RSV nach 1:2 gegen Treubund Lüneburg in Not

Trostloser Auftritt, trostlose Kulisse

Die „Krönung“ eines missglückten Heimspiels: Referee Simon Schleupner (Breloher SC) zeigt Atilla Iscan nach einem vermeintlichen Foulspiel in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte. - Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Der Radetzky-Marsch ist nicht unbedingt das, was gemeinhin aus Fußballerkabinen dröhnt. Doch der MTV Treubund Lüneburg ist da etwas anders gestrickt. Durch die geöffneten Fenster und die geschlossene Tür waren die Klänge zu vernehmen – begleitet von der klatschenden Mannschaft, die dem Rotenburger SV kurz zuvor einen neuen Nackenschlag verpasst hatte. Mit 1:2 (0:2) setzte es für die abermals enttäuschende Wümme-Elf die zweite Niederlage im Ahe-Stadion – und bereits die vierte der noch jungen Landesliga-Saison.

Nur ein Punkt trennt den RSV nun von den Abstiegsrängen. Doch das interessiert in der Kreisstadt offensichtlich kaum jemanden. Eine trostlose Kulisse von knapp 75 Zuschauern im Ahe-Stadion passte zum Auftritt der Gastgeber, der wie ein öder Fernsehabend war – einschläfernd. Wäre es wirklich ein Film gewesen, der normale Zuschauer hätte ihn wohl nach zehn Minuten ausgeknipst. Da war jedenfalls die Vorentscheidung gefallen und Tim Ebersbach, der den urlaubenden Coach Matthias Rose an der Seitenlinie vertrat, kommentierte den 0:2-Rückstand vielsagend: „Super Jungs, das war‘s gegen die!“

Die weiterhin ungeschlagenen Lüneburger, die auf Platz zwei kletterten, waren dem RSV überlegen und hatten in Kapitän und Sechser Stefan Hattendorf die spielentscheidende Figur auf ihrer Seite. Ohnehin war die Zentrale beim RSV ohne den verhinderten Tim Potratz und Ebersbach nicht präsent, Patrick Hiob war als Zehner zu wenig in Bewegung. Die Rotenburger verschoben schlecht, liefen oft hinterher und wirkten zudem in der Abwehr hüftsteif. „Wir haben in der Defensive ein Schnelligkeitsproblem“, räumte Ebersbach ein.

Deutlich wurde es bei den zwei Gegentoren innerhalb von nicht mal zwei Minuten. Erst durfte sich Hattendorf nach einem nicht geahndeten Foul an Yannik Malende, der am Boden liegen blieb, ungestört per Doppelpass mit Tom Heuser in den Sechszehner kombinieren, um in der Mitte Dennis Hüls zu bedienen (7.). Kurz danach leitete Hattendorf auch das 2:0 mit einem Pass auf Sebastian Martin ein, der von der rechten Seite wiederum Hüls bediente (9.). „Da haben wir zehn Minuten so gespielt, wie wir es nicht wollten – mit einer unkontrollierten Offensive statt kompakt hinten zu stehen. Unclever – so kann man es zusammenfassen“, ärgerte sich Tim Ebersbach. „Wenn der Ball so einfach in die Schnittstelle gespielt werden kann, ist das bitter. Damit haben wir Lüneburg in die Karten gespielt.“

Die Gäste verließen sich fortan vor allem auf ihre gut stehende Abwehr, während beim RSV die Hereinnahme von Mathis Wulff die rechte Abwehrseite stabilisierte. Hiob gelang schließlich per Strafstoß der Anschlusstreffer, nachdem Keeper Lukas Broihan ungeschickt Jannis Oberbörsch von den Beinen geholt hatte (55.). Doch es spricht für sich, dass sich der RSV keine weiteren Chancen herausspielte. Spät kamen auch Ebersbach und Patrick Klee, spät wurde auf eine Dreierkette umgestellt – der Ertrag: gleich null. Im Gegenteil: In der Nachspielzeit gab es noch Gelb-Rot gegen Atilla Iscan, nachdem Hattendorf theatralisch zu Boden gegangen und Referee Schleupner darauf hereingefallen war.

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