RSV unterliegt St. Pauli mit 0:7 / Fitschen testet Fünferkette

Kadah hat Ehrentor auf Fuß und Kopf

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Mit den Einlaufkids des Rotenburger SV (schwarze Trikots) und des SV RW Scheeßel präsentierten sich die Zweitliga-Profis des FC St. Pauli (vorne) und die Oberliga-Kicker des RSV dem Publikum vor dem Anpfiff von Referee Felix Bahr.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Mitte der zweiten Halbzeit war der FC St. Pauli in fußballerischer Zauberstimmung. Ein Lupfer hier, ein Tänzchen da – dem Rotenburger SV blieb nur die Rolle des Zuschauers, während die Zweitliga-Mannen vom Kiez innerhalb von nur acht Minuten vier schön anzusehende Tore markierten. Und hätte der eingewechselte RSV-Keeper Lucas Mensing nicht noch mehrfach glänzend pariert, wäre statt der 0:7 (0:3)-Niederlage des Oberligisten im heimischen Ahe-Stadion auch ein zweistelliges Ergebnis vor 2512 Fans möglich gewesen.

„Für uns war das ein Erlebnis, auch wenn wir an unsere Grenzen geführt wurden und noch viel Arbeit auf uns wartet – gerade im taktischen Bereich“, bemerkte der neue RSV-Coach Jan Fitschen, dessen Team den Gästen die eigene Auswechselbank überließ und dort Platz nahm, wo das Schild „Gast“ angebracht ist.

St. Paulis Fußballlehrer Roland Vrabec war nach dem intensiven Kurztrainingslager in Aurich, aus dem er mit seinen Mannen direkt angereist war, angetan: „Meine Jungs mussten den inneren Schweinehund überwinden, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Engagement und dem Fleiß. Auch wenn wir ein Tor hätten kassieren müssen.“

Recht hatte er: Schon im ersten Durchgang besaß Tobias Kirschke nach Vorarbeit von Jelle Röben die große Chance zur RSV-Führung, setzte das Leder aber an den Pfosten (18.). Neuzugang Ferhat Kadah toppte dieses in Hälfte zwei noch, als er sich schön durchsetzte, den Ball aber gegen die Latte schaufelte und im Nachsetzen die selbige per Kopf traf (65.). „Es hat nicht viel gefehlt. Ich dachte, der Lupfer geht schon rein“, meinte er kopfschüttelnd. Und ergänzte: „Es hat Spaß gemacht und war eine gute Erfahrung für uns.“

Jan Fitschen hatte gegen die Hamburger trendbewusst zunächst auf eine Fünferkette gesetzt – Tim Ebersbach stand zentral hinten drin, daneben liefen Jannis Niestädt und Kevin Klützke auf, außen sicherten Andy Kiel und Jelle Röben ab. „Die Jungs brauchen erstmal Sicherheit, da ist das ein probates Mittel“, erklärte er. Zumal Abwehrchef Christoph Drewes privat verhindert fehlte. Neuzugang Mathis Wulff war außerdem erkrankt.

FC St. Pauli bezwingt Rotenburger SV

„Wir hatten es schon zunächst schwer, die Räume zu finden. Da haben sie uns das Leben schwer gemacht“, stellte Vrabec fest. Mittelfeldmann Marc Rzatkowski war da der auffälligste Kiezkicker und stieß immer wieder über die linke Abwehrseite des RSV durch. Für die Führung war jedoch der Niederländer John Verhoek zuständig (19.). Er erhöhte auch erneut per Kopf auf 2:0 (43.), ehe Sturmpartner Lennart Thy den 3:0-Pausenstand herstellte (44.). Zur zweiten Hälfte wechselte St. Pauli bis auf Keeper Philipp Tschauner komplett durch, beim RSV brachte Fitschen zunächst sieben neue Leute und stellte auf die Viererkette um. Zwischen der 68. und 76. Minute hatten die Profis ihre stärkste Phase und erhöhten durch Jan-Philipp Kalla (68.), zwei Mal durch Christopher Nöthe (69./73.) und durch Dennis Daube (76.) auf 7:0.

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