das sein Underdog mit 6:4 nach Elfmeterschießen gegen den Kreisligisten TSV Bülstedt/Vorwerk gewann. „Das Alter merkt man ihm nicht an. Gefühlt ist er ja auch jünger“, bemerkte Walsedes Trainer Rüdiger Dittmer, der den Keeper im Sommer vom VfR Seebergen-Rautendorf aus der Kreisliga Osterholz zurück nach Walsede gelotst hatte. Wohlwissend, dass Boschens Laufbahnende nichtsdestotrotz immer näher rückt. „Das ist meine letzte Saison. Es reicht irgendwann. In der nächsten Saison stehe ich nur noch als Stand-by-Spieler bereit“, erklärte der Rotenburger nach seinem jüngsten Auftritt als Pokalheld.

Das hängt nicht mit seiner Form zusammen. Die hat sich kaum verändert, seitdem der „Wandervogel“ vor Jahren in höheren Ligen (unter anderem beim TuS Heeslingen) Erfahrungen sammelte. Vielmehr macht Boschen freiwillig für die Jugend Platz, denn mit Moritz Bodewell kommt ein talentierter A-Jugendtorwart aus der U19 der JSG KAWU hoch. „Das ist die Zukunft“, meint Boschen, der seinen Nachfolger auch ab und zu trainiert.

Schwarz-weißer Abgang: Mario Boschen trägt seinen Arbeitsnachweis – das schmutzige Trikot.

Im Pokal-Achtelfinale zeigte der „Altmeister“ aber noch einmal seine ganze Klasse. Kurz vor der Pause verhinderte er mit einem starken Reflex den Ausgleich der Bülstedter, sieben Minuten vor dem Ende mit einer Parade nach einem Schuss von Mohamed Maulawy dann den Rückstand. „Das war ein richtiger Pokalfight, das war bei dem Boden ja auch nicht anders zu erwarten. Allerdings sind wir auch ein bisschen schlurig geworden. Nach 2:2 hatte ich schon gedacht, wir kriegen auch noch das dritte“, resümierte der Routinier.

Im Elfmeterschießen sprach jedoch alles für Boschen und seinen Underdog – nicht nur, weil bei Bülstedt mit Tim Lötters ein Feldspieler im Kasten stand, sondern vor allem, weil Walsedes „Katze“ in der Vergangenheit schon häufig ihre Sprungfähigkit beim Penalty demonstriert hatte. „Einen halte ich immer – das ist gesetzt“, wusste auch Boschen um die besten Chancen, ins Viertelfinale einzuziehen.

Im Prinzip können sich die Walseder nun darauf konzentrieren, bei Boschens Abschiedstournee möglichst noch weiter zu kommen. In der Liga dürfte ihnen nichts mehr passieren. „Unser Saisonziel ist der Nichtabstieg – das ist weitestgehend geschafft. Oben rutschen wir aber auch nicht mehr mit rein“, glaubt die Nummer eins des Tabellenvierten.

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