Verfahren gegen TuS Heeslingen läuft nach wie vor / Strafbefehl in Lüneburg / Osterholz vor dem Abschluss

„Man muss schon ein wenig bekloppt sein“

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Bernhard Eckhoff, Vorsitzender des TuS Heeslingen, fühlt sich im Stich gelassen.

Rotenburg - Von Matthias Freese und Mareike Ludwig. In knapp zwei Wochen jährt sich das Datum zum dritten Mal – für den TuS Heeslingen aber kein Grund zum Feiern: Am 28. November 2011 begann mit Hausdurchsuchungen der Steuerfahndung der Abstieg des einstigen Fußball-Oberliga-Clubs.

Und noch immer ist der Fall nicht abgeschlossen – auch das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stade gegen Verantwortliche des Vereins noch nicht. Es geht um nicht abgeführte Sozialabgaben sowie hohe sechsstellige Nachzahlungsforderungen des Finanzamtes und der Sozialbehörden.

Der TuS Heeslingen existiert zwar weiterhin, ist aber längst aus dem Rampenlicht verschwunden. Er hatte nicht nur die Vielzahl seiner Mitglieder, sondern auch das Spielrecht dem neu gegründeten Heeslinger SC übertragen. Selbst das Vereinswappen ist nahezu identisch. Doch war dieser Schritt überhaupt nötig? „Zum damaligen Zeitpunkt schon, um somit den höherklassigen Fußball in Heeslingen weiterhin erhalten zu können“, erklärt Bernhard Eckhoff, Vorsitzender des TuS Heeslingen.

Von den Verantwortlichen und Beschuldigten war ein verwaltungsgerichtliches Verfahren angestrengt worden, mit dem Ziel zu klären, ob die Spieler sozialversicherungspflichtige Beschäftigte waren. „Wir warten ab, was dabei herauskommt und hängen uns dann strafrechtlich daran“, sagt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Stade, Kai Thomas Breas. Einen Teilerfolg hatten die Heeslinger vor gut einem Jahr beim Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle mit der Aufhebung des Zwangsvollstreckungsbeschlusses des Sozialgerichts Stade erreicht. Es gab rechtliche Zweifel an den von der Rentenversicherung errechneten Beitragsnachforderungen und den sich daraus ergebenden Säumniszuschlägen, insgesamt 690000 Euro. Seitdem liegt das Verfahren auf Eis. „Im Moment bestehen nach wie vor keine Forderungen. Natürlich ist es eine Genugtuung für mich, dass ich bislang Recht bekommen habe. Ich kämpfe weiterhin um die totale Rehabilitierung des Vereins“, so Eckhoff. Und der Vorsitzende fügt enttäuscht hinzu: „Ich wurde von vielen Leuten im Stich gelassen. Das Ehrenamt wurde von allen Seiten mit Füßen getreten. Was mir als Person angetan wurde, wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind. Man muss schon ein wenig bekloppt sein, um diese Sache durchzustehen. Abschalten kann ich bis heute nicht richtig.“

Während es im Fall des TuS Heeslingen also noch kein Endergebnis gibt, ging es beim jetzigen Landesligisten VSK Osterholz- Scharmbeck etwas schneller: Auch da war die Steuerfahndung im Januar 2012 aufgeschlagen. Staatsanwalt Breas: „Das Verfahren steht unmittelbar vor dem Abschluss und wird gegen einzelne handelnde Personen gegen eine Geldbuße eingestellt. Der Verein selbst bekommt eine Verbandsbuße.“

Nicht ganz so glimpflich kamen einige Verantwortliche des Lüneburger SK Hansa davon – dort war die Steuerfahndung im April aktiv geworden. Wie Kai Thomas Breas mitteilte, ist im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens kürzlich ein Strafbefehl gegen den damals verantwortlichen Präsidenten „rechtskräftig geworden“ – ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewähung. Gegen andere Beschuldigte wurde das Verfahren abgestuft eingestellt – zum Teil gegen die Zahlung einer Geldstrafe.

Bleibt im Reigen der betroffenen Ober- und Ex-Oberligisten noch die SV Drochtersen/Assel, bei der Vereinsboss Rigo Gooßen 2013 Selbstanzeige gestellt hatte – diese Zeitung berichtete vor einem Jahr exklusiv darüber. „Da gibt es nichts Neues. Die Ermittlungen laufen noch“, erklärte Breas.

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