„Unehrliche Spieler aussortiert“ 

Patrick Werna über die schlechte Hinserie und die Konsequenzen

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Trainer Patrick Werna hat eine schwierige Hinserie hinter sich. Nun hat er die Konsequenzen gezogen und einige Spieler beim Rotenburger SV II aussortiert.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Patrick Werna wirkt frustriert. Seine Gemütslage ist ernst, wenn er auf seinen Fußball-Kreisligisten Rotenburger SV II angesprochen wird. In seiner Stimme klingt unterschwellig Enttäuschung durch.

Kein Wunder: Der Spielertrainer hatte vor der Saison von einem „Neuanfang“ gesprochen und war total euphorisch. Nun ist er unsanft auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Zahlreiche Spieler haben ihn im Stich gelassen, die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist alles andere als intakt. Der RSV II steckt mitten im Abstiegskampf. Welche Lehren Werna aus der schwachen Hinrunde zieht und wie er sein Team wieder zu einer Einheit formen will, verrät er im Interview.

Herr Werna, wie würden Sie die Hinrunde zusammenfassen?

Dafür brauche ich nur ein Wort. Negativ!

Woran hat es gelegen?

In der Vorbereitung war noch alles gut. Wir waren mit der Kaderzusammenstellung total zufrieden, hatten einen guten Mix aus erfahrenen und jungen Spielern. Umso enttäuschender ist es, dass die Absprachen nicht eingehalten und nur wenige Vorgaben umgesetzt wurden. Plötzlich hatten einige Spieler eine andere Planung in Sachen Fußball. Diese Umstände haben uns in die Situation geführt, in der wir jetzt stehen.

Was meinen Sie damit? Werden Sie bitte etwas konkreter.

Wir hatten vor der Saison 28 Spieler auf dem Zettel. Aktuell sind es nur noch 13.

Was ist mit dem Rest?

Das kann ich nicht erklären. Jeder hat persönliche Gründe. Einige sind verletzt, einige haben keine Lust mehr. Die Zusagen für die Saison wurden leider größtenteils nicht eingehalten. Irgendwann ist es nicht mehr aufzuhalten.

Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?

Wir wollen in der Rückrunde definitiv ein anderes Bild abgeben. Daher haben wir jetzt unzuverlässige und unehrliche Spieler aussortiert. Wir sind es leid, hinter den Jungs hinterherzulaufen oder uns Lügengeschichten anhören zu müssen.

Wen hat es getroffen?

Timm Greve, Mark-Michael Völker, Justin Gercken, Melvin Fangmann, Wygar Guliew, Luca Cannistra und Jannis Koffmane gehören ab sofort nicht mehr zur Mannschaft dazu.

Zudem hat Routinier Andreas Kiel seinen Wechselwunsch zum TSV Ottersberg geäußert.

Den aktuellen Stand weiß ich gar nicht. Keine Ahnung, ob er vom Verein die Freigabe erhält. Ich plane auf jeden Fall nicht mehr mit ihm. Dass er jetzt gehen will, finde ich sehr enttäuschend.

Damit dürfte Ihr Kader aber deutlich zu dünn besetzt sein.

Das stimmt. Es sind leider wirklich nur noch ein paar Mohikaner übrig geblieben. Wir müssen personell noch etwas tun. Wir führen auch schon Gespräche mit möglichen Neuzugängen.

Schauen wir mal auf die Hinrunde. Ihr Team steht mit mageren zwölf Punkten auf einem direkten Abstiegsplatz. Geht es für den RSV II in die 1. Kreisklasse runter?

Wenn wir so weitermachen, steigen wir ab. Wir haben uns überhaupt nicht als Mannschaft präsentiert. Der Teamgedanke hat bei uns leider gefehlt.

Dabei waren auch immer wieder Verstärkungen aus dem Landesliga-Team dabei.

Sicherlich hatten wir uns davon mehr erhofft. Wir hatten aber jede Woche eine andere Mannschaft auf dem Platz und waren überhaupt nicht eingespielt. Oftmals wusste ich erst am Samstag, wer am Sonntag dabei ist. Ich bin sehr dankbar, dass die Jungs ausgeholfen haben.

Warum haben Sie die Brocken nicht schon längst hingeschmissen?

Davon bin ich ein gutes Stück entfernt. Ich möchte die Mannschaft in die richtige Richtung lenken und meinen Teil dazu beitragen, dass es wieder besser wird. Es gibt viele Ansätze, die dafür sprechen. Die Jungs, die zur Stange halten, motivieren mich. Die Qualität für die Liga ist auf jeden Fall ausreichend.

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