"Fehlverhalten von Einzelnen"

Spielabbruch nach Platzverweisen: Vereine äußern sich

Kirchwalsede - Von Pascal Faltermann. "Das ist ein Schlag ins Gesicht aller ehrenamtlichen Helfer bei uns im Verein", sagt Peer Leefers, Vorsitzender des MTV Jeddingen, über das abgebrochene Fußball-Freundschaftsspiel zwischen dem FC Walsede II (2. Kreisklasse) und der zweiten Herrenmannschaft aus Jeddingen (3. Kreisklasse) in Federlohmühlen.

Insgesamt gab es in diesem Testspiel fünf Gelbe, zwei Gelb-Rote und zwei Rote Karten gegen Jeddingen. Der Mannschaftsrat und der Vorstand setzen sich am Dienstagabend zusammen, um eine gemeinsame Stellungnahme zu erarbeiten und herauszugeben.

"Ich war am Verzweifeln, wie so etwas passieren kann", blickt Schiedsrichter Friedrich Lüning (FC Walsede) auf die Partie zurück. Der Unparteiische aus Kirchwalsede hat mittlerweile mehr als 1000 Partien als Referee auf dem Buckel, doch das hatte er noch nicht erlebt. "Bevor ich Gelb zeige, muss schon etwas passieren", sagt Lüning, der in einem sehr unruhigen Spiel in der ersten Halbzeit vier Gelbe Karten verteilte. Der FC Walsede ging kurz vor dem Halbzeitpfiff mit 1:0 durch einen Strafstoß von Dima Kriger in Führung. Das erhitzte die Gemüter, allerdings ging es vorerst in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel wurde es hektischer. Ein Elfmeter für Walsede zum 2:0 (56., Kriger) machte dies nicht besser. "Beide Elfmeter waren berechtigt", meint Walsedes Trainer Uwe Henke. Nach Angaben von Lüning kam es vor allem von Jeddinger Spielern zu fortwährender Kritik an seinen Entscheidungen.

In der 57. Minute sprach Lüning mit den beiden Trainern, um für etwas Ruhe zu sorgen. Wenig später gab es die ersten beiden Ampelkarten für Akteure des MTV Jeddingen: Gelb-Rot in der 58. und 65. Spielminute. Zwischendurch fiel der Anschlusstreffer - 1:2 (67., Rudolf Schütz).

Laut Schilderungen des Schiedsrichters schaukelten sich die Ereignisse auf dem Spielfeld dann in der 76. Minute hoch. An der Seitenlinie foulte ein Spieler des FC Walsede II seinen Gegner. Der Gefoulte beschimpfte seinen Kontrahenten und sah die Rote Karte. Doch damit nicht genug: Während der Spielunterbrechung beleidigte auch Jeddingens Keeper mehrfach den Schiedsrichter und sah ebenfalls Rot. "Blindfisch", "Vollpfosten" und "du bist doch besoffen", sollen zu den harmloseren Beschimpfungen gehört haben.

Nach den zahlreichen Platzverweisen teilte Jeddinges Spielführer mit, dass seine Mannschaft nicht weiterspielen möchte. Das Spiel wurde abgebrochen. Unmittelbar nach dem Abbruch entschuldigte sich Jeddingens Trainer beim Schiedsrichter, sein Keeper hingegen soll den Referee erneut im vorbeigehen beleidigt haben. "Es war unter der Gürtellinie, wie diese Spieler mit dem Schiedsrichter umgegangen sind", sagte Walsedes Trainer Uwe Henke, der aber auch mehrfach beteuerte, dass sich ein Großteil des Teams und der Trainer des MTV Jeddingen entschuldigt hätten.

"Es war ein Fehlverhalten von Einzelnen, die das Bild eines Teams kaputtmachen", ärgert sich MTV-Chef Leefers. Der Verein stelle den Spielbetrieb von 16 verschiedenen Teams durch zahlreiche Betreuer und Trainer sicher. Solche Aktionen von drei Spielern "gehören nicht in das soziale Gefüge eines Vereines", so Leefers. Man werde sich Maßnahmen und Konsequenzen überlegen.

Für Gastgeber FC Walsede II gab es nur eine Gelbe Karte. Und so lobt Henke: "Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen, dass sie so ruhig geblieben ist." Und er fügt hinzu: "Es ist mir ein Rätsel, wie das alles passierte, Jeddingen ging von Anfang an sehr aggressiv in die Zweikämpfe."

Rubriklistenbild: © dpa

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