Visselhöveder holt bei DM im Sledge Eishockey Gold / Traum von der Nationalmannschaft

Kirschkes „großartiger Moment“

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Der Visselhöveder Sascha Kirschke sicherte sich mit den Bremer Weserstars den Deutschen Meistertitel im Sledge Eishockey.

Kreis-Rotenburg - Von León Küther. VisselhövedeKreis-Rotenburg - Von León Küther. Bei der Siegerehrung lief es ihm eiskalt den Rücken herunter. Mit Tränen in den Augen bekam er seine Goldmedaille um den Hals gehängt. „Es war ein großartiger Moment“, denkt Sascha Kirschke gerne zurück. Kein Wunder, schließlich gewann der Visselhöveder in Langenhagen mit den Bremer Weserstars erstmals den Deutschen Meistertitel im Sledge Eishockey. Im Finale gewannen die Hanseaten mit 6:2 gegen die Ice Lions Langenhagen.

Der 21-Jährige leidet seit seiner Geburt an einer Querschnittslähmung und sitzt daher im Rollstuhl. Begonnen hat er mit seiner großen Leidenschaft Eishockey bereits vor knapp 15 Jahren. „Ich kann mich noch gut erinnern. Es gab einen Artikel in der Zeitung, und dann habe ich sofort beschlossen, dass ich das auch machen möchte“, erzählt Kirschke. Gesagt getan. Mit gerade einmal sieben Jahren machte er sich so langsam mit dem koordinativ anspruchsvollen Sport vertraut. Einzig die Fortbewegungsart unterscheidet den Sport vom „normalen“ Eishockey. Beim Sledge Eishockey sitzen die Sportler in einem Schlitten und können sich mit Hilfe zweier Schläger, unter denen sich Spikes befinden, fortbewegen.

Auch Athleten ohne körperliche Beeinträchtigung dürfen den Sport ausüben. „Auf dem Eis ist jeder gleich. Da macht das überhaupt keinen Unterschied, ob man im Rollstuhl sitzt oder nicht. Man muss sich bloß erst einmal daran gewöhnen“, sagt Kirschke.

Die ersten Erfolge ließen dann auch nicht lange auf sich warten. Im Jahr 2007 nahm der Visselhöveder mit Deutschland an der Jugendweltmeisterschaft in den USA teil. Am Ende sprang ein dritter Platz heraus. „So ein Erlebnis vergisst man sein ganzes Leben nicht. Das war wirklich überwältigend“, erzählt Kirschke.

Mit seiner Leidenschaft ist jedoch auch ein großer Aufwand verbunden. Für eine Trainingseinheit ist der junge Athlet knapp vier Stunden unterwegs. Hinzu kommen die langen Auswärtsfahrten am Wochenende – ein Spiel in Dresden ist dabei Normalität. Besonders auf seine Familie und seine Freunde kann sich Kirschke dabei immer verlassen. „Die Unterstützung meiner Eltern spielt eine sehr große Rolle. Ohne sie wäre es nicht möglich“, so der 21-Jährige. Und Vater Uwe ergänzt: „Wir sind einfach unglaublich stolz auf Sascha. Wir machen das natürlich gerne.“

Mit dem Deutschen Meistertitel will sich Kirschke aber noch lange nicht zufriedengeben. „In der kommenden Spielzeit müssen wir auf jeden Fall versuchen, unseren Titel zu verteidigen“, formuliert der 21-Jährige klare Ziele. Sein persönlicher Traum ist die Nationalmannschaft: „Einmal zu einer Weltmeisterschaft fahren zu dürfen, wäre ein absoluter Traum für mich. Dafür würde ich wirklich alles geben“, macht der ehrgeizige Sascha Kirschke deutlich.

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