Vizemeister ist sauer auf den TuS Westerholz – und der wiederum auf den Spielausschuss

Helvesiek feiert, Mulmshorn trauert

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Der SV GW Helvesiek erledigte seinen Job mit einem 7:0 gegen Tarmstedt II und feierte den Titel in der 3. Kreisklasse Mitte vor dem TuS Mulmshorn, der von den Punkten und der Tordifferenz her gleichauf lag, aber weniger Treffer erzielt hatte.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Mit einer Punktlandung hat sich der SV GW Helvesiek am letzten Spieltag den Titel in der 3. Fußball-Kreisklasse Mitte gesichert. Das 7:0 gegen den TuS Tarmstedt II – mit dem letzten Treffer in der 89. Minute durch Merten Lüdemann – war exakt das Ergebnis, das die Elf von Coach Florian Dittmer benötigte, um den nach Punkten und Tordifferenz gleichauf liegenden TuS Mulmshorn hinter sich zu lassen. Der Vizemeister war stinksauer – nicht auf Helvesiek, sondern auf den TuS Westerholz II, der in Mulmshorn nicht angetreten war und kampflos mit 0:5 verloren hatte. Westerholz sieht die Schuld indes beim Spielausschuss.

„Die Mannschaft war total erschüttert, denn sie hätte gegen Westerholz II mehr als fünf Tore geschossen“, ist Mulmshorns Fußball-Spartenleiter Nils Bammann sicher und verweist auf die vorherigen drei Partien, in denen das Team von Coach Jörg Carstens jeweils zweistellig gewonnen hatte. „So konnten wir aber nicht mehr reagieren, sondern nur noch zugucken.“

Westerholz’ Reserve hatte am Donnerstagabend aus Personalnot abgesagt. Die wiederum begründete der Verein damit, dass mehrere Spieler in der Kreisliga-Elf aushelfen mussten. Namentlich waren es Axel Riepshoff, Fabian Martens, Chris Gideon Rathje und Matthias Pautzke. Hintergrund: Die Erste hatte aufgrund der von 15.30 Uhr auf 17.30 Uhr verlegten Anstoßzeit beim TSV Bevern nicht genügend Leute. Einige Spieler waren privat, andere beruflich verhindert. „Da war klar, dass wir keine zwei Mannschaften bestücken können“, so Coach Peter Ludwig. „Und hätten wir eine Gurkentruppe nach Mulmshorn geschickt, wäre es auch sauer aufgestoßen.“ Zumindest in Helvesiek.

Ludwig kreidet die Situation vor allem dem Spielausschuss und den zuständigen Staffelleitern an. „Wir haben kurz vor Pfingsten gesehen, dass unser Spiel verlegt worden war, mit uns hatte aber niemand gesprochen!“ Doch warum war es überhaupt zur Verschiebung gekommen? Der Spielausschussvorsitzende Peter Krüger erklärt, dass der TSV Bevern „erst spät gemerkt hatte, dass zur gleichen Zeit zwei Spiele auf seinem Platz sind“. Das ist in Bevern jedoch nicht möglich, und da die Partie von Beverns Reserve in der 1. Kreisklasse Nord gegen den TuS Tarmstedt noch bei der Titelentscheidung von Bedeutung war, musste sie wie geplant um 15.30 Uhr über die Bühne gehen und genoss Priorität vor dem Kreisliga-Duell. „Ich hatte Bevern und Westerholz angeboten, das Spiel auf einen anderen Tag zu verlegen, aber die haben sich nicht geeinigt. Also habe ich gesagt, es bleibt bei 17.30 Uhr“, erzählt Krüger.

Peter Ludwig hat da eine andere Sicht der Dinge: „Wir wollten Freitagabend spielen, hätten auch nächstes Wochenende gespielt und waren zu allem bereit. Aber Bevern wollte partout keinen anderen Termin. Dass die damit durchgekommen sind, ist für mich unverständlich. Und uns schiebt man das schlechte Blatt zu“, ärgert sich der Westerholzer Coach und ergänzt: „Für Mulmshorn tut es mir richtig leid. Der Sport ist hierbei auf der Strecke geblieben.“

Was besonders bitter für die Mulmshorner ist: In allen anderen Ligen auf Kreisebene hat der Vizemeister zumindest über die Relegation noch eine Chance aufzusteigen – nur ausgerechnet in der 3. Kreisklasse nicht. Erst wenn es oben Abmeldungen geben sollte, könnte sich noch eine Möglichkeit ergeben.

Allerdings regt der Spielausschuss-Boss nach diesem seltenen Fall an, über eine Änderung der Ausschreibung nachzudenken. Direkter Vergleich statt Torverhältnis etwa, „oder ein Entscheidungsspiel bei Punktgleichheit“, so Krüger. „Wir werden es zumindest diskutieren.“ Für Mulmshorn ein schwacher Trost – sie fühlen sich der Meisterschaft beraubt. „Ich weiß nicht, ob man es Wettbewerbsverzerrung nennen kann. Aber wie das abgelaufen ist, war nicht okay“, sagt Bammann.

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