Ratschläge aus der Region

Kollegen-Tipps für Bundestrainer Jogi Löw: „Schießen ist nicht verboten“

Wenig Freude, aber viel Frust: Bundestrainer Joachim Löw (M.) und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erlebten bei der Weltmeisterschaft ein historisches Ausscheiden. Auch die Spieler Leon Goretzka (v.l.), Marvin Plattenhardt, Antonio Rüdiger, Marc-Andre ter Stegen, Sebastian Rudy und Jonas Hector waren enttäuscht. - Foto: Imago
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Wenig Freude, aber viel Frust: Bundestrainer Joachim Löw (M.) und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erlebten bei der Weltmeisterschaft ein historisches Ausscheiden. Auch die Spieler Leon Goretzka (v.l.), Marvin Plattenhardt, Antonio Rüdiger, Marc-Andre ter Stegen, Sebastian Rudy und Jonas Hector waren enttäuscht.

Rotenburg - Von Vincent Wuttke. Während bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland in dieser Woche die Halbfinalspiele anstehen, ist die deutsche Nationalmannschaft schon längst wieder zurück – und das bereits seit dem 27. Juli. Da besiegelte Südkorea das historische Ausscheiden „der Mannschaft“ mit einem 2:0. Noch nie zuvor schied Deutschland bei einer WM in der Gruppenphase aus. Grund genug, um mal bei einigen Trainern aus der Region nachzufragen, was besser werden muss und ob es richtig ist, dass Bundestrainer Joachim Löw weitermacht.

Tim Ebersbach (Rotenburger SV)

Über Löw: „Ich finde es richtig, dass er bleibt. Der Bundestrainer ist seit zwölf Jahren mit seinem Team auf einem guten Weg. Löw hat die Nationalelf immer weiterentwickelt. Löw hat Ideen, ist für mich ein absoluter Fußballfachmann und Taktikfuchs. Er ist die beste Option.“

Tim Ebersbach

Über die Baustellen: „Die deutschen Tugenden müssen wieder herausgeholt werden. Es geht immer noch ums Kämpfen und Laufen beim Fußball. Außerdem müssen die Spieler ihren Fokus wieder voll auf den Sport legen. Wir brauchen neue Führungsspieler und Löw muss nun eine neue Generation als Nachfolger von Spielern wie Sami Khedira oder Mesut Özil aufbauen. Da gibt es viele Kandidaten.“

Christoph Meinke (TuS Bothel)

Über Löw: „Ich finde es richtig, dass sich Löw der Verantwortung stellt und weiter unser Nationaltrainer bleibt. Nach dem WM-Aus hat er selbst von tief gehenden Maßnahmen und klaren Veränderungen gesprochen. An diesen Aussagen und der entsprechenden Umsetzung wird er sich nun messen lassen müssen.“

Christoph Meinke

Über die Baustellen: „Zu den Veränderungen zählt meiner Meinung nach auch, kritisch zu hinterfragen, welche Spieler der DFB-Elf bei der anstehenden Neuausrichtung mittel- oder langfristig weiterhelfen. Für diese WM fand ich die Kaderauswahl größtenteils in Ordnung und auch nachvollziehbar. Aber dadurch, dass bei der WM einige Spieler nicht das Feuer gezeigt haben, was nötig gewesen wäre, kann man schon Veränderungen vornehmen. Spieler wie Niklas Süle, Jonathan Tah, Thilo Kehrer, Philipp Max, Kai Havertz, Maximilian Eggestein, Marius Wolf, Davie Selke und viele mehr stehen ja in den Startlöchern.“

Christoph Drewes (Rotenburger SV II)

Über Löw: „Es wäre falsch, nur dem Trainer den schwarzen Peter zuzuschieben. Er hat nicht die alleinige Schuld, sondern auch die Spieler. Dennoch finde ich, dass die Ära Löw nach zwölf Jahren langsam enden sollte. Es braucht einen neuen Impuls für die Nationalelf. Ich finde, es ist in den vergangenen Jahren etwas monoton geworden.

