Totalausfall

16:30 – TuS Rotenburg geht in Achim unter / Erstes Feldtor nach 21 Minuten

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Rotenburgs Chris Ole Brandt durfte von Beginn an ran, hatte gegen die Abwehr der Achimer aber oft das Nachsehen.

Der Abpfiff wirkte wie eine Erlösung. Schließlich setzte er der mit Abstand schlechtesten Saisonleistung des TuS Rotenburg ein Ende. Der Wümme-Club hatte seinem Neu-Trainer Jörg Leyens seinen Einstand völlig versaut.

Rotenburg - Das Team hatte im Derby der Handball-Oberliga absolut keine Chance – viel zu passiv und ungefährlich agierte es bei der SG Achim/Baden. Die Gastgeber indes spielten groß auf. Sie puzzelten die gegnerische Abwehr oft mit einfachen Pässen komplett auseinander. Eine engagierte Gegenwehr? Fehlanzeige. So setzte es letztlich eine 16:30 (4:16)-Klatsche. Damit rutscht das Leyens-Team auf den elften Platz ab. Es muss nun endgültig um den Klassenerhalt in der Oberliga kämpfen. In der es mit so einer Leistung ohnehin absolut nichts zu suchen hat.

„Mir fehlen die Worte“, kommentierte Yannick Kelm nach der Partie und ergänzte: „Wir setzen nicht das um, was wir uns vornehmen. Wir kriegen es einfach nicht hin.“ Der Keeper bekam die Bälle gerade in der ersten Halbzeit nur so um die Ohren gehauen. Seine Defensive ließ ihn im Stich, verpennte die Anfangsphase komplett – genauso wie der Angriff. Nach 18 Minuten stand es 0:9 (!). Vor allem der Torabschluss mit Backe schien den Rotenburgern immer wieder Probleme zu bereiten. In den Augen von Kelm aber nur eine vorgeschobene Ausrede. „Der Großteil der Mannschaft hat in der Jugend mit Backe gespielt“, begründete er. Der Torwart ist sich sicher: „Wenn wir so weitermachen, gewinnen wir kein Spiel mehr, werden Letzter und steigen ab.“

Jörg Leyens grübelt.

In der Tat war das Auftreten der Leyens-Mannschaft alles andere als Oberliga-würdig – übrigens ausnahmslos. Keiner der Spieler schaffte es auch nur annähend, an seine Leistung der vorherigen Spiele anzuknüpfen. Torchancen wurden nach Belieben verballert. Vor allem die sonst so sicheren Schützen zeigten Nerven. Achims Keeper Arne von Seelen avancierte früh zum Matchwinner. Kein Wunder also, dass das erste Tor per Siebenmeter fallen musste – nach 18 Minuten und 53 Sekunden durch Michel Misere. Das erste Feldtor erzielte Sören Heyber übrigens erst nach 20:14 Minuten.

Der Rückstand klingt rekordverdächtig, ist es aber nicht. Denn: Vor ziemlich genau einem Jahr hatte der TuS Rotenburg beim OHV Aurich mit 0:10 hintengelegen – bis Heyber nach 14:54 Minuten getroffen hatte.

Doch die SG Achim/Baden ist nicht Aurich. Und doch strahlten die Gastgeber eine ziemliche Dominanz aus. „Ja, die haben uns ziemlich den Schneid“, musste Jörg Leyens anerkennen. Der Coach war sprachlos. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Für eine Ursachenanalyse sei es zu früh. „Das war eine Klatsche, von der wir uns erst einmal erholen müssen“, sagte er. Wenn es nach Chris Ole Brandt geht, muss sich nicht nur die Mannschaft davon erholen. „Das war eine Zumutung für jeden Zuschauer. Dafür müssen wir uns entschuldigen“, gestand er.

Kein Durchkommen für Sören Heyber (am Ball).

Eigentor vor Spielbeginn?

Pikanterie am Rande: Nachdem die Rotenburger die Seitenwahl für sich entschieden hatten, wollten sie die Spielhälften tauschen – um mit dem Ritual der Achimer zu brechen? Aus Sicht der Gastgeber nicht mehr als pure Provokation. „Ich weiß nicht, ob das wirklich gut von ihnen war. Denn dadurch wurden wir noch zusätzlich angestachelt“, ließ deren Co-Trainer Thorben Schmidt wissen. „Daraufhin haben wir uns vorgenommen, das Spiel gleich in der ersten Halbzeit zu entscheiden“, ergänzte Noah Dreyer, Rückraumspieler der Gastgeber. Ein Matchplan, der nahezu perfekt aufging und letztlich nur noch durch den Abpfiff beendet wurde.

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