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Spieler fragt Trainer ‒ und Sztorc antwortet: „Da muss jeder am Anfang durch“

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Torge Frese (l.) hält Trainer Dariusz Sztorc sein Handy hin, um das Gespräch aufzunehmen.
Genau nachgefragt und alles aufgezeichnet: Sportredaktions-Praktikant Torge Frese (l.), neuerdings in den Sottrumer Herrenkader gewechselt, fragt Trainer Dariusz Sztorc. © Denkmann

Was möchte ein junger Fußballer wissen, wenn er neu ins Team kommt? Redaktions-Praktikant Torge Frese hat sich mit Dariusz Sztorc vom TV Sottrum getroffen und nachgefragt. Das andere Interview.

Sottrum ‒ Die 17-jährigen Luca Rindfleisch und Torge Frese sind am Donnerstag in ihre erste Herren-Saison gestartet. Beide liefen zuletzt für die U 18 der JSG Backsberg auf und stehen nun im Kader des Fußball-Bezirksligisten TV Sottrum. Frese bestreitet aktuell zudem in unserer Sportredaktion ein Praktikum und fragt sich, wie schwierig der Übergang in den Herrenbereich wirklich sein kann und was genau auf ihn zukommt. Sein Trainer Dariusz Sztorc kennt die Situation aus eigener Erfahrung und stellte sich seinen Fragen.

Herr Sztorc, erst mal zu Ihnen: Sie haben in Polen bereits im jungen Alter in hochklassigen Ligen gespielt. Wie genau verlief denn Ihr Start in den Herrenbereich?

Unser Jahrgang war sehr gut. Wir waren ein Erstligaverein in Polen. Es ging ratzfatz. Ich war als 18-Jähriger im Kader und durch Verletzungen anderer Spieler und meinen Fleiß durfte ich in einer Partie die zweite Halbzeit spielen. Wir haben verloren, aber ich war gut. Somit durfte ich in meinem zweiten Spiel von Anfang an starten. Dort habe ich das erste Tor nach zehn Minuten gemacht – man glaubt es nicht! Das war ein schönes Erlebnis. Das Geile war, die Zuschauer wussten gar nicht, welchen Namen sie rufen sollten. Das hat erst mal gedauert. (lacht)

Nun zu uns Sottrumer Jugendspielern. Haben Sie Tipps, die Sie uns Jungen auf den Weg mitgeben können?

Für euch habe ich wenig Tipps. Ihr seid schon menschlich und sportlich sehr weit. Ansonsten das gewisse Maß zwischen Selbstbewusstsein und der Bodenständigkeit – dass man auch mal die Aufgaben, die man als junger Spieler hat, macht. Und die Konstanz, das heißt, die Regelmäßigkeit in den Trainingseinheiten, ist wichtig. Das siehst du an Jannik Rosebrock. Er hat nur mal gefehlt, wenn er verletzt war. Ansonsten war er immer da und ist jetzt aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken.

Was genau erwarten Sie von uns Jugendspielern und was haben Sie mit uns vor?

Besonders euch beide kenne ich ja schon länger. Ihr seid ja schon mit 15 Jahren mit in unserem Trainingslager gewesen. Also ist das für euch nicht komplett Neuland. Mein Ziel ist es natürlich, euch schnellstmöglich an den Herrenbereich heranzuführen, sodass ihr euch da wohlfühlt. Natürlich werden Höhen und Tiefen kommen, aber ich bin überzeugt, das kann klappen. Denn bei mir gibt es nur gute Spieler und sehr gute Spieler, also macht euch nicht zu viele Gedanken.

Alles klar. Aber was genau erwartet uns denn im Herrenbereich? Wo müssen wir aufpassen, was müssen wir trainieren?

Das gesamte Spiel ist schneller und härter als noch in der Jugend. Zudem haben wir eine sehr gute Truppe zusammen. Das Training wird also auch extrem gut und schnell sein, sodass dies in Kombination mit den Testspielen für euch eine gute Vorbereitung für die Saison sein wird.

Wo Sie schon einmal die Herrenmannschaft aus Sottrum ansprechen, warum genau Sottrum? Sie hatten ja bestimmt vor der Saison auch andere Angebote, oder?

Ja klar, ich hatte in der Coronazeit und zwischendurch auch mal Anfragen von verschiedenen Vereinen, die ein bisschen weiter weg sind und auch ein wenig höher spielen, bekommen. Aber warum Sottrum? Ich weiß es nicht. Das kann ich nicht sagen. Es war eine spontane Entscheidung. Da kam der Anruf von Thomas Holzkamm und wir haben uns an dem Abend schon geeinigt. Sie waren mit meinen Ideen einverstanden, das passte einfach sofort. Es war eine Herzensentscheidung. Ich kannte natürlich auch noch viele Spieler aus meiner aktiven Zeit.

Wie genau erarbeite ich mir den Respekt von Führungsspielern wie Matthias Michaelis?

Wichtig ist, sich nicht zu verstellen. Hinzu kommt, dass ihr bodenständig und auf Deutsch gesagt „keine Spinner“ seid. Glaub´ mir, und das gefällt mir in Sottrum besonders gut: Die Spieler wie zum Beispiel ein Matthias Michaelis, Patrick Brillowski oder Eike Buckenberger werden auf euch zukommen und sagen: „Hier, das hättest du besser machen können, daran musst du noch arbeiten und so weiter.“ Das machen sehr viele bei uns.

Unser Kader ist groß und wir Jugendspieler haben natürlich die Angst, den Wasserträger-Job zu bekommen – zurecht?

Nein, das haben wir immer gut hinbekommen. Das wurde nie so streng kontrolliert. Ihr werdet natürlich eine genaue Anweisung bekommen von den Jungs, die das letztes Jahr gemacht haben. Aber das sind die normalen Aufgaben der Jungen. Da muss jeder am Anfang durch. (lacht)

Wie in jeder Mannschaft gibt es sicher auch in Sottrum einen Strafenkatalog. Was passiert, wenn ich mal zu spät komme oder mit einem Bier im Trikot gesehen werden?

Bei den ersten Fehlern drücke ich natürlich noch ein Auge zu und dann reden wir drüber, das gehört dazu. Aber grundsätzlich kommt bei uns keiner auf die Idee, die Regeln zu brechen und da gewöhnt ihr euch auch dran.

Aber was genau ist denn die härteste Strafe bei Ihnen?

Oh, das ist wegen einer Tätlichkeit im Spiel – also einer Roten Karte, die dann eine lange Sperre nach sich zieht. Das kann dann teuer werden. Aber ich bin davon überzeugt, dass ihr da mit der Zeit sehr gut reinwachst in die Herrenmannschaft.

Von Torge Frese

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