Torwart Hölldobler trifft dreifach

Vor 45 Jahren: B-Jugend des FC Rotenburg marschiert zur Kreismeisterschaft

Die B-Jugend des FC Rotenburg holte sich in der Saison 1972/1973 souverän den Kreismeister-Titel. 45 Jahre später will der ehemalige Trainer Friedrich Rathjen (stehend, r.) das Team zu einem Treffen am 8. August zusammentrommeln.

Rotenburg - Von Vincent Wuttke. Falls Friedrich und Inge Rathjen mal Gedächtnislücken an die Saison 1972/1973 haben, dann ist das kein Problem. Sie können in ihrer Chronik nachschlagen und finden darin alles über ihre ehemalige B-Jugend des FC Rotenburg.

Jedes Fußballspiel ihrer Elf ist in einem kleinen Heftchen aufgeführt. Aufstellungen, Ergebnisse, Torschützen, Tabellen, Zeitungsberichte und Notizen sind darin sorgfältig eingetragen. Und auch ein Fotobuch gibt es mit zahlreichen Erinnerungsstücken von dem Team. Das ist auch gut so. Immerhin gewann die Mannschaft in dieser Spielzeit den Kreismeister-Titel und war kurz vor der Titelverteidigung bei der Bezirksmeisterschaft.

Fast genau vor 45 Jahren reichten aber ein 0:0 gegen den TV Falkenberg und ein 1:1 gegen den TSV Fischerhude nicht zum Triumph auf Bezirksebene. Nun will sich die alte B-Jugend gemeinsam an die alte Zeit erinnern und sich am 8. August treffen. Rathjens haben die Organisation übernommen.

„Vier Mann im Urlaub. Nur neun Mann da.“

Trainer Friedrich Rathjen hat eine Chronik angelegt.

Bei der Feier werden ganz sicher auch viele lustige Anekdoten erzählt. Da wäre aus der Saison 1972/1973 ein Testspiel zu nennen. Das Derby gegen den Stadtrivalen SpVgg Rotenburg schien den Rathjen-Schützlingen wohl nicht so wichtig zu sein. So steht in der Chronik unter dem Punkt Spielverlauf. „Vier Mann im Urlaub. Nur neun Mann da. Erst in der zweiten Halbzeit volle Mannschaft.“ Da war es kein Wunder, dass das Lokalduell mit 2:4 endete. „Eigentlich konnte ich mich auf die Jungs aber immer verlassen“, betont der Trainer. In der Punktspielrunde zeigte sich seine Mannschaft ganz anders. Zwar ging gleich die erste Partie gegen den TuS Kirchwalsede mit 1:2 verloren. Doch danach lief es rund. Der 3:1-Erfolg gegen die SpVgg Rotenburg am dritten Spieltag beflügelte die Auswahl wohl.

Der Spielbericht vom 34:0-Sieg gegen Hemslingen.

Immerhin folgte wenig später ein 17:0-Kantersieg gegen den TuS Hemslingen. Im Rückspiel wurde es sogar noch besser: Nach einem 16:0 zur Halbzeit ging die Partie mit 34:0 aus. Im Tor stand Werner Hölldobler. Dem Vorsitzenden der SG Unterstedt wurde es aber zwischen den Pfosten schnell zu langweilig. Er schaltete sich bei Angriffen mit ein und schoss drei Tore. „Ich weiß auch nicht mehr, wie ich das geschafft habe“, wundert sich der gefährliche Schlussmann. Stürmer Hansi Ahrend war ebenfalls gut drauf. Ihm gelangen gleich acht Treffer.

Hölldobler war nicht nur Torwart, sondern der erste, der einen Führerschein und ein Auto besaß. So hatte er die Aufgabe des zweiten Fahrers neben Rathjen. Aber erst mal war es bei den Partien – die alle am Sonntagmorgen angepfiffen wurden – gar nicht leicht, alle Akteure aufzufinden. „Bei manchen wurde es am Abend vorher auch mal später“, erinnert sich Friedrich Rathjen und lacht.

Flutlicht-Training dank Baustrahler

Als der Anpfiff erfolgte, waren die Kicker jedoch konzentriert. Das zeigt die starke Bilanz in der Saison. Neben der Niederlage gegen Kirchwalsede gab es in den folgenden elf Begegnungen nur ein 1:1 beim SSV Wittorf. Alle anderen Spiele gewann der Meister. So betrug der Vorsprung auf den Zweiten Kirchwalsede am Ende drei Punkte. Lokalrivale SpVgg Rotenburg belegte nach zwölf Spielen den fünften Rang.

Kein Titel bei der Bezirksmeisterschaft: Auf das 0:0 gegen den TV Falkenberg folgte das 1:1 gegen den TSV Fischerhude.

Die Akteure zogen sich durchaus mal eine Schürfwunde bei einer Grätsche zu. Immerhin trug der Verein die Heimspiele auf dem Ascheplatz in der Ahe aus. Für das Training ließ sich der Coach derweil etwas ganz besonderes einfallen. An der Breslauer Straße in Rotenburg – heute ist dort eine Siedlung – gab es einen weiteren Platz. Rathjen bekam von einem Nachbarn Strom und stellte damit einen Baustrahler auf. Für ein kleines Flutlicht war also gesorgt. Der Aufwand machte sich bezahlt. Immerhin trat der FC Rotenburg dank der Kreismeisterschaft bei dem Bezirksentscheid an – als Titelverteidiger. Das zweite Mal reichte es dann nicht mehr zum Triumph. Dennoch will die Mannschaft nun die gute Zeit feiern.

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