Gesundheit geht vor: Oberliga-Handballer pausieren coronabedingt

TuS Rotenburg setzt freiwillig aus

Der Fokus liegt auf der Gesundheit und auf der Einhaltung des Hygienekonzepts. Für viele Vereine ist der Sport daher in den Hintergrund gerückt. Daher fallen am Wochenende auch zahlreiche Spiele aus.
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Der Fokus liegt auf der Gesundheit und auf der Einhaltung des Hygienekonzepts. Für viele Vereine ist der Sport daher in den Hintergrund gerückt. Daher fallen am Wochenende auch zahlreiche Spiele aus.

Rotenburg – „Es reicht, wir können nicht auf Friede, Freude, Eierkuchen machen. Natürlich wollen wir spielen, aber dafür gehen wir nicht über Leichen.“ Es sind sehr deutliche Worte, die Johann Knodel findet. Dem Teammanager des TuS Rotenburg ist anzumerken, dass die Entscheidung, alle Spiele der ersten Herren bis auf weiteres auszusetzen, keine leichte war. Den Entschluss hat der Vorstand gestern am späten Abend getroffen. „Wir wissen noch nicht, wie wir damit umgehen sollen. Es ist für uns alle eine neue Situation“, gesteht Knodel. Feststeht aber, dass die Sicherheit aller im Vordergrund stehe. „Wir brennen alle für diesen Sport, aber die Gesundheit darf nie zur Diskussion stehen.“

„Es ist aktuell einfach alles widersprüchlich. Wir sollen möglichst das Haus nicht verlassen, aber am Wochenende Handball spielen“, kritisiert auch Coach Nils Muche die Regelungen. Im Alltag soll stets der Abstand eingehalten werden und in der Halle würden die Spieler förmlich schwitzend aneinanderkleben. Es gebe derzeit generell diverse Unwägbarkeiten. Aber: „Ich habe mir gesagt, dass ich mich über so was nicht mehr aufrege“, meint der Coach. Dieser kleine Vorsatz soll aber nur bis zum nächsten Atemzug halten. Schließlich kann der TuS Rotenburg aktuell nicht in der Pestalozzi-Halle trainieren, muss in die Sporthalle der BBS ausweichen. „Die Maße stimmen aber nicht. Da muss man sich schon fragen, was Stadt und Landkreis eigentlich für ein Problem haben ... Aber nein, ich rege mich nicht auf, ich spreche über den Sport“, kriegt Muche gerade noch mal die Kurve.

Der Blick in den Kreis Verden, der seit Mittwoch bekanntlich ein Risikogebiet ist, gibt dem Coach allerdings recht. So hat die SG Achim/Baden ihr Spiel bei der HSG Hunte-Aue-Löwen bereits abgesagt. „Wir werden nicht spielen. Bei den aktuellen Zahlen wäre das auch nur schwer darstellbar. Natürlich haben wir bei unserer Entscheidung auch die Mannschaft mit einbezogen. Und die hat dem Entschluss mit einer breiten Mehrheit zugestimmt“, erklärt Achims Trainer Tobias Naumann. „Wie es dann in den nächsten Wochen weitergeht, weiß ich auch nicht. Gucken wir mal.“

Das scheint nun auch die Devise der Rotenburger zu sein. Abwarten, wie sich die Krise weiterentwickelt. „Corona kommt immer näher, wobei man ja auch sagen muss: Es ist eine Pandemie, da ist es ja nie weit weg.“

Mit seiner Entscheidung möchte der TuS Rotenburg für sich selbst die Verantwortung übernehmen, vor der der HVN offenbar Angst hatte. „Sportlich gesehen ist dies eine der schwersten Entscheidungen der letzten Zeit, aber logisch betrachtet, ist das der einzige Weg für uns in dieser Situation“, so Knodel. Es sei einfach nicht in Ordnung, die Gesundheit von allen Spielern, Mannschaftsverantwortlichen, Betreuern und Trainer so zu gefährden. Der Wümme-Club hofft auf Verständnis von allen. Was genau dieser Entschluss für die nahe Zukunft bedeutet, ist unklar und war gestern nach 23 Uhr auch leider nicht mehr in Erfahrung zu bringen.

Von Lea Oetjen

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