Oliver Ludwig blickt zurück

Die Skywalkers-Story - Erinnerungen an vier deutsche Meisterschaften

Oliver Ludwig (r.) streckt die Arme im Lauf in Richtung Frisbee. Neben ihm läuft ein Teamkollege.
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Die Scheibe fest im Blick: Oliver Ludwig (r.) von den Rotenburger Skywalkers während eines Spiels im Februar 1993. Archivfotos: Büthe

13 Jahre ist es her, dass die Skywalkers aus Rotenburg aufgelöst wurden. Neben vier deutschen Meistertiteln konnten die Sportler auch einige andere Erfolge feiern.

Rotenburg – Fünf Jahre ist es nun her, dass der Verein Skywalkers Rotenburg sich aufgelöst hat. „Der Frisbee-Sport ruht sogar bereits seit 2008“, erzählt der ehemalige Jugendnationalspieler Oliver Ludwig. Da hat sich die letzte Mannschaft offiziell vom Spielbetrieb abgemeldet. Nun soll ein Neuanfang gewagt werden, wenn am Sonntag erstmals wieder ein überregionales Training auf dem Ahe-Sportplatz stattfindet. Doch bis in der Wümmestadt erneut große Erfolge wie der Deutsche Indoor Meistertitel 1992 gefeiert werden können, wird ein langer Weg zu gehen sein.

Vor genau 40 Jahren nahm in Rotenburg alles seinen Anfang. Die Skywalkers wurden gegründet, nachdem das Fachgeschäft Sport Lehmann den Frisbee-Sport durch zwei Spieler aus den USA in die Kreisstadt gebracht hatte. Prompt wuchs ein Team zusammen, das sich in Deutschland einen Namen machte. Denn: Gleich drei Titel in den ersten fünf Jahren konnten die Skywalkers gewinnen. Und zwar die Deutschen Meisterschaften im Open Outdoor-Bereich 1982, 1983 sowie 1986. Damit liegen die Rotenburger noch immer auf Platz fünf der erfolgreichsten Mannschaften in Deutschland. Nur die Feldrenner aus Mainz (9 Titel), die Bad Skid aus Massenbach (9), das Team 42 Dreieich (5) und die Kangaroos aus Essen (4) stehen in der Bestenliste weiter vorne.

Erster bei der Beach-Olympiade

Nicht nur outdoor auf dem Rasen wussten die Skywalkers zu überzeugen, sondern auch in der Halle. So steht zum Beispiel der Deutsche Indoor Meistertitel von 1992 in der Vereinshistorie, der sie im selben Jahr zur Mannschaft des Jahres in Rotenburg machte.

Inzwischen war eine zweite Generation herangewachsen – unter ihnen auch Oliver Ludwig, der somit zur Meistermannschaft gehörte. „Am ersten Tag hatten wir nicht gut gespielt. Wir mussten am Sonntag zwei Spiele gewinnen, bei denen es aber sehr unwahrscheinlich war, dass wir sie gewinnen würden“, weiß der 50-Jährige noch genau. Dennoch glaubten die Skywalkers an sich und gingen aufgrund von „Leidenschaft und Kampfgeist als Sieger vom Platz. Und so standen wir im Finale.“ Dort ging es in der Aachener Sporthalle gegen Mir San Mir ran. Aber das Münchener Team war an diesem Tag nicht der einzige Kontrahent: „Auch die Zuschauer beziehungsweise die anderen Mannschaften in der Halle waren gegen uns. Es war für uns eher ein Auswärtsspiel, das wir gewonnen haben“, meint Ludwig und verrät von einer anschließenden Party: „Von Sonntag auf Montag haben wir die Meisterschaft ausgiebig im Keller von Frank Fruggel (Mitspieler von Ludwig, Anm. d. Redaktion) gefeiert.“

Einen weiteren Erfolg konnten die Skywalkers 2001 bejubeln. Bei der internationalen Beach-Olympiade in Warnemünde spielten sie sich nämlich bis auf Platz eins.

Ein eingeschworenes Team: Die Skywalkers bei der Hallen-DM in Essen 1994. Mit dabei: Oliver Ludwig (hinten, Vierter von links).

Bereits 1987 war Ludwig mit dem Frisbee-Sport in Berührung gekommen. „Bernd Krause (ehemaliger Skywalkers-Spieler, Anm. d. Redaktion) kam damals an die Realschule in Rotenburg, weil sein Bruder Jörg in meiner Klasse war“, erinnert er sich. Nach einer Sportstunde, in der Krause den Schülern den Sport näherbrachte, wurde er der erste Jugendtrainer von Ludwig.

Dass sich der Einsatz von Krause ausgezahlt hat, wird daran deutlich, dass in den Folgejahren immer wieder Spieler der Skywalkers in den verschiedenen Nationalmannschaften der Junioren sowie Senioren gespielt haben. Zudem wurde der Standort Rotenburg noch einmal attraktiver für die Durchführung größerer Turniere. So fanden zum Beispiel 1992 die European Ultimate Club Championships (EUCC) statt – organisiert von den Skywalkers. Zwischen 2005 und 2007 gab es dann noch dreimal in Folge das internationale Hallenturnier „On Fire”.

Aus der gemeinsamen Zeit der Organisation, des Trainings und der Spiele haben sich auch Freundschaften gebildet, die weiterhin bestehen. „Das Team trifft sich jährlich zu einem gemeinsamen Wanderwochenende“, erzählt Ludwig stolz und fügt an: „Das macht den Frisbeesport aus. Genauso wie Fairness, Teamgeist, Erfolg, Städte und Menschen kennenlernen.“

Frisbee-Training am Sonntag an der Ahe

Wenn am Sonntag das erste überregionale Training auf Platz eins des Ahe-Sportgeländes stattfindet, werden diese Werte sicherlich auch eine große Rolle spielen. Viel mehr geht es aber darum, nach der 13-jährigen Auszeit den Frisbee-Sport in Rotenburg wieder neu zu beleben. Und so können Interessierte spontan ab 9 Uhr morgens dazustoßen und ihre eigenen Fähigkeiten austesten.

Ihr Können zeigen dann auf jeden Fall die Jungs und Mädchen der U 17- sowie U 20-Nationalmannschaften, die gemeinsam mit ihren Trainern Lukas Maczewski (Rostock) und Jakob Willich (Wilhelmshaven) an Taktik und Laufspiel feilen.

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