Verteidiger kassiert umstrittene Rote Karte beim 3:1-Auftaktsieg der RSV-Reserve / Edel ist zurück im Kader

Potratz mit dem Kopf – Kiel lässt ihn hängen

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Es wurde sich nichts geschenkt: Torschütze Tobias Delventhal (Mitte) war dabei einer der wenigen Rotenburger, die keine Karte kassierten.

Kreis-Rotenburg - Von Matthias Freese. RotenburgKreis-Rotenburg - Von Matthias Freese. Christopher Kiel verstand die Fußball-Welt nicht mehr und beteuerte immer wieder seine Unschuld. „Ich treffe ihn nicht! Er legt sich den Ball zu weit vor und fällt einfach“, schilderte der Linksverteidiger des Rotenburger SV II die strittigste Szene der Partie, in der er nach einem angeblichen Foul an Finn-Niklas Klaus in der 77. Minute die Rote Karte kassiert hatte. Sein Team ging dennoch als Sieger vom Platz – im Auftaktspiel der Bezirksliga gab es einen 3:1 (1:0)-Heimerfolg gegen den ambitionierten FC Hambergen.

Hinterher muste sich Kiel auch noch die Flachsereien der Kollegen anhören. „Du Rüpel“, rief ihm Kai Slominski entgegen. Kiel konnte darüber nicht lachen, er fühlte sich von Schiedsrichter Matthias Brand (TSV Dorfmark) völlig falsch behandelt – zumal es neben dem Platzverweis auch noch Strafstoß gegeben hatte. Mit diesem verkürzte Lars Meyer auf 1:3. „Wenn er Elfmeter gibt, hätte auch Gelb gereicht“, meinte RSV-Coach Dariusz Sztorc, der zumindest beobachtet hatte, wie Kiel den „Körper reingelegt“ hatte.

Spielentscheidend war die ganze Aktion nicht mehr. Und auch Referee Brand, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte und oft mit zweierlei Maß pfiff (acht Gelbe Karten für die RSV-Reserve, aber nur zwei für die Kreis-Osterholzer sind hierfür ein Indiz), änderte daran nichts. In einer chancenreichen Begegnung durfte sich die RSV-Dreierkette um den starken Dominik Reuter bei brenzligen Situation auch auf Keeper Sebastian Lauridsen verlassen, während die Gastgeber vorne ihre Möglichkeiten besser nutzten. Gleich zwei Mal bewies Antreiber Tim Potratz Köpfchen – das erste Mal schon in der dritten Minute, das zweite Mal in der 55., sodass es 2:0 hieß. Tobias Delventhal erhöhte aus stark abseitsverdächtiger Position auf 3:0 (68.).

„Die Jungs haben es gut gemacht, zumal auch der Gegner ordentlich Fußball gespielt hat“, wollte Dariusz Sztorc angesichts der aktuellen Personalnot nicht zu kritisch sein. Immerhin steht ihm mit Andrej Edel ein Stürmer neuerdings wieder zur Verfügung, den er eigentlich schon abgeschrieben hatte. Aus beruflichen Gründen bleibt Edel nun doch in Rotenburg – aufgrund der vielen Ausfälle wurde er trotz Trainingsrückstandes sogar eingewechselt. „Er kriegt aber keinen Freifahrtsschein“, betonte Sztorc.

Für Marvin Meyer war die Partie übrigens eine ganz besondere – nicht nur weil es seine Punktspielpremiere für die RSV-Reserve war: Der vom TV Sottrum gekommene Offensivspieler erhielt nach der Auswechslung von Kapitän Delventhal sogar die Binde und meinte deshalb nach dem Abpfiff schmunzelnd: „Lass’ uns auslaufen, ich will sie noch ein bisschen länger tragen.“ Sztorc nahm ihn beim Wort und schickte seine Jungs trotz fünfminütiger Nachspielzeit noch satte zehn Minuten zum Rundendrehen.

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