2:3 gegen Osterholz-Scharmbeck / Seit elf Spielen ohne Sieg / „Wir haben Angst, Fehler zu machen“

„Vissel“ taumelt Richtung Kreisliga

Da ist es wieder geschehen: Claas Bargfrede (Nummer drei) kann nicht mehr folgen, der Osterholzer Fabio van Dinther umkurvt noch Jan-Niklas Wingerning, den machtlosen Ersatz des Ersatzkeepers, und schiebt zum 2:2 ein. - Foto: Freese

Visselhövede - Von Matthias Freese. Jan-Niklas Wingerning warf seinen rechten Torwarthandschuh auf den Rasen, Michael Lohmann pulte auf der Ersatzbank den Dreck zwischen den Stollen heraus – und in allen Gesichtern, die zum VfL Visselhövede gehörten, war der Frust nicht zu übersehen. „Es ist ein Albtraum. Jedes Mal das gleiche!“, stöhnte Trainer Morad Bounoua. Sein Fußball-Bezirksligist ließ wieder einmal wertvolle Punkte liegen, kassierte trotz 2:1-Pausenführung eine unnötige 2:3-Heimniederlage gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck und taumelt auf dem Relegationsplatz liegend der Kreisliga entgegen.

„Grausam. Es läuft nicht“, kommentierte Routinier Kai Jager die aktuelle Situation. Es war bereits das elfte sieglose Spiel in Folge für die Heidestädter, denen zudem immer wieder wichtige Leute ausfallen. Dieses Mal musste Ersatzkeeper Jens Wingerning, der Michel Brückner (Kreuzbandriss) seit einigen Wochen vertritt, mit einer Zerrung passen. „Ich hatte es vorher noch mal versucht, aber es geht nicht“, ärgerte sich der 46-Jährige und reichte seine Handschuhe an seinen 21-jährigen Sohn Jan-Niklas Wingerning, eigentlich Feldspieler, weiter. „An ihm lag es nicht“, stellte auch Jager fest. „Aber die ganzen Ausfälle können wir letztlich nicht kompensieren.“

Hinzu kommt eine Defensive, die sehr offensiv ausgerichtet ist und dafür oftmals ziemlich offen steht – 57 Gegentore kassierte sie inzwischen. „Wir haben Angst, einfach Angst, dass wir Fehler machen“, glaubt Jager. „Und vielleicht sollten wir es mal sein lassen, auf Abseits zu spielen.“ Vor der frühen Führung der Gäste ging das daneben, auch wenn es so aussah, als wäre dem Torschützen Fabio van Dinther der Ball noch an die Hand gesprungen (6.).

Doch Visselhövede kam zurück ins Spiel und drehte die Partie bis zur Pause sogar. Erst fiel Atdhe Haliti der Ball zum Ausgleich vor die Füße (30.), dann bediente er mit einem Querpass Mariusz Szymanski – 2:1 (36.). Nach der Pause erhöhten die Gastgeber sogar noch den Druck und waren drauf und dran, alles klar zu machen. Doch Osterholz hatte mit Malte Vollstedt einen Keeper im Kasten, der auch die besten Chancen durch Szymanski (49.) und Atdhe Haliti zunichte machte (52./59.). Auch der eingewechselte und agile Martin Sokolski, Leihgabe der Reserve, scheiterte zwei Mal (74./78.).

Da war der ehemalige Oberligist von Spielertrainer Manuel Weinrich schon abgeklärter. Immer wieder versuchte er es mit langen Bällen in die Spitze und brachte die Visselhöveder Abwehr damit mehrfach in Verlegenheit. So auch beim 2:2 durch van Dinther (77.) und ebenso beim 3:2 durch Weinrich selbst (81.). „Wir führen 2:1, machen fast alles richtig und haben Chancen ohne Ende – und die machen mit ihrer ersten wirklichen Möglichkeit das 2:2. Wenn wir die Tore vorne machen, kommen wir gar nicht erst in die Lage“, haderte Morad Bounoua. Aufgeben ist jedoch nicht angesagt. „Wir haben Hoffnung, bis es nicht mehr geht“, verkündete Kai Jager trotzig.

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