Vernunft siegt gegen Fernweh

Handballer Max Nosowadtko muss Afrika-Abenteuer absagen

Max Nowosadtko hat einen sechswöchigen Sprachkurs in Cambridge absolviert. Foto: Nowosadtko
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Max Nowosadtko hat einen sechswöchigen Sprachkurs in Cambridge absolviert.

Scheeßel - Es sollte das womöglich größte Abenteuer seines Lebens werden, doch die Corona-Pandemie hat Max Nowosadtko einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich hatte der Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg den Plan, einen Englisch-Sprachkurs in Cambridge zu machen und anschließend für einige Zeit im südafrikanischen Namibia auf einer Jagdfarm zu leben und arbeiten – „um mal ein bisschen mehr von der Welt zu sehen“, wie er angekündigt hatte. „Aber das klappt jetzt alles nicht mehr so, wie ich mir das vorgestellt habe“, muss der 21-Jährige gestehen.

Immerhin sein Plan mit dem Sprachkurs ist aufgegangen. Zumindest so gut wie. Eine Woche vor dem eigentlichen Ende des Unterrichts ist Nowosadtko wieder in die Heimat gereist. „Die Schulen, also auch die Sprachschulen, in England sind dicht. In der letzten Woche gab es daher nur noch Online-Unterricht. Den konnte ich ja auch von zu Hause aus machen“, erzählt der Scheeßeler. Er habe sich für einen baldigen Rückflug entschieden, da er die Sorge hatte, bald nicht mehr nach Deutschland zu kommen. Während er problemlos letztlich vor gut einer Woche wieder in die Heimat reiste, hatten es einige Mitschüler – zum Beispiel aus Ecuador – nicht so leicht. „Die kommen nicht weg aus England, weil die Grenzen geschlossen sind“, berichtet der Handballer und fügt an: „Wer weiß, ob ich in dieser Woche noch problemlos nach Hause gekommen wäre?“

Im Endeffekt sei es für den 21-Jährigen die richtige Entscheidung gewesen. „Die Situation in England ist kompliziert“, sagt er mit Blick auf die vielen Todesfälle und die Probleme in der medizinischen Versorgung. Er sei daher froh, wieder zu Hause zu sein.

In nur wenigen Wochen wäre auch sein Afrika-Abenteuer gestartet. Aber: „Ich musste die Reise nach Namibia leider absagen“, bedauert er. Das Risiko sei schlicht und einfach zu groß gewesen. „Ich weiß nicht, ob ich hingekommen wäre oder überhaupt wieder zurück.“ Zudem sei die aktuelle Situation in dem südafrikanischen Land nur schwer einzuschätzen – vor allem mit Blick auf die medizinische Versorgung. Auch wenn sich der Scheeßeler, der unter anderem für die Reise seinen Job gekündigt hatte, sehr auf die Erfahrung in Namibia gefreut hatte, hat die Vernunft letztlich gesiegt.

In der Zeit bis zum Start des Wintersemesters möchte sich der angehende Student der Wirtschaftswissenschaften auf verschiedene Praktika konzentrieren. Wie die Handball-Saison weitergeht, ist ohnehin noch unklar.

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