Im Sommer ist Schluss

Spitzenreiter Anderlingen verlängert nicht ‒ für Meyer „ein Schlag ins Gesicht“

Tomas Meyer steht mit verschränkten Armen am Spielfeldrand.
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Bedient: Für Tomas Meyer ist im Sommer beim SV Anderlingen Schluss.

Eigentlich läuft es beim SV Anderlingen ‒ Spitzenreiter in der Fußball-Kreisliga. Doch nun sorgt die Meldung, dass der Club den Vertrag mit Trainer Tomas Meyer nicht über den Sommer hinaus verlängert, für Unruhe.

Anderlingen/Scheeßel – Paukenschlag in der Fußball-Kreisliga: Nach nur einer Saison beenden der aktuelle Tabellenführer SV Anderlingen und Trainer Tomas Meyer im Sommer die Zusammenarbeit. Dabei hatte der 57-jährige Scheeßeler bis zur Winterpause für eine gute Weiterentwicklung gesorgt, einige Nachwuchsakteure integriert und starken Offensiv-Fußball spielen lassen. Der Aufstieg in die Bezirksliga ist in Reichweite.

Trotz der Erfolgsgeschichte offenbarte die Führung des SV Anderlingen dem Übungsleiter, dass sie nicht beabsichtige, den Vertrag über die Saison hinaus zu verlängern. Die Gründe scheinen nicht nur sportlicher Natur zu sein, das Miteinander zwischen der Ersten und der Reserve war ein ausschlaggebendes Argument. „Tomas hat bisher sehr gute Arbeit geleistet und ist fachlich kompetent. Das sportliche Konzept, das er uns vorgelegt hat, war schlüssig, doch wir wollten es nicht mitgehen“, sagt Anderlingens Fußball-Obmann Volker Steffens. „Was uns Sorgen bereitet, ist das Zusammenspiel mit der Zweiten, da passt es einfach nicht. Das Problem hatten wir bereits in der Vergangenheit. Wir setzen auf ein gutes Miteinander, denn das ist für unseren kleinen Dorfverein wichtig“, ergänzt Steffens, der mit dem Vorsitzenden Lothar Brandt zum Jahresende das Gespräch mit Meyer gesucht und ihm die Entscheidung mitgeteilt hatte.

Zusammenspiel mit der Zweiten bereitet Sorgen

„Das war schon ein Schlag ins Gesicht. Der Verein hat die Entscheidung getroffen, auf eine weitere Zusammenarbeit zu verzichten. Wenn man meine Ideen und sportlichen Vorstellungen nicht mitgehen und umsetzen will, akzeptiere ich das“, erklärt Meyer, der gerne länger mit einer talentierten und entwicklungsstarken Mannschaft gearbeitet hätte. „Ich hätte mir drei Jahre vorstellen können. Doch aufgeben werde ich nach der bitteren Nachricht nicht. Ich will den Bezirksliga-Aufstieg mit dem Team packen“, betont der erfahrene Coach, der auch schon einige Jahre in der Bezirksliga trainiert hat. Dass Meyer die Brocken nicht hinwirft, ist auch den guten Gesprächen mit Kapitän Andre Steffens und dem Team geschuldet. „Die Mannschaft ist top motiviert, schaut nach vorne und will alles dafür geben, um den Aufstieg zu packen“, sagt Meyer.

Erfahrener Coach

Der Scheeßeler Tomas Meyer (57) ist ein erfahrener Coach sowohl im Jugend- wie auch im Herrenbereich. Unter Andreas Becker arbeitete er vor 20 Jahren beim Rotenburger bereits Co-Trainer in der Oberliga, weitere Stationen von der Kreis- bis zur Landesliga waren im Herrenbereich der SV RW Scheeßel, die SV Ahlerstedt/Ottendorf II, der SV Ippensen, der TV Sottrum, der TuS Harsefeld (als Co-Trainer), der TuS Bothel sowie vor seinem jetzigen Engagement der TuS Westerholz. Diesen hatte Meyer im Juni 2020 nach einem halben Jahr wieder verlassen – aufgrund der Corona-Pandemie stand er nur in einem Pflichtspiel an der Seitenlinie. Mit dem SV Anderlingen, den er im Sommer erst übernahm, überwintert Meyer mit acht Siegen, drei Unentschieden und einer Niederlage an der Spitze der Kreisliga.

Kapitän Steffens kann auch die Entscheidung der Clubführung nachvollziehen: „Dass der Verein so reagiert, verstehe ich ein Stück weit schon. Denn was hier in der Vergangenheit zwischen Erster und Zweiter abgelaufen ist, tat unserer Gemeinschaft nicht gut. Wir geben uns aber kämpferisch und wollen gemeinsam die Chance nutzen, um aufzusteigen.“

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