0:1 im langweiligen Derby / Ebersbach nutzt Spiel für Verabschiedungen

Verden bricht den RSV-Heimnimbus

Halt, hiergeblieben! Verdens Katip Tavan hält Lucas Chwolka nicht ganz regelkonform auf. Fotos: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Selten hatte ein Derby so wenig Feuer, selten so viel Langeweile zu bieten. „Das war ohne jegliche Intensität, eher wie ein Bezirksliga-Spiel, ohne Tempo“, urteilte selbst Tim Ebersbach, Trainer des Fußball-Landesligisten Rotenburger SV, und dachte an die 180 Zuschauer. Nicolas Brunken war das ziemlich egal. Zusammen mit Henning Breves hatte der Sportliche Leiter in Abwesenheit von Frank Neubarth (Urlaub) das Coaching beim FC Verden 04 übernommen und einen 1:0 (0:0)-Sieg aus dem Ahe-Stadion mitgenommen. „Wir wollten nicht den ersten Fehler machen und uns auf die Standards konzentrieren – das ist uns gelungen“, resümierte er angesichts des Siegtreffers, der aus einem Freistoß von Philipp Breves resultierte und von Rotenburgs Yannik Funck noch abgefälscht wurde (62.).

Damit hat der FC Verden 04 dem Tabellenfünften nicht nur die erste Heimniederlage seit sechs Monaten beigebracht – er ist auch der einzige Verein, der diese Saison beide Partien gegen den RSV gewonnen hat. Im Hinspiel hatte es einen 2:1-Erfolg gegeben. Brunken räumte allerdings ein, dass es in der Nachspielzeit durchaus einen Strafstoß gegen sein Team hätte geben können, als Kapitän Katip Tavan ungestüm Yannick Chwolka weggeblockt hatte: „Da haben wir Glück gehabt.“ Referee Bastian Mertel (SG Wittstedt-Driftsethe) schätzte die Szene als einer der wenigen im Stadion jedoch anders ein. Der Schiedsrichter hatte sich bereits zuvor als Friedensstifter zwischen beiden Protagonisten betätigt und die Karten steckengelassen, als Tavan den Kopfkontakt mit Chwolka im Anschluss an ein Foulspiel des Rotenburger Außenverteidigers gesucht hatte (66.). Es war die erste Situation, in der so etwas wie echte Emotionen hervorbrachen.

Der RSV hatte trotz mancher Umstellung – Ebersbach hatte im Tor Tom Knaak aufgeboten, Michel Müller in der Mitte der Dreierkette ausprobiert und Lukas Heller in die Startelf beordert – den besseren Start und wirkte optisch überlegen. „Aber wir haben zu wenig Fußball gespielt und uns die Räume selbst zugestellt“, monierte RSV-Routinier Björn Mickelat. Meist fehlte auch der letzte Pass. Viel besser lief es nach der Umstellung aufs 4-4-2-System nicht. Bei Verdens erster Chance durch Patrick Zimmermann parierte Knaak glänzend (54.). Fortan wirkten die Allerstädter bemühter und kamen durch Standards zu Möglichkeiten. „Und davon haben wir ihnen ja ein paar gegeben“, merkte Funck an. Um den Vorsprung über die Zeit zu retten, schaltete sich auch Brunken kurzfristig ein. Einen Einwurf des RSV unterbrach er mit dem Hinweis, dass sich Christoph Drewes nicht einen der regulären und abhanden gekommenen Spielbälle genommen hätte. „Ich habe noch nie so einen schönen Ball gesehen“, beendete der Unparteiische die Diskussion und gestattete den Einsatz (83.).

Einen letzten Heimauftritt gewährte Ebersbach den eingewechselten Andreas Kiel, Timo Kanigowski und Jelle Röben, die sich nach der Saison aus dem Kader verabschieden. Brunken vermeldete wiederum drei Neue: Malte Kalksi, Kmail Zaid-Nasser und Radif Alijan (früher JFV Rotenburg) kommen aus der A-Jugend des JFV Verden/Brunsbrock und sollen sich in der Vorbereitung für die Erste empfehlen.

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