Sportlerwahl des Jahrzehnts - Startnummer 22

Sabine Scherz ist seit 34 Jahren Übungsleiterin beim TV Scheeßel

Sabine Scherz sitzt am Tisch.
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Trainerin Sabine Scherz wartet im Homeoffice auf ihre Rückkehr an die Turngeräte.

Bereits mit 18 Jahren coachte Sabine Scherz eine Gruppe junger Turner. Bis heute hat sich an ihrem Ehrgeiz und der Liebe zum Sport nichts geändert - was ihr 2015 den Titel Trainerin des Jahres brachte.

Scheeßel – Eines hat Sabine Scherz während der coronabedingten Trainingspause gemerkt. „Ich bin noch ganz weit entfernt von der Rente als Trainerin“, sagt sie und fügt lachend an: „Ich bin furchtbar entspannt. Das ist nichts für mich.“ Sie vermisst stattdessen die Sporthalle. Kein Wunder: Die Trainerin des Jahres 2015 ist seit 1987 für die Schützlinge des TV Scheeßel beim Turnen zuständig und liebt ihre langjährige Tätigkeit.

Normalerweise steht sie viermal pro Woche in der Halle, unterstützt ihre Schüler an den Wochenenden bei Wettkämpfen und engagiert sich auch über den Verein hinaus für den Sport. Scherz bildet Trainer aus und sorgt für Weiterbildungen bei Kampfrichtern. Außerdem ist sie beim Turnkreis für die Organisation von Wettkämpfen zuständig. All das ruht durch den Lockdown. „Ich vermisse es. Mir ist langweilig“, gibt die 55-Jährige zu. Um die Zeit zu überbrücken, hat sie sich neue Hobbys wie das Basteln gesucht. „Aber das ist nicht das Gleiche.“

Scherz würde liebend gerne ihre rund 40 Mädchen und 16 Jungs im Alter zwischen fünf und 25 Jahren wieder an den Turngeräten begrüßen. Denn momentan ruht der Turnsport komplett, und Scherz bietet auch kein Ersatzprogramm über Videokonferenzen an. „Kinder wollen keine Übungen, sondern an die Geräte“, lautet ihre Erklärung. Mit Nachrichten und lustigen Videos motiviert sie ihre Schüler aber immer wieder und sagt deshalb: „Ich habe keine Bedenken, dass alle nach der Pause wiederkommen.“

Die Sportler sind nämlich inzwischen längst angesteckt mit dem „Turnvirus“, den Scherz seit 1987 in Scheeßel verbreitet. „Es ist so ein vielfältiger Sport, der den Körper anspricht. Man kann immer wieder neue Elemente erlernen. Deshalb wird es nie langweilig“, schwärmt sie.

Zahlen, Daten, Fakten: Sabine Scherz

Geburtsort: Jülich.

Alter: 55 Jahre.

Aktueller Wohnort: Scheeßel.

Familienstand: Bald 32 Jahre verheiratet mit Heiko Scherz.

Beruf: Erzieherin.

Sportart: Turnen.

Sieg bei der Sportlerwahl: 2015.

Größte Erfolge: Sieger Bezirksliga mit der Mädchenmannschaft, 3. Platz Verbandsklasse mit der Jungenmannschaft, Landeskaderturnerin Pauline Holsten und Trond Skage Reuter als Medaillengewinner der Deutschen Mehrkampfmeisterschaft trainiert. Als Aktive Turnfestsiegerin auf dem Landesturnfest in Göttingen 2016.

Bisherige Vereine: Bargfelder SV, TSV Bargteheide (beides lange her und in der Jugendzeit).

Aktueller Verein: Seit 1987 der TV Scheeßel.

Hobbys: Turnen, Kampfrichtern, Wohnmobil.

Ziele: Noch viele junge Menschen für das Turnen begeistern.

Bereits mit 18 Jahren hatte sie als Trainerin angefangen und kam dann vor 34 Jahren zum Beeke-Club. Der große Zuspruch der Turner ist trotz der im Ort ansässigen Fußballer des SV RW Scheeßel und der Basketballer der BG ‘89 Hurricanes vor allem der Erfolg von Scherz. Sie ist für viele die „Turn-Mutti“ und versteht es, die Kinder lange an den Verein zu binden. „Ich habe zwei junge Damen, die zum Beispiel nun nach ihrer Ausbildung als Trainer zu uns zurückkehren. Viele sind auch als Kampfrichter geblieben“, sagt Scherz.

Die Erzieherin hat Trond Skage Reuter zu Medaillen bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften und Pauline Holsten in den Landeskader geführt, mag aber vor allem den Breitensport. „Ich finde kleine Fortschritte eigentlich viel schöner als erste Plätze“, sagt die Trainerin. Übrigens ist sie selbst auch immer noch aktiv. Einen Handstand und einen Flickflack auf dem Trampolin schafft sie immer noch ohne Probleme. Dieses Jahr wollte sie zwei Wettkämpfe bestreiten. Die fallen nun aus, aber nachgeholt werden sollen sie auf jeden Fall.

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