Unterstedter Schwimm-Ass erhält Sport-Stipendium in Ohio / „Wird anstrengend“

Friedrichs Traum erfüllt sich

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Carolin Friedrich unterschrieb für vier Jahre und studiert künftig an der Malone University im Bundesstaat Ohio.

Unterstedt - Von Matthias Freese. Carolin Friedrich verzichtet künftig auf so manch gewohnte Annehmlichkeit, um sich ihren großen Traum zu erfüllen. Acht Quadratmeter stehen ihr demnächst nur zur Verfügung – und die muss sich die Unter-stedterin auch noch mit einer Zimmerkollegin teilen. Für Privatssphäre bleibt da wenig Raum. Doch dafür hat das 18-jährige Schwimm-Ass das begehrte Sport-Stipendium an der Malone University von Canton im US-Bundesstaat Ohio bekommen. Für vier Jahre wird sie Psychologie studieren und zum Schwimm-Team der Uni gehören.

„Ich weiß, dass es anstrengend wird, aber ich mache mir keine Sorgen“, sagt die Leistungssportlerin voller Vorfreude. Am 18. August startet die Reise in die Zukunft – ab Berlin geht es über Chicago nach Cleveland. Dass die Sportlerin des Jahres 2012 und frischgebackene Abiturientin einen Platz ergattert hat, hätte sie vor rund zwei Jahren selbst nicht gedacht, als sie sich während der Deutschen Meisterschaften in Berlin am Stand der Organisation Scholarbook informiert hatte. „Dafür sind meine Zeiten zu schlecht, die werden mich nicht nehmen“, schildert Friedrich ihre damaligen Gedanken.

Sie sollte sich irren. Die Mittel- und Langstreckenspezialistin drehte ein Bewerbungsvideo, absolvierte erfolgreich einige Tests und erhielt von mehreren Trainern diverser Universitäten E-Mail-Anfragen. „Mit drei Coaches habe ich dann ge-skypt.“ Auch das Geld spielt eine Rolle, denn ein Studium in den Staaten schlägt jährlich mit 30000 bis 45000 Euro zu Buche. So geht es bei der Entscheidung auch darum, was die Uni bereit ist, an Studiengebühren zu erlassen. „Ich koste meinen Eltern jedenfalls nicht viel mehr als meine Brüder in Deutschland“, ist Carolin Friedrich froh, dass ihr künftiger Coach Devin Murphy sich so sehr um sie bemüht hat.

Das Schwimm-Team der Malone University, Pioneers genannt, erhält dafür eine echte Verstärkung, denn Friedrichs Zeiten auf den Strecken von 200 bis 1500 Meter dürfte dort keiner schaffen – wenngleich nicht in Metern, sondern in Yards gemessen wird. Ihre Freistil-Bestzeit über die 1500 Meter liegt bei unter 18 Minuten, über 400 Meter Freistil hält sie auf der Kurzbahn in 4:29,70 Minuten den Kreisrekord, den sie im November 2012 aufgestellt hatte.

Die letzten anderthalb Jahre nennt Carolin Friedrich allerdings „Überbrückungsjahre“. War sie bis zum Winter 2012 für das Team Ronolulu aktiv, dachte sie nach dem plötzlichen Tod ihres Trainers und Mentors Roland Nickel sogar ans Karriereende. „Hätte ich den Traum von Amerika und dem Studium nicht gehabt, hätte ich nach Rolands Tod aufgehört“, verrät Friedrich. Sie schloss sich der SSG Bremen/Bremerhaven an. „Ich bin froh, dass ich da gelandet bin, aber es war viel Stress, auch für meine Eltern“, sagt sie.

Gefordert wird sie auch in Canton, allerdings ist der Stundenplan dort auf den Sport zugeschnitten. Und es gibt Grenzen. „Wir dürfen nicht mehr als 20 Stunden die Woche trainieren“, erzählt die Leistungssportlerin. „Viel weniger habe ich früher auch nicht gemacht.“ Dennoch ist künftig einiges anders im Leben der Carolin Friedrich. Das weiß sie, darauf freut sie sich. Und sie ahnt schon jetzt, was sie am meisten vermissen wird: „Die Freunde, die Familie, mein kleines Patenkind, die Ruhe und die Badewanne.“

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