„Wir müssen jetzt zugreifen“

Generationswechsel in Bothel – Meinke übernimmt

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Christoph Meinke wird neuer Coach in Bothel – bleibt aber auch als Spieler erhalten.

Bothel - Von Matthias Freese. Eine Trennung unter Freunden ist keine einfache Angelegenheit. Hans-Jürgen Schlifelner weiß das nur zu gut. „Mit ist das auch nicht leicht gefallen“, gesteht der Fußball-Boss des TuS Bothel.

„Aber wir wollten neue Impulse setzen.“ Und eben deshalb endet beim abstiegsbedrohten Fußball-Bezirksligisten nach der Saison eine Ära: Nach achteinhalb Jahren ist für Trainer Peter Ullrich und Udo Griech, der mehr als nur der Co-Trainer ist, Schluss. Der Nachfolger ist derzeit noch ihr Schützling – Christoph Meinke übernimmt als Spielertrainer.

Es ist ein Generationswechsel an der Botheler Seitenlinie. Ullrich ist schließlich mit 56 Jahren doppelt so alt wie Meinke, der im nächsten Monat 28 wird. Damit dürfte der in Soltau tätige Bankkaufmann dann der jüngste hauptverantwortliche Coach sein – egal, ob in der Bezirksliga oder in der Kreisliga. „Da müssen wir jetzt zugreifen. Das ist der Mann der Zukunft in Bothel“, meint Hans-Jürgen Schlifelner in zweifacher Hinsicht. Zum einen besitzt der überragende Mittelfeldregisseur in seinen jungen Jahren bereits die B-Lizenz, zum anderen kennt sich wohl kaum einer im Verein so gut mit dem eigenen Nachwuchs aus wie Christoph Meinke. Seit elf Jahren ist er mit einjähriger Unterbrechung als Coach im Jugendbereich tätig. „An mir ist fast niemand aus der Jugend vorbeigekommen“, meint er schmunzelnd. Aktuell trainiert Meinke im dritten Jahr die U19 in der Kreisliga. Und aus der wachsen im Sommer gleich zwölf Spieler heraus. „Auch das gehört zu meinen Aufgaben, die Jüngeren in den Herrenbereich einzubinden“, sagt Meinke und war „total überrascht“, als der Vorstand an ihr herantrat. „Das ist eine gewaltige Aufgabe und ein gewaltiges Vertrauen, dass ich da zugesprochen bekomme.“

Enttäuscht waren indes Peter Ullrich und Udo Griech, zwei Botheler Institutionen. „Das hat uns überrascht, wir hätten gerne weitergemacht. Ich möchte es aber nicht bewerten“, kommentiert Ullrich die Trennung ruhig. „Das hört sich wie ein Rausschmiss an, ist es aber bei Weitem nicht“, betont indes Schlifelner. Er erwähnt die Erfolge von Ullrich und Griech mit dem zweimaligen Bezirksliga-Aufstieg sowie dem Triple 2014 und bemüht den Begriff „Abnutzungserscheinungen“. Die wurden nach einem Gespräch mit dem Mannschaftsrat, an dem auch Bothels Vereinsvorsitzender Jens Heitmann beteiligt war, bestätigt, sodass der Vorstand nach Schlifelners Worten entschied, „uns mal etwas anders aufzustellen“. Dazu gehört auch, dass der Reserve mehr Aufmerksamkeit geschenkt und insgesamt ein fünfköpfiges Trainerteam mit Meinke als „Chef“ gebildet wird. „Da sind wir noch in der Findungsphase“, so Schlifelner.

Trotz aller Enttäuschung wollen Ullrich und Griech die Saison bis zum Ende durchziehen. „Nachdem wir aus der Schockstarre wach geworden sind, wollen wir nun versuchen, die schwierige sportliche Situation zu lösen. Cedric Ahrens hat es auf den Punkt gebracht“, berichtet Ullrich und zitiert den Goalgetter: „Jetzt erst recht!“ Christoph Meinke sieht es genauso, allein schon „weil die beiden immer ganz viel Engagement da reingesteckt haben“, sagt der künftige Coach, der dem Team als Spieler erhalten bleibt und nun auf der Suche nach einem „starken Co-Trainer neben mir“ ist.

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