Tschechin wird immer wertvoller für die Hurricanes / Bald mit deutschem Pass?

Flasarovas Erfolgsrezept: „Ich lebe das aktive Leben“

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Fit und treffsicher: Die Tschechin Katarina Flasarova ist ein Gewinn für die Hurricanes.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Katarina Flasarova mochte es kaum glauben: „Vierter? Wow – das ist schön“, stellte die 29-jährige Tschechin fest, als sie von der aktuellen Platzierung ihrer Avides Hurricanes in der Basketball-Bundesliga der Damen erfuhr. Dabei hat die Aufbauspielerin erheblich zu dieser Momentaufnahme beigetragen. Für den 76:72-Erfolg im Aufsteiger-Duell beim TuS Bad Aibling ist der Neuzugang nicht nur aufgrund der 23 Punkte hauptverantwortlich.

Doch Flasarova ist keine Spielerin, die sich in den Vordergrund stellt. Im Gegenteil: „Das war nicht nur mein Verdienst. Ich habe die Würfe getroffen, weil ich gute Pässe bekommen habe und es mir meine Mitspielerinnen leichter gemacht haben. Ich habe viel Unterstützung erhalten – auf dem Feld und von der Bank. Das war klasse.“

Ein wenig kurios ist jedoch, dass die Profispielerin nach einem weniger guten Saisondebüt aus der Starting Five rutschte – und seitdem von Spiel zu Spiel stärker geworden ist. „Ich fange gerne mit einer großen Aufstellung an“, erklärt Coach Christian Greve diese Maßnahme. Er sagt aber auch: „Es gibt mir Sicherheit, wenn ich ‚Katka‘ von der Bank bringen kann, weil ich weiß, dass der Turbo dann zündet und sie Gefahr ausstrahlt.“ Für Flasarova ist das zwar ungewohnt, doch sie arrangiert sich damit: „Das ist für mich kein Problem. Ich bin immer heiß zu spielen – auch wenn ich von der Bank komme“, betont sie in nahezu perfektem Deutsch.

Seit neun Jahren spielt die aus Ostrava stammende Basketballerin nun schon in Deutschland – „deshalb kann ich vielleicht bald die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen“, sagt sie. Letzte Saison hatte sie als absolute Führungsspielerin den Herner TC ins Play-off-Halbfinale geführt, dann eigentlich schon andere Pläne gehabt. „Ich hatte überlegt, nur noch zweite Liga zu spielen und eine Ausbildung zu machen.“ Dann kam es doch anders. Ein Angebot der BG Donau-Ries lehnte sie ab und nahm dafür das der Hurricanes an. „Ich wusste, wie es hier ist, ich kannte Kierra Mallard und Janae Young schon vorher. Da habe ich gesagt: Okay, ich probiere es. Und ich freue mich, hier zu sein.“

Den Hurricanes geht es ähnlich. Vor allem die Defenseleistung und die Quote gegen Bad Aibling überzeugten Coach Greve, der sie auch als „Streaky Shooter“ bezeichnet, also als Spielerin, die alles trifft, wenn sie heiß läuft. Aus dem Spiel heraus benötigte Katarina Flasarova nur zehn Versuche für 18 Punkte – ganz schön hochprozentig. „Das ist schon sehr nahe dran an der Vorstellung, die wir hatten, als wir sie verpflichtet haben. Sie spielt höchst effektiv und weiß ihren Job sehr professionell auszuüben“, betont Greve. Dazu gehören auch Übungseinheiten neben dem üblichen Mannschaftstraining – im Fitnesstudio ist sie regelmäßig zu finden. „Ich traniere zwei Mal am Tag. So bin ich einfach, ich muss immer etwas machen – ich lebe das aktive Leben“, sagt Flasarova und lacht. Schließlich plant sie auch noch mindestens zwei Jahre auf höchstem Niveau zu spielen. Und wenn’s für die Hurricanes ist, hat sicher keiner etwas dagegen.

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