100 JAHRE ROTENBURGER FUSSBALL Warum der RSV noch nicht feiern kann

Verwirrung um ein Jubiläum

Auf den Trikots prangt das Emblem mit dem Spruch „100 Jahre Rotenburger Sportverein e.V.“ Doch in Wirklichkeit ist der RSV erst 42 Jahre alt. Deshalb wurde der Slogan auch geändert – nur nicht auf den Shirts der Spieler. Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Wer etwas zu feiern hat, tut es im Regelfall unter seinem eigenen Namen. Doch in diesem Fall ist das Jubiläum ein großes Missverständnis. Ursprünglich hatte der Rotenburger SV sich für seine Geschichte feiern wollen – sogar eigens ein Logo entworfen. Goldfarben glänzt das Emblem auf den weinroten Trikots der Landesliga-Fußballer. „100 Jahre Rotenburger Sportverein e.V.“ steht dort. Doch längst ist der Verein mit seinem Namen aus dem Feier-Motto verschwunden. Nach einigen Diskussionen heißt es nun „100 Jahre Rotenburger Fußball“. Warum?

„Weil der RSV nicht der Nachfolgeverein der Spielvereinigung von 1919 ist“, erklärt Peter Grewe, der Präsident des RSV. „Die Spielvereinigung und der FC Rotenburg haben sich damals aufgelöst. Erst danach wurde der RSV 1977 gegründet.“ Kleinkariert? Vielleicht, aber eben auch „korrekt“, wie Grewe einräumt. Ärgerlich nur, dass dieses entscheidende Detail zunächst nicht aufgefallen war, als die Planungen für das Jubiläum 2016 begannen und selbst der Niedersächsische Fußball-Verband Anfang 2017 nach Prüfung sein Okay gegeben hatte.

Rolf Ludwig, Vorsitzender des TuS Rotenburg und eines der Gründungsmitglieder des RSV, machte auf den Fehler aufmerksam. „Es gab eine Unterbrechung zwischen den Vereinen“, verdeutlicht er, dass der RSV nicht der offizielle Nachfolgeverein der Spielvereinigung ist, zumal es zwischenzeitlich noch die SG Rotenburg gegeben hatte. Eben deshalb einigte man sich auf das neue Motto – denn 1919 wurde nachweislich mit dem Fußball in Rotenburg begonnen, anfangs noch im Männerturnverein.

Ludwig kann auch auf das Gründungsprotokoll des RSV verweisen. Bei der Versammlung am 11. Februar 1977 im Hotel „Deutsches Haus“ standen seinerzeit gleich sechs verschiedene Vereinsnamen zur Abstimmung. Zunächst war es jedoch darum gegangen, ob es den Zusatz 1919 im Namen geben sollte. „Sportkamerad Ludwig weist darauf hin, dass dem Satzungsentwurf zufolge der neue Verein die Tradition der Spielvereinigung von 1919 und des FC von 1960 fortsetzt“, steht im Protokoll von damals. Doch eine knappe Mehrheit spricht sich gegen den Zusatz „von 1919“ aus. Womit auch eine symbolische Trennung von der Vergangenheit dokumentiert ist. Als Vereinsname setzt sich übrigens Rotenburger Sportverein e.V. gegenüber dem Vorschlag FC Eintracht Rotenburg e.V. durch. „Der RSV feiert deshalb erst in acht Jahren Jubiläum und wird 50“, stellt Peter Grewe fest und ergänzt: „Hätte ich das vorher gewusst, hätte es diese Feier jetzt nicht gegeben.“ So aber findet sie statt. Das vereinsinterne Fest mit vielen Ehrengästen steigt heute Abend im Festzelt auf dem Parkplatz des Ahe-Sportgeländes und wird wohl als Jubiläum der Missverständnisse in die Vereinsgeschichte eingehen.

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