Die verlorenen Söhne

Junge Spieler aus der Region entscheiden sich gegen TuS Rotenburg – Warum?

Paul Schröder, Niko Korda und Klaus Fuhrmann (von links) sind jung und haben großes Potenzial. Der TuS Rotenburg spielt aktuell allerdings keine Rolle. Die Talente aus der Wümmestadt spielen lieber für den HC Bremen beziehungsweise für den SV Beckdorf in der Handball-Oberliga. Fotos: Freese
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Paul Schröder, Niko Korda und Klaus Fuhrmann sind jung und haben großes Potenzial. Der TuS Rotenburg spielt aktuell allerdings keine Rolle. Die Talente aus der Wümmestadt spielen lieber für den HC Bremen beziehungsweise für den SV Beckdorf in der Handball-Oberliga.

Rotenburg/Scheeßel - Von Mareike Ludwig und Lea Oetjen. Sie sind jung, talentiert und ehrgeizig. Paul Schröder, Niko Korda und Klaus Fuhrmann halten als Youngsters in der Handball-Oberliga nicht nur sehr gut mit, sie stellen ihre Gegner durch ihre Schnelligkeit und Wurfgewalt immer wieder vor große Probleme. Der TuS Rotenburg kann da aus Erfahrung sprechen. Warum eigentlich? Schließlich kommen Schröder, Korda und Fuhrmann aus Rotenburg beziehungsweise aus Scheeßel. Da wäre es doch naheliegend, dass sie das Trikot des blau-weißen Wümme-Clubs tragen und für ihren Heimatverein in der Oberliga auflaufen. Oder? Nein. Für das Trio kommt das nicht infrage. Zumindest nicht in der kommenden Saison, wie sie verraten. Ein Überblick.

Paul Schröder (HC Bremen)

Von außen betrachtet macht es laut Paul Schröder „natürlich mehr Sinn“, für den TuS Rotenburg zu spielen. „Dann hätte ich quasi keinen Fahrtweg, wäre aber trotzdem in der gleichen Liga aktiv“, weiß der 20-Jährige. Doch den Mehraufwand nimmt der angehende Zimmermann in Kauf, um mit seinen Freunden zusammen zu spielen.

„Seit der C-Jugend bin ich schon beim HC Bremen, ich fühle mich dort sehr wohl. Das Team ist wie eine zweite Familie“, sagt der gebürtige Rotenburger, der gerade seinen Vertrag bei den Bremern um eine weitere Saison verlängert hat. Der torgefährliche Linksaußen – derzeit mit 79 Saisontreffern zweitbester Werfer des Clubs – schließt es aber nicht grundsätzlich aus, irgendwann mal für den TuS Rotenburg aufzulaufen.

„Ich führe offene Gespräche mit Thorsten Misere (Co-Trainer der Mannschaft, Anm. d. Red.). Wir kennen uns schon lange. Ich weiß, dass ich immer nach Rotenburg kommen kann. Noch passt es aber nicht, da ich es gerne zeitnah auf jeden Fall höherklassig versuchen möchte“, zeigt sich Schröder ehrgeizig. Er selbst traue es sich zu, in der dritten Liga mithalten zu können. „Erstmal mache ich meine Ausbildung im nächsten Jahr zu Ende. Danach will ich es gerne versuchen. Technisch bin ich auf einem guten Niveau“, so der Goalgetter.

Niko Korda (SV Beckdorf)

„Für mich war es relativ schnell klar, dass ich gerne in Beckdorf bleiben will“, sagt Niko Korda. Er fühle sich total wohl im Verein und kann sich mit den mittelfristigen Zielen des Teams gut identifizieren. Der 18-Jährige spielt aktuell seine zweite Saison für die Rot-Schwarzen – gleichzeitig läuft er für die U 19 des HSV Hamburg in der Jugendbundesliga auf. „Das ist eine kleine Kooperation zwischen den Vereinen. Daher hoffe ich, dass ich dadurch weiterhin mit einigen von dort zusammen spielen kann“, so der Mittelmann.

Er stellt klar: „Ich sehe einfach keinen Grund zu wechseln.“ Es sei keine Entscheidung gegen den TuS Rotenburg, sondern für den SV Beckdorf. „Ich habe hier meine Spielanteile, bin in die Mannschaft integriert“, argumentiert er. Zudem sei das Haftmittel, das in den Hallen des Wümme-Clubs verboten ist, natürlich ein großer Faktor. „Ich spiele seit drei Jahren mit Backe. Dadurch, dass ich gerne irgendwann noch höher spielen will, bringt es mir einfach nichts, einige Zeit ohne zu spielen. Das kannst du nämlich absolut nicht vergleichen.“

Klaus Fuhrmann (SV Beckdorf)

Den Vertrag für die kommende und damit eine weitere Saison beim SV Beckdorf hat Klaus Fuhrmann bereits unterzeichnet. „Hier habe ich inzwischen Wurzeln geschlagen“, begründet der Linksaußen seine Entscheidung. Er fühle sich sehr wohl im Verein und genieße das Vertrauen von Coach Klaus Meinke. Ein weiteres Jahr beim SV Beckdorf bedeutet für den 22-Jährigen aber auch ein weiteres Jahr kein TuS Rotenburg. Wieso? „Handball zu spielen ohne Backe, macht keinen Spaß. Außerdem kann ich den finanziellen Aspekt natürlich auch nicht leugnen“, argumentiert der Scheeßeler, der in der Jugend mit dem HC Bremen in der Nachwuchsbundesliga gespielt hat.

Also keine Chance für die Blau-Weißen? „Dass Rotenburg keine Option für mich ist, würde ich so nicht sagen“, erklärt der britische Nationalspieler. Nur aktuell würde es schlicht noch nicht passen. Eines Tages würde der Linksaußen aber gerne mal mit seinem guten Freund Max Nowosadtko in einer Mannschaft spielen – in welchem Verein auch immer.

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