Bei elf Vereinen gearbeitet / „Kein Typ für ein Jahr“ / Keeper-Karriere endete früh

Nach 50 Jahren als Trainer geht Dollberg in „Rente“

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Manfred Dollberg ist in der Fußballszene der Region bekannt wie ein bunter Hund – nun hört er als Trainer auf.

Hetzwege - Von Matthias Freese. Er kennt fast jeden Fußballplatz in der Region, er trainierte im Laufe der Jahre mehrere Hundert Kicker und feierte etliche Erfolge – doch ab sofort fährt Manfred Dollberg als Coach rechts ran. „Nach 50 Jahren Trainertätigkeit habe ich mich dazu entschlossen, dass es das Ende meiner Karriere sein soll“, verrät der 67-jährige Rotenburger und nennt private und gesundheitliche Gründe.

Die letzten beiden Spielzeiten stand Dollberg bei Germania Hetzwege aus der 1. Kreisklasse an der Seitenlinie. Dort wurde mit Peter Frömming (zuletzt FSV Hesedorf/Nartum II) der Nachfolger bereits gefunden. „Und Manfred wird ihm beim Start unter die Arme greifen“, verrät Hetzweges Vorsitzender Kurt Wahlers.

Doch ansonsten wird Dollberg nur noch als Zuschauer zu sehen sein. In Hetzwege natürlich, aber auch beim Rotenburger SV, wo er seit Jahren seinen Stammplatz auf der nicht überdachten Tribünenseite hat. In der Wümmestadt begann auch seine Fußball-Laufbahn. Beim FC Rotenburg startete der Torwart in der C-Jugend. „Ich war nicht unbedingt einer der Schlechtesten“, blickt Dollberg zurück. Frühzeitige Knieprobleme und eine Meniskus-OP stoppten ihn jedoch. „Und dann hieß es irgendwann: ‚Du bist doch Bäcker, du hast doch nachmittags Zeit.‘ So bin ich zum Trainerjob gekommen“, erinnert er sich. Mitte der Sechziger stieg Dollberg also als Jugendcoach ein, nach der Fusion trainierte er auch den Rotenburger SV in der Bezirksoberliga. „Nach anderthalb Jahren hat man mich in der Winterpause vor die Tür gesetzt. Du feierst im Fußball Meisterschaften, musst aber auch so etwas in Kauf nehmen“, weiß der Trainerfuchs, dem im Frühjahr die goldene NFV-Verdienstnadel verliehen wurde, weil er auch seit 40 Jahren die Pfeife in die Hand nimmt.

In seinen 50 Jahren als Coach trainierte er übrigens „nur“ bei elf Vereinen – in Hetzwege und beim TuS Brockel war er sogar zwei Mal tätig. „Ich war nie ein Typ für ein Jahr“, sagt Dollberg selbst. Und so hielt er es in Hetzwege, Brockel, beim TuS Westerholz und TV Sottrum auch insgesamt fünf Jahre und länger aus. Nur beim SV RW Scheeßel lief es nicht so rund. Dollberg hatte trotz des Kreispokalsieges 1989/1990 den TSV Völkersen im Nachbarkreis Verden verlassen, um bei den Rot-Weißen – „zu der Zeit eine Hausnummer“ – anzuheuern. Doch nach einem Jahr wurde sein Vertrag nicht verlängert. „Zu meiner Zeit kam Matthias Scherz in die Erste und hat sich bestens entwickelt. Daran hatte ich zwar den wenigsten Anteil, aber ich habe ihn mal trainiert“, meint Dollberg und schmunzelt.

Obgleich er nie eine Fortbildung der Trainergemeinschaft verpasst und es selbst bis zur alten B-Lizenz gebracht hat, findet das Urgestein: „Die Lizenz sagt doch nichts über einen Trainer aus.“ Genauso wenig hält er davon, die neue Spielergeneration mit der alten zu vergleichen: „Mit früher musst du denen nicht kommen, du musst heute schon gewisse Abstriche machen“, ist er Realist.

Und da der Mann mit dem Schnauzbart nicht „mit der Schiebkarre vom Platz“ gefahren werden will, ist jetzt Schluss. „Ich habe es meiner Frau versprochen“, sagt der (Fußball-)Rentner Eine kleine Hintertür hält er sich aber trotzdem offen: „Man soll ja nie nie sagen.“

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