Schradick rät: „Noch keine Entscheidung treffen“

Kreis Rotenburg im Trend: Vereine votieren für Saisonabbruch

War es das für die Saison 2019/2020? In den meisten Kreisen votierte eine Mehrheit gegen den Vorschlag des Verbandes und plädierte für einen Saisonabbruch – auch im Kreis Rotenburg. Foto: Freese
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War es das für die Saison 2019/2020? In den meisten Kreisen votierte eine Mehrheit gegen den Vorschlag des Verbandes und plädierte für einen Saisonabbruch – auch im Kreis Rotenburg.

Rotenburg - Die Zahlen sind eindeutig: Mit einer klaren Mehrheit haben sich die Vereine im Kreis Rotenburg für einen Abbruch der Saison wegen der Corona-Pandemie ausgesprochen und die vom Niedersächsischen Fußballverband (NFV) vorgeschlagene Fortsetzung der Spielzeit ab September abgelehnt. Von den 78 im Spielbetrieb befindlichen Klubs stimmten 59 ab – 37 waren für den Abbruch, 20 für die Fortsetzung. Es gab zwei Enthaltungen. Die Rotenburger liegen voll im Trend: Eine große Mehrheit der 33 Kreise in Niedersachsen ist gegen die Wiederaufnahme der Saison.

„Ich kann nicht enttäuscht sein. Ich bin eher der Typ, der überlegt, wo wir in der Kommunikation falsch abgebogen sind. Und wenn ich Vereinsvorsitzender wäre, hätte ich es wohl auch aus einer anderen Perspektive gesehen – das ist mir deutlich geworden“, gestand Uwe Schradick. Der Vorsitzende des Kreises Rotenburg ist eigentlich ein Fürsprecher der Saisonfortführung, respektiert jedoch das Votum seiner Vereine und vertrete es dementsprechend gegenüber dem Verbandsvorstand. Die Vereine hatten zu viele offene Fragen hinsichtlich der Wechselfristen und der Saison 2020/2021 moniert, der Verband fürchtet wiederum juristische Streitigkeiten bei einem Abbruch. Bekannt ist bisher nur, dass im Kreis Ostfriesland Bezirksliga-Tabellenführer TuRA Westrhauderfehn rechtliche Schritte prüfen will, falls er nicht aufsteigt.

Am Mittwoch hatten die letzten Online-Meetings in den 33 Kreisen – auch in Rotenburg – stattgefunden, anschließend sollten alle Erhebungen per E-Mail nach Barsinghausen zum NFV gehen. Wie die Kreise abgestimmt haben, wollte der Verband auf Nachfrage nicht sagen. „Die Ergebnisse werden zunächst am Freitagnachmittag anlässlich einer Video-Telefonkonferenz dem Verbandsvorstand präsentiert. In dieser Sitzung wird über das weitere Vorgehen beraten. Natürlich auch darüber, wann und wie wir die Ergebnisse bekanntgeben“, teilte NFV-Pressesprecher Manfred Finger mit. Wie unsere Zeitung aber recherchierte, hatten sich mindestens 24 Kreise gegen den NFV-Vorschlag entschieden, lediglich Gifhorn und Osnabrück Land outeten sich als Fürsprecher. Besonders beeindruckend war die Ablehnung im Kreis Jade-Weser-Hunte – 0:83.

„Wir werden uns im Verbandsvorstand intensiv mit den Ergebnissen auseinandersetzen und dann das weitere Vorgehen beraten“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath. Aktuell sei davon auszugehen, dass es in dieser Online-Konferenz zu keiner Entscheidung komme, vermeldete der NFV. Das wäre im Sinne Schradicks: „Ich glaube, wir haben noch keine Zeitnot. Wir haben jetzt ein Stimmungsbild, sollten das Thema sacken lassen und noch keine verbindliche Entscheidung treffen.“ Käme es zu dem von vielen Vereinen gewünschten Abbruch – egal mit welcher Auf- und Abstiegsregelung –, wäre hierfür laut Schradick ein außerordentlicher Verbandstag nötig.

Kommentar zum Thema

Verband muss im Sinne der Basis entscheiden

Von Matthias Freese

Niederlagen gehören im Sport dazu – eine empfindliche hat der Niedersächsische Fußballverband um Präsident Günter Distelrath erlitten. Die Basis will einen Abbruch, keine Fortsetzung. Basta! Die Entscheider sollten nach ihrem Kommunikationsversagen, indem die Vereine zu spät und mangelhaft über die Pläne informiert wurden, die Schlappe einräumen. Sie sollten die Konsequenzen ziehen – heißt: den Willen der Mitglieder umsetzen. Nur so kann der Verband aus dem selbst verschuldeten Dilemma mit Anstand herauskommen. Ruhe und Besonnenheit sind nun gefragt – keine Eile. Auch ein Saisonabbruch birgt schließlich einiges an Konfliktpotenzial.

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