Während Vater Tomas Ippensen coacht, steht Sohn Moritz bei „Vissel“ im Tor

Trotz Abstiegskampf kein Zoff im Hause Meyer

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Konkurrenten in der Bezirksliga: Tomas Meyer (r.) und sein Sohn Moritz Meyer präsentieren sich in ihrem jeweiligen Vereins-Outfit. Zoff gibt es deshalb aber nicht.

Scheeßel - Von Sönke Hauschild. Jeden Sonntagmorgen sitzen Tomas Meyer (50) und sein Sohn Moritz (18) zusammen am Frühstückstisch und diskutieren über Fußball, vor allem über die Bezirksliga. Danach trennen sich aber ihre Wege, denn der eine ist Trainer des SV Ippensen, der andere steht für den VfL Visselhövede im Tor – sie sind damit unmittelbare Klassen-Konkurrenten unter einem Dach.

Obwohl ihre beiden Teams gegen den Abstieg aus der Bezirksliga kämpfen, herrscht zu Hause in Scheeßel keine Rivalität. Ganz im Gegenteil: „Wenn Moritz im Tor steht und Visselhövede verliert, wird er von mir wieder aufgebaut. Mir tut das auch weh, wenn er sich ein Gegentor fängt. Auf der anderen Seite freue ich mich, wenn er einen Ball klasse hält“, erklärt Tomas Meyer, der seinen Sohn bis zur U16 trainiert hat. Und der Filius ergänzt: „Wenn Ippensen eine Niederlage einstecken muss, tut es mir schon leid, dass mein Vater verloren hat. Allerdings ist es auch nicht schlecht für unser Team, wenn ein direkter Konkurrent patzt.“

Zum Familien-Duell ist es in dieser Saison noch nicht gekommen, da Tomas Meyer beim Kreis-Derby, das Visselhövede mit 2:0 gewann, krankheitsbedingt passen musste. Und ans Rückspiel denkt er bisher nicht: „Diese Begegnung ist noch nicht in meinem Kopf. Ich konzentriere mich erstmal darauf, die momentan schwierige Situation des Vereins in den Griff zu bekommen. Erst wenn dann irgendwann die Teambesprechung vor dem Spiel ansteht, werde ich richtig gespannt auf die Begegnung sein.“ Moritz Meyer sieht das ein bisschen anders: „Ich freue mich schon jetzt auf das Spiel. Ich habe bei Ippensen nämlich auch noch viele andere Bekannte, mit denen ich gut klarkomme. Außerdem soll das Ippenser Stadion ein Hexenkessel sein, wo viele Mannschaften schon einige Probleme bekommen haben.“

Den Klassenerhalt trauen sich beide gegenseitig zu. „Visselhövede hat genug Qualität, um die Liga halten. Der neue Trainer wird dabei eine große Rolle spielen, denn er muss die Probleme des Teams in den Griff bekommen. Die Mannschaft braucht jemanden, der sie sehr gut führen kann“, meint Tomas Meyer. Auch sein Sohn ist optimistisch, dass sein Vater weiterhin in der Bezirksliga bleibt: „Ich traue es Ippensen zu, weil sie mit sehr viel Leidenschaft auftreten und auch spielerisch stark genug sind. In letzter Zeit fehlte meistens nur das Quäntchen Glück.“

Für den Keeper, der im Sommer aus der U18 des TSV Ottersberg zu „Vissel“ kam, war Ippensen übrigens nur kurz ein Thema. „Ich habe schon über einen Wechsel dorthin nachgedacht, doch ich will meinen eigenen Weg einschlagen und mein Vater hatte mir gesagt, dass er bei Ippensen zwei sehr gute Torhüter hat und hinter ihnen steht. Er hat mich auch bei meinem Wechsel mitberaten.“

Und auch den einen oder anderen Tipp holt sich der 18-Jährige hin und wieder von seinem Vater. Dieser verrät: „Wenn es gegen Teams geht, auf die ich mit meiner Mannschaft schon getroffen bin, sage ich ihm, wenn zum Beispiel der Stürmer immer versucht, am Torwart vorbeizugehen. Manchmal machen wir auch gemeinsam eine Fehleranalyse.“ Moritz Meyer ist froh, stets um Rat fragen zu können: „Zu Hause ist er mein Vater und nicht der Trainer des SV Ippensen.“

Ist es für die beiden denkbar, über kurz oder lang auch wieder gemeinsam in einem Team zu arbeiten? „Die Vorstellung ist da, denn ich halte ihn rein objektiv gesehen für einen sehr guten Trainer“, sagt der Sohnemann. Tomas Meyer hat dazu allerdings eine andere Meinung: „Ich würde aktuell eher sagen, dass wir nicht mehr im gleichen Verein arbeiten werden“, erzählt der Erzieher, denkt dabei auch an früher und sagt schmunzelnd: „Da gab es schon mehr Stress zu Hause als jetzt.“

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