Traum vom Volksparkstadion im Kopf

Ex-RSV-Keeper Jonas Toboll leitet sportliche Geschicke der Lübecker Jugenden

Jonas Toboll steht vor einer Holzhütte auf dem Trainingsgelände des VfB Lübeck und hält die Hand an die Stirn.
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Alles fest im Blick: Jonas Toboll ist ständig mit den Jugendtrainern des VfB Lübeck im Austausch und schaut wie hier auch mal beim Training vorbei.

Als sportlicher Leiter ist Jonas Toboll oft im Austausch mit den Jugendtrainern des VfB Lübeck. Aber selbst als Trainer nochmal aktiv sein? Nur an einem bestimmten Ort.

Lübeck / Rotenburg – Jonas Toboll ist seit Juni 2020 sportlicher Leiter für die Jugendmannschaften des VfB Lübeck – von der U 14 bis hoch zur U 23. In dieser Funktion verantwortet er „all das, was innerhalb der gekreideten Linien stattfindet“, wie er selbst seinen Beruf beim Fußball-Regionalligisten bildlich beschreibt. Der 34-Jährige hat aber auch eine Rotenburger Vergangenheit. Beim RSV lief er erstmals im Herrenbereich auf und übernahm mit gerade einmal 22 Jahren gemeinsam mit Klaas Rathjen interimsweise das Traineramt der ersten Mannschaft.

Dieses Intermezzo – von Juli bis Oktober 2009 – war der Moment, ab dem beiden klar war, „dass wir über kurz oder lang Trainer werden wollen“, erinnert sich Toboll. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere im Juni 2017 stieg er zur neuen Saison direkt als Coach der U 15-Regionalligamannschaft des VfB Lübeck ein. Also bei dem Verein, für den er als Torwart die letzten sechs Jahre aufgelaufen war. Es folgte eine weitere Station als Co-Trainer der U 17, ehe es ihn aus zeitlichen Gründen in die administrative Richtung verschlug.

Jonas Toboll (r.) übernahm bereits mit 22 Jahren interimsweise das Traineramt beim RSV gemeinsam mit Klaas Rathjen.

„Ich bin Vater geworden und wollte etwas kürzer treten. Der Trainerjob ist wahnsinnig zeitintensiv und bringt eine Familie an den Rand der Belastungsgrenze. Das wollte ich so nicht mehr“, erklärt Toboll. Sein jetziger Posten sei auch herausfordernd, allerdings bekomme er es zeitlich besser hin. Hinzukam der Aspekt, dass „der VfB Lübeck unter der Leitung des Sportdirektors Rocco Leeser bestrebt ist, ehemalige Spieler der ersten Mannschaft in die Vereins- und Jugendarbeit zu integrieren. Und ich habe parallel zu meiner Fußballerzeit Sportmanagement studiert. Das kann ich nun in Teilen auch anwenden.“

Dazu gehört unter anderem, dass er nun als sportlicher Leiter für den Jugendbereich der Hansestädter „darauf achtet, dass die Trainer nach unserer Ausbildungsphilosophie arbeiten. Ich stehe aber auch mit ihnen im Austausch, wenn es um die Kaderplanung und die Bewertung unserer Talente geht“, erklärt Toboll sein Aufgabengebiet. Und dabei verfolgt er immer das Ziel des Vereins, „der noch kein Nachwuchsleistungszentrum hat, viele junge Spieler in den Herrenbereich zu bringen“.

Ob diesen Weg in naher Zukunft eines seiner Talente geht? „Das ist heute noch nicht zu sagen. Aber ich denke, da unsere erste Mannschaft leider wieder aus der dritten Liga abgestiegen ist und unser Kader runderneuert und sehr jung ist, ist der Weg in die erste Mannschaft sicher nicht sehr weit“, meint Toboll.

Kapitän der A-Jugend des Rotenburger SV

Er selbst hat den Sprung von der Jugend in den Herrenbereich beim RSV geschafft. „Thomas (Meyer, damaliger A-Jugend-Trainer, Anm. d. Redaktion) ließ mich und Christoph Grube damals die Mannschaft als Kapitäne führen. Das hat nicht nur viel Spaß gebracht, sondern war auch lehrreich. Dann durfte ich unter Heiko Malende schon als A-Jugendlicher meine ersten Spiele in der ersten Herren machen“, blickt der gebürtige Tostedter zurück. Nach drei Jahren in der Wümmestadt erfolgte der erste Wechsel zu Kickers Emden. Es folgten drei weitere. Bis er letztlich beim VfB Lübeck landete.

Dort arbeitet er nun und scheint angekommen zu sein: „Ich habe meinen Traumberuf gefunden. Fußball wird immer meine Leidenschaft bleiben.“ Jedoch hat Toboll im Hinterkopf noch einen Wunsch: „Wer weiß, ob ich nicht doch eines Tages noch mal im Volksparkstadion (Spielstätte des Zweitligisten Hamburger SV, Anm. d. Redaktion) bei einem Punktspiel als Trainer oder Co-Trainer auf der Bank sitze.“

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