„Was hat die geritten?“

Unterstedt-Pokalspiel in Gnarrenburg kurzfristig vom Referee abgesagt

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Warum nicht mal eine Trainingseinheit in Unterstedt durchführen – wenn man schon mal gerade da ist?

Unterstedt - Nun, Gnarrenburg ist nicht unbedingt für seine touristischen Attraktionen bekannt. Die Kreisliga-Fußballer der SG Unterstedt werden trotzdem bald wieder die Gemeinde am Oste-Hamme-Kanal beehren, genauer gesagt: den Sportplatz an der Dahlsdorfer Straße. Dienstag waren sie schon mal für einen „Ausflug“ da. Das Achtelfinalspiel im Kreispokal beim Ligarivalen TSV Gnarrenburg wurde kurz vorm Anpfiff wegen des unbespielbaren Platzes abgesagt. Was blieb, war eine kleine Übungseinheit auf eisigem Geläuf.

Auf seiner Facebook-Seite nahm es der Aufsteiger mit Galgenhumor: „Eine Trainingseinheit unter der Woche in 55 km Entfernung zum Heimspielort macht sicher auch nicht jeder Kreisligist“, kommentierte der Club ironisch. Dabei war der SG Unterstedt eigentlich die gute Laune vergangen. Noch wenige Stunden vor dem Spiel hatten der TSV Gnarrenburg den Mund wohl etwas zu voll genommen und verkündet: „Unser heutiges Spiel findet wie geplant statt.“ Von wegen. Als die Unterstedter längst da waren, bewertete Schiedsrichter Hassan Harb (FC Ostereistedt/Rhade) die Lage völlig anders. Er bat die Kapitäne Sven Schostak (Gnarrenburg) und Christopher Hesse (Unterstedt) zu sich und sagte die Partie eine halbe Stunde vor dem offiziellen Anpfiff ab. „Komplett nachvollziehbar“, nannte Unterstedts Trainer Fabian Knappik die Entscheidung. „In einem der Torräume lag eine dicke Eisschicht. Gerade für die Keeper war die Verletzungsgefahr da hoch“, meinte Stürmer Tobias Delventhal.

Via Facebook scherzte die SG Unterstedt und schilderte die Situation wie folgt: „Beim Öffnen der Tür dann der Schock: Urplötzlicher Wintereinbruch in Gnarrenburg! Ein hartgefrorener Platz, komplett vereiste Torräume, und das alles Mitte Februar! Unvorhersehbar nach dem guten Wetter die letzten Tage und Wochen. Sachen gibt‘s, die gibt‘s gar nicht.“

Etwas ernster wurde da schon Knappik: „An uns lag es nicht, am Schiedsrichter lag es nicht. Ich weiß auch nicht, was die geritten hat“, wunderte er sich darüber, dass Gnarrenburg nicht frühzeitig abgesagt hatte. „Das hätte man meiner Meinung nach im Vorfeld erkennen müssen“, fand auch Delventhal. So aber düsten er und seine Mitstreiter mit fünf Autos nach Gnarrenburg, manche Spieler kamen direkt aus Hamburg, Elmshorn, Bremen und Syke. Die Kosten für die erneute Anreise erstattet ihnen keiner. „Total blöd, dass wir jetzt unter der Woche noch mal dahin müssen“, ärgert sich auch Knappik.

Immerhin boten die Gastgeber ihren Platz als Trainingsfläche an – und Unterstedt nahm das Angebot an. „Wir haben versucht, aus dem gebrauchten Abend das Beste zu machen“, meinte Tobias Delventhal. Insbesondere Dribbler Dogan Örper nutzte seine Technik wohl besonders gut, wie der Verein schrieb: „Mit seinem Doppelten Axel kurz vor der Torlinie empfahl er sich noch kurzfristig für die Olympischen Winterspiele. Die erste Goldmedaille im Eiskunstlaufen der Männer winkt.“ 

maf

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