LSB verlangt 25.000 Euro zurück und weist auf viele Mängel hin

Jetzt also doch: RSV soll zahlen

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Vertrackte Sache: Blick ins Umkleidegebäude des RSV, das demnächst der Stadt gehören soll.

Von Julian Diekmann und Matthias Freese. Heute tagt der Sportausschuss der Stadt Rotenburg – die Übertragung des Umkleidegebäudes steht dieses Mal nicht auf der Tagesordnung. Und doch sorgt der hiervon betroffene Rotenburger SV sportpolitisch für Gesprächsstoff. Nach Informationen unserer Zeitung fordert der Landessportbund (LSB) den seinerzeit geleisteten Zuschuss für den Bau in Höhe von 25.000 Euro zurück – zuzüglich Zinsen!

Doppelt bitter für den RSV: Muss er diese Finanzhilfe aus dem Jahr 2006 zurückzahlen, fließt auch der vom Stadtrat im November beschlossene Zuschuss an den Verein in Höhe von 72000 Euro für damals geleistete Eigenleistungen nicht. So steht es im Ratsbeschluss, das bestätigte auch Bürgermeister Andreas Weber (SPD) bereits auf Nachfrage.

Bisher hatte der RSV übrigens abgestritten, dass es die Rückforderung geben würde. Doch die stehen ausdrücklich im Prüfungsbericht, der unserer Zeitung vorliegt. Geschäftsführer Joschka Kleber relativierte gestern denn auch: „Ja, der LSB hat sich uns gegenüber positioniert. Wir haben bisher aber noch nichts Endgültiges in der Hand. Es gibt aktuell keine Zahlungsforderung an uns.“ Was sich schnell ändern kann. „Dann müssen wir gucken, wie wir darauf reagieren, dann geben wir auch eine Stellungnahme ab“, so Kleber.

Im Bericht des LSB heißt es: „Nach (...) der anzuwendenden Richtlinie ist im Falle einer vor Ablauf der Bindungsfrist von zehn Jahren stattfindenden Veräußerung die Zuwendung zuzüglich Zinsen anteilig vom Verein zurückzufordern.“ Außerdem stellt die Revision fest: „Gemäß (...) des Vertrages der Stadt Rotenburg mit dem Rotenburger Sportverein vom 25. Oktober 2002 gewährt die Stadt Rotenburg dem Verein eine zweckgebundene finanzielle Zuwendung in Höhe von 90 Prozent der Baukosten, die nicht durch Zuschüsse vom Bund, Land oder anderen Kommunen oder von Sportverbänden gedeckt sind. Die Finanzierung war somit auch ohne den Zuschuss des Sportbundes gesichert. Eine Zuwendung aus Finanzmitteln hätte nach dem Fördergrundsatz der Subsidiarität nicht erfolgen dürfen.“

Zudem betont der Landessportbund, dass kein geforderter Eigenanteil von 20 Prozent erbracht worden sei. „Die Bezuschussung dieser Maßnahme (...) hätte nicht erfolgen dürfen.“ Kritisiert wird auch, dass der Verwendungsnachweis keinen Eingangsvermerk des Kreissportbundes Rotenburg enthält und der Prüfvermerk fehlt.

„Ferner fällt auf, dass der vorgelegte Verwendungsnachweis rechnerisch nicht korrekt ist. Die Gesamtkosten im Verwendungsnachweis werden mit 900068,91 Euro angegeben. Die Summe aus Ausgaben und Eigenleistung betragen jedoch 951669,46 Euro.“ Und: „Die hohen Eigenleistungen erscheinen vor dem Hintergrund, dass viele Arbeiten in Fremdleistung – also von Firmen – erbracht worden, nicht plausibel. Es gibt in der Akte keinen Hinweis darauf, ob der KSB die Eigenleistungen inhaltlich hinterfragt hat.“

Im Sportausschuss soll das alles heute aber kein Thema sein – zumindest laut Tagesordnung …

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