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Visselhövedes Yunes Parvizi kocht künftig in Heidelberg

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Von: Matthias Freese

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Yunes Parvizi trägt die Wasserkiste am Spielfeldrand.
Viel mehr als nur der Wasserträger: Nach drei Jahren endete für Yunes Parvizi die Zeit in Visselhövede. © Denkmann

Nach drei Jahren verlässt Yunes Parvizi im Sommer den VfL Visselhövede. Den Flügelspieler zieht es an den Neckar.

Visselhövede – Die Abstiegsrunde in der Fußball-Bezirksliga ist für Yunes Parvizi gleichzeitig eine Art Abschiedstournee. Der 25-jährige Iraner, der 2015 aus seiner Heimat geflohen war, verlegt seinen Lebensmittelpunkt ab dem Sommer nach Heidelberg. In der Stadt am Neckar beginnt er eine Ausbildung zum Koch. Das verriet der Flügelspieler vor dem Heimspiel am Ostermontag (15 Uhr) gegen den TSV Thedinghausen.

Parvizi hatte im Winter einige Zeit mit dem Fußball aussetzen müssen, gehört seit März aber wieder fest zum Kader der Heidestädter und kam bisher auf 18 Saisoneinsätze. „Nach meiner Operation an der Halswirbelsäule habe ich nachgedacht, was ich machen will, wenn ich gesund werde“, erzählt der Teheraner. „Ich war so glücklich, dass ich es geschafft habe und alles im OP-Raum gut gegangen ist und habe mithilfe meiner Freundin einen guten Ausbildungsplatz im Marriott-Hotel bekommen. Ich war da und mir hat alles gefallen. Ich sehe eine gute Zukunft vor mir in Heidelberg.“ Parvizi erzählt, dass er irgendwann ein persisches Restaurant eröffnen wolle und ergänzt schmunzelnd: „Aber aber erst nach Ausbildung hoffentlich.“

Visselhövede war meine Familie, mein Haus, das waren meine Geschwister.

Yunes Parvizi

Für den VfL Visselhövede spielt er inzwischen im dritten Jahr. 2019 war er aus der Kreisliga vom SV Rot-Weiß Scheeßel, seiner ersten Station in Deutschland, gekommen. Dort hatte er sich schnell als Leistungsträger etabliert und bekam nach seinem Wechsel auch seine Spielanteile beim VfL Visselhövede, mit dem er gleich im ersten Jahr (die Saison wurde aufgrund von Corona abgebrochen) anhand der Quotientenregelung in die Bezirksliga aufstieg. „Ich denke, Yunes ist jemand, der sich wohlfühlen muss. Und bei uns hat das von beiden Seiten gepasst“, bedauert Coach Thomas Heidler deshalb auch den Verlust. „Visselhövede war meine Familie, mein Haus, das waren meine Geschwister. Das war eine gute Zeit. Ich habe viel gelernt und werde immer Visselhövede vermissen, wenn ich in Heidelberg bin“, betont Parvizi.

Ostermontag kann er den heimischen Zuschauern noch einmal zeigen, was ihn ihm steckt. Nach sieben Punkten in drei Spielen befinden sich die Grün-Weißen als Dritter der Abstiegsrunde auf dem Weg zum Klassenerhalt. „Ich werde die Jungs aber in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass noch nicht der Zeitpunkt zum Ausruhen ist. Wir dürfen nicht nachlässig werden“, sagt Heidler, der definitiv auf den gesperrten Patrick Peter sowie die an der Leiste verletzten Thies Lünzmann und Ousmane Diallo verzichten muss.

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