Uwe Schmidt von den Stadtwerken Rotenburg über Sport-Sponsoring

„Wahrgenommen werden“

Beim Rotenburger SV (hier mit Fabiano Curia) sind die Stadtwerke Rotenburg als Trikot-Sponsor und mit Bandenwerbung zu sehen.
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Beim Rotenburger SV (hier mit Fabiano Curia) sind die Stadtwerke Rotenburg als Trikot-Sponsor und mit Bandenwerbung zu sehen.

Rotenburg – Uwe Schmidt weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig das Sponsoring für Sportvereine ist. Jahrelang war er bei der JSG HWJ 70 als Fußball-Trainer aktiv, von 2016 bis 2017 war er zudem beim Kreisligisten TV Stemmen der Coach. „Die Vereine freuen sich über jede Art von Zuwendungen“, sagt er. Da passt es gut, dass die Stadtwerke Rotenburg viele Clubs im Kreis finanziell unterstützen. Rund 40 000 Euro haben die Stadtwerke 2019 für Sportprojekte ausgegeben. Hinzu kam die gleiche Summe für die Kultur und Umwelt. Insgesamt profitierten mehr als 100 Institutionen.

„Wir sind hier wirklich verwurzelt, leben die Region und wollen gerne unterstützen“, erklärt Schmidt die hohe Summe. „Das Geld, was wir in der Region einnehmen, soll auch von uns zurückgegeben werden.“ Viele weitere Unternehmen fördern den Sport im Kreis. Die Stadtwerke Rotenburg dürften aber der größte Unterstützer sein.

Eine Frage stellt sich den Firmen immer wieder: „Wieso machen wir Sport-Sponsoring?“ Schmidt hat dazu eine Erklärung. „Es geht darum, wahrgenommen zu werden. Und das wird man durch die verschiedenen Aktionen.“ Dabei kann der neue Marketing-Boss nicht genau sagen, wie sehr sich dieses Engagement überhaupt lohnt. „Man kann es jedenfalls nicht in Zahlen nach der Unterstützung eines Vereins bemessen. Das ist ein langfristiger Effekt“, erklärt er. „Was man auf jeden Fall messen kann, ist die Dankbarkeit und Freude der Menschen, welche von unseren Unterstützungen profitieren.“

Als Trikot-Hauptsponsor treten die Stadtwerke beim Fußball-Oberligisten Rotenburger SV auf. Auch bei den Handballern des TuS Rotenburg und den Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes erkennen die Beobachter das „SR“ auf der Ausrüstung. Ganz wichtig ist Schmidt jedoch: „Wir machen nicht nur etwas für die Großen, sondern helfen auch sehr gerne den kleinen Vereinen.“ Die Anfragen häufen sich so stark, dass er keine Zahl über die Anträge nennen kann. Fest steht: „Es sindganz verschiedene Dinge, die gebraucht werden.“ Neben Trikot-Sponsoring übernehmen die Stadtwerke auch Kosten für Taschen, Banden, und vieles mehr.

Auf der Homepage der Firma kann ein Antrag auf Förderung ausgefüllt werden. Dieser landet bei Schmidt auf dem Tisch. Alle zwei Wochen trifft sich das Marketing- und Vertriebsteam zu Sitzungen, in denen es unter anderem um solche Sponsoring-Maßnahmen geht. Dann wird darüber entschieden, ob die Projekte als direktes Sponsoring durchgehen, oder in eine der Stiftungen des Unternehmens gereicht werden.

Sachwerte wie Trikots, Taschen oder kleine finanzielle Unterstützungen sind normales Sponsoring. Hier entscheiden Geschäftsführer Volker Meyer und Uwe Schmidt über die Summen. Größere finanzielle Hilfen sind hingegen ein Fall für die Stiftung „Sport und Jugendarbeit“. Auch für die „Kultur und Umwelt“ gibt es eine Stadtwerke-Stiftung. Dort setzt sich jeweils ein Kuratorium mit vier Personen aus der Politik und Aufsichtsrat mit Volker Meyer im Frühjahr zusammen und gibt das vom Kaufmännischen Leiter Hannes Wilkens verwaltete Geld frei. „Damit wollen wir zeigen, wie wichtig uns die Förderungen in der Region sind“, so Schmidt.

Zudem überweisen die Stadtwerke jährlich einen Betrag an die Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS), mit deren Hilfe weitere Projekte eine Hilfe bekommen. So kam 2019 die Gesamtsumme von rund 40 000 Euro für den Sport zusammen.

Dabei kann dieser Betrag jährlich schwanken. Die Stadtwerke geben neben dem normalen Sponsoring die Zinserträge aus den Stiftungen als Sponsoring an die Region zurück. Steigt der Zinssatz, gibt es also auch mehr Geld für die Vereine. Im Jahr 2020 werden die Stadtwerke wohl nicht den gesamten Zinsgewinn ausschütten. Der Grund: Durch die Coronapandemie und damit verbundenen Einschränkungen gab es deutlich weniger Veranstaltungen und Aktivitäten. Zahlen für das abgelaufene Jahr gibt es bei dem Unternehmen für die Sponsoring-Ausgaben noch nicht. Schmidt denkt aber: „Die Ausgaben werden aufgrund der deutlich gesunkenen Antragszahlen sinken.“

Der glühende HSV-Fan würde sich sehr darüber freuen, wenn er das „SR“- Firmenlogo bald wieder auf den Sportstätten in der Region erkennen kann.

Von Vincent Wuttke

Uwe Schmidt

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