VfL Visselhövede steht kurz vor dem Trainer-Coup

Bounoua-Brüder sollen es richten

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Zuletzt gemeinsam beim Rotenburger SV – bald vermutlich beim VfL Visselhövede: Jamal Bounoua (r.) und sein Bruder Morad.

Visselhövede - Von Matthias Freese. Der VfL Visselhövede ist nahe dran am großen Coup: Die beiden Brüder Jamal und Morad Bounoua sollen – wenn es nach den Verantwortlichen des Fußball-Bezirksligisten geht – nach der Winterpause als Trainer die aktuelle Interimslösung Bernd Santl ablösen. „Noch ist die endgültige Entscheidung nicht gefallen, aber wir könnten es uns gut vorstellen. Ich glaube schon, dass wir es machen werden“, erklärte Jamal Bounoua gestern.

„Die Sache ist sehr weit fortgeschritten, aber noch ist es nicht 100-prozentig fest“, klang die Vorfreude bei Visselhövedes Vorstandsmitglied und derzeitigem Co-Trainer Markus Hoyer noch gedämpft. Eben deshalb, weil das abschließende Gespräch noch aussteht. Doch da geht es eigentlich nur noch um Kleinigkeiten, wie Jamal Bounoua bestätigte. Der 44-Jährige, zu seiner aktiven Zeit unter anderem beim FC Basel, TuS Celle und Lüneburger SK aktiv, würde die Geschicke von der Bank aus leiten. Sein Bruder, als Profi bei Hannover 96, Eintracht Frankfurt oder dem FC St. Pauli erprobt, wäre hingegen Co-Trainer und der verlängerte Arm auf dem Spielfeld. „So stellen wir uns das vor. Morad ist so fit, dass er die Jungs in dieser Liga noch unterstützen könnte“, betont Jamal Bounoua.

Im Doppelpack hatte auch der Rotenburger SV die im französischen Mülhausen geborenen Brüder, Söhne des früheren marokkanischen Nationalspielers Larbi Bounoua, bereits vor Jahren verpflichtet – zunächst als Spieler 2009 und 2010, dann erneut von Januar 2011 an. Mit Jamal Bounoua als Trainer und Morad Bounoua als Spieler stieg das Team seinerzeit in die Oberliga auf, dort übernahm der Jüngere während der Saison vom ausgestiegenen Bruder und beendete seine Tätigkeit im Sommer 2012. Zuletzt spielte er für den Landesligisten TV Jahn Schneverdingen und hatte seine Karriere eigentlich schon beendet.

„Für uns ist es leichter, wenn wir etwas zusammen machen, wir können uns ganz gut ergänzen“, berichtet Jamal Bounoua. Das ist übrigens nicht nur auf dem Sportplatz so, sondern auch beruflich. Als Betreiber und Geschäftsführer von drei stationären Pflegeeinrichtungen sowie einer ambulanten Diakoniestation weiß Jamal Bounoua auch dort seinen Bruder als rechte Hand an seiner Seite. Und da sie in Bad Fallingbostel und Dorfmark wohnen, wäre der Anfahrtsweg zum abstiegsgefährdeten Tabellen-13. Visselhövede überschaubar. „Die Aufgabe ist interessant, wir würden die Herausforderung annehmen, zumal der Verein seriös und gut aufgestellt ist. Es geht nicht mehr um große Dinge, nur noch um grundsätzliche Sachen“, klingt in den Worten von Jamal Bounoua ein klare Tendenz durch. Womöglich könnte schon morgen die endgültige Einigung erzielt werden – zumindest Morad Bounoua hat sich bereits als Zaungast für das Heimspiel gegen den TSV Dörverden angekündigt.

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