Slominski ist der Spielverderber

Titelaspirant Sottrum schwächelt in Rotenburg – 1:2

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Herr des Zentrums: Rotenburgs Patrick Brillowski (beim Pass) war kaum vom Ball zu trennen – auch nicht von Jan Vollmers.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Als Steffen Mech in der Schlussphase den Freistoß aus mehr als 25 Metern direkt und weit übers Tor jagte, statt im Strafraum die Köpfe seiner Mitspieler zu suchen, explodierte Vitalij Kalteis an der Seitenlinie. „Willst du mich vollkommen verarschen?“, schrie der Coach des Fußball-Kreisligisten TV Sottrum aufs Feld. Die Aktion war sinnbildlich für den Auftritt des Titelaspiranten, der durch eine 1:2 (1:2)-Niederlage im Derby beim Rotenburger SV II einen Rückschlag erlitt.

Bruderliebe sieht eigentlich anders aus. Nachdem das Duell zwischen den Reuter-Geschwistern im Hinspiel noch ausgefallen war, sollte dieses Mal umso mehr Feuer drin sein. Vor allem, nachdem Sottrums Dominik Reuter in der 34. Minute seinen für Rotenburg spielenden Bruder Daniel an der Seitenlinie weggeblockt und ihn in die Bande befördert hatte. „Das ist dein Bruder“, entfuhr es gleich mehreren Akteuren entsetzt, während der jüngere Reuter am linken Fuß behandelt werden musste.

Keine Rücksicht auf die Verwandten: Dominik Reuter (hinten) ist sich nach dem Foul an seinem Bruder Daniel keiner Schuld bewusst.

Auch sonst schenkten sich beide Teams in einem alles andere als hochklassigen Kreisliga-Duell nichts. „Wenn die in die Bezirksliga wollen, dann muss da mehr kommen“, urteilte RSV-Co-Trainer Alexander Bese aus eigener Erfahrung. Er war dieses Mal hauptverantwortlich, weil Coach Christoph Drewes privat verhindert war – und zeigte sich mit dem Auftritt seiner Elf sehr einverstanden: „Unser Plan ist zu 100 Prozent aufgegangen. Wir wollten tief und kompakt stehen, schnell über die Außen kommen und auf Konter spielen.“ Den Unterschied machten dabei vor allem Patrick Brillowski und Kay Slominski aus, weil sie ein klares Rotenburger Übergewicht im Zentrum schafften. „Brillowski war der beste Mann auf dem Platz, dem kannst du in dieser Liga keinen Ball abnehmen. Und Kay war auch Bombe“, urteilte Bese.

„Wir hatten keinen Zugriff“, räumte Sottrums Abwehrmann Eike Buckenberger ein, während Sturmkollege Matthias Michaelis meinte: „Das darf nicht passieren, nicht in so einem Spiel.“ Das Unheil nahm für die Gäste vor 90 Zuschauern im Ahe-Stadion bereits in der siebten Minute seinen Lauf, als Keeper Tobias Engel den Ball falsch einschätzte und Waldemar Ott ihn nach Pass von Daniel Reuter ins leere Tor schoss. Doch die Gäste kamen zurück und glichen durch Andrej Edel aus (20.). Bitter für Rotenburg, dass Außenverteidiger Christopher Kiel unmittelbar zuvor mit dem Kopf aufgeschlagen war und ausschied. Per Krankenwagen ging es für ihn in die Klinik. „Er hatte einen Filmriss und musste sich übergeben“, berichtete Bese.

Jubeln mit dem Zeigefinger: Kay Slominski gelang das 2:1, das am Ende auch Bestand haben sollte.

Als Sottrums Spielverderber im Titelrennen trat noch vor der Pause Slominski