Christoph Drewes (rechts)

Über die Baustellen: Die Leidenschaft und der Kampf haben mir komplett gefehlt. Das muss schnell wiederkommen. Wir brauchen in der Zukunft mehr junge Spieler im Team. Ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass Julian Brandt deutlich öfter zum Zug kommt. Er hat mir bei all seinen Kurzeinsätzen bei der WM gefallen. Außerdem muss den Spielern gesagt werden, dass der Ball nicht ins Tor getragen werden muss. Es ist nicht verboten, aus 16 Metern zu schießen.

Vitalij Kalteis (TV Sottrum)

Über Löw: Für mich wäre es ein Schritt zum Neuanfang, wenn Löw geht. Nur so kann doch ein kompletter Umbruch vollzogen werden. Er hat für mich bei diesem Turnier komplett die falschen Entscheidungen getroffen. Die Karten müssten bei einem neuen Trainer neu gemischt werden. Und in jedem anderen Land wäre der Coach nach so einem Turnier auch weg gewesen.

Vitalij Kalteis

Über die Baustellen: Julian Brandt hat viel zu wenig gespielt. Der muss häufiger auflaufen. Wir haben fast keinen Spieler mehr, der auch mal einen Gegenspieler ausspielen kann. Und die Leute, die es wie Julian Brandt oder Leroy Sané können, sitzen auf der Bank oder kommen gar nicht erst mit. Außerdem war die Rückwärtsbewegung bei den drei Spielen wie bei Testbegegnungen. Das muss auf jeden Fall wieder ganz anders werden.

Fabian Knappik (SG Unterstedt)

Über Löw: Ich finde die Diskussion über Löw etwas überspitzt. Es ist auf jeden Fall der richtige Ansatz, an ihm festzuhalten. Sicherlich muss sich der Bundestrainer aber einige Personalentscheidungen ankreiden lassen. Um diese Kritik kommt er nicht herum. Allgemein braucht man den Teufel aber nicht an die Wand malen. Die Weltmeister vor uns – Italien und Spanien – sind als Titelverteidiger auch in der Vorrunde gescheitert.

Fabian Knappik

Über die Baustellen: Man schreibt sich „Zusammen“ als Teamslogan auf die Fahne und es ist nichts davon zu sehen auf dem Platz. Es ist für Löw nun an der Zeit, alte Verkrustungen in der Mannschaft zu lösen und neue Akteure aus unseren Nachwuchs-Auswahlen heranzuführen. So könnte auch die Taktik etwas verändert werden. Seit zwölf Jahren spielt unsere Elf mit derselben Ausrichtung. Da ist es für die Gegner irgendwann zu leicht, unser Spiel auszurechnen.

Norman Wendland (SV RW Scheeßel)

Über Löw: Für mich lautet bei dieser Diskussion die Frage: Wer soll denn sonst Bundestrainer werden? Viele Coaches auf dem Topniveau fallen mir nicht ein, die frei sind. Außerdem hat Löw während seiner Zeit beim DFB immer wieder kleine Umbrüche in der Mannschaft gemeistert. Das wird er auch dieses Mal schaffen. Da bin ich mir ganz sicher.

Norman Wendland

Über die Baustellen: Das Abwehrverhalten muss deutlich verbessert werden. Für mich war da sehr auffällig, dass wir in der Viererkette nicht mehr das höchste Tempo haben. Bei Diagonalbällen wurde es deshalb meistens schnell gefährlich. Ich würde auch nicht mehr an Mesut Özil und Ilkay Gündogan festhalten nach dem Treffen mit Recep Erdogan. Stattdessen müssen einige Talente Chancen bekommen. Mir fallen da Jonathan Tah, Julian Weigl, Niklas Süle, Leroy Sané und Julian Brandt ein. Außerdem wäre es in Zukunft sicherlich nicht verkehrt, wenn man noch einen kopfballstarken Stürmer mitnimmt. Da würde ich mir Nils Petersen wünschen. Der ist als Joker auch sehr gut.

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