Trotz Sicherheitsbedenken wird gegen Meppen im Ahe-Stadion gespielt – aber bereits um 18.30 Uhr

RSV tritt das Heimrecht nicht ab

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Paul Metternich sitzt da, wo Verbesserungsbedarf besteht – auf den Stufen der Südseiten-Tribüne. Keine zwei Metern hinter dem RSV-Sicherheitsbeauftragten ist es bis zum Zaun hinunter ziemlich abschüssig.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Kein Flutlicht und auch noch diverse Sicherheitsmängel – das Ahe-Stadion stößt nach Ansicht des Rotenburger SV im Viertelfinale des NFV-Pokals gegen Regionalligist SV Meppen an seine Grenzen. So sehr, dass der Fußball-Oberligist ernsthaft darüber nachgedacht hatte, das Heimrecht für die Partie am 20. August an die Emsländer abzutreten. „Der Hauptgrund, warum wir es nicht getan haben, ist: Wir können den Fußball-Fans in dieser Region den SV Meppen doch nicht vorenthalten“, sagt Paul Metternich, Vorstandsmitglied und Sicherheitsbeauftragter des RSV.

„Außerdem haben sich unsere Jungs dieses Spiel auf heimischem Rasen verdient“, betont der RSV-Vorsitzende Henri Ohlmann. Der SV Meppen stimmte gestern einer halbstündigen Vorverlegung zu – statt wie angesetzt um 19 Uhr, steigt der Kracher gegen den Traditionsclub nun nächsten Mittwoch bereits um 18.30 Uhr.

„Dann nageln sie

mich an die Wand“

„Das ist für uns kein Problem“, bestätigte Meppens Geschäftsführer Markus Lohle. Und Ohlmann sagt mit Blick auf die Lichtverhältnisse: „Somit ist es nach unserer Einschätzung möglich, das Spiel über die Bühne zu bringen.“ Die nicht vorhandene Flutlichtanlage im Stadion dürfte aber auch so weiterhin ein Thema bleiben. Hätte Meppen die frühere Anstoßzeit abgelehnt, wäre es eng geworden. Der Sonnenuntergang tritt schließlich um 20.39 Uhr – und damit 23 Minuten früher als noch am 6. August in der Partie bei Teutonia Uelzen – ein. Und im Achtelfinale wurde es bekanntlich aufgrund eines 15-minütigen späteren Anpfiffs sowie des Elfmeterschießens recht dämmrig.

Auch der Sicherheitsaspekt ist längst nicht vom Tisch. Schon im März stellte eine Expertenrunde, bestehend aus Vertretern des Norddeutschen Fußball-Verbandes, des Bauamtes und der Polizei, bei der Besichtigung Mängel fest. „Jetzt stehen wir vor dem Dilemma, dass wir einen Pokal-Kracher haben, den wir uns ja alle gewünscht haben“, sagt Metternich. Was die Fachleute vor allem kritisierten: Eine Fan-Trennung am Haupteingang gibt es nicht. Zudem entspricht der Zaun auf der Südseite, also gegenüber der überdachten Tribüne, nicht mehr den geforderten Ansprüchen. Der Bereich dahin ist abschüssig und birgt damit ein Verletzungspotenzial. Die Stufen mit den eingefassten Beton-Stützelementen auf dieser Seite sind ebenfalls nicht ungefährlich.

Nur teilweise für die Oberliga tauglich – so lautete vor fünf Monaten deshalb das Urteil. Geändert hat sich seitdem nicht viel. Metternich sieht die Politik in der Pflicht, damit die Mängel beseitigt werden können. „Wer übernimmt die Verantwortung?“, fragt der Sicherheitsbeauftragte des RSV. „Wenn etwas passiert, nageln sie mich nachher an die Wand.“

Zugelassen ist das Stadion für 3000 Zuschauer – so viele werden es gegen Meppen zwar nicht werden. „Aber wir hoffen schon, dass der Name SV Meppen zieht“, sagt Ohlmann. Als der frühere Zweitligist im Achtelfinale beim TB Uphusen antrat, befanden sich rund 75 Gäste-Fans unter den knapp 500 Zuschauern – 30 davon wurden dem Ultra-Lager zugeordnet. Pyrotechnik kam jedoch nicht zum Einsatz. „Von einer ähnlichen Größenordnung gehe ich auch in Rotenburg aus, aber ich kann nicht erkennen, dass es da Probleme gibt“, beruhigt Lohle den RSV. Insgesamt gibt es übrigens 19 Meppen-Fans, die mit einem deutschlandweiten Stadionverbot belegt sind. „Wir bereiten uns sicherheitstechnisch auf das Spiel vor – im üblichen Rahmen wie etwa gegen Celle oder Göttingen“, ist aber auch Ohlmann unaufgeregt und verweist darauf, dass der Austausch mit der Polizei ohnehin dazugehört.

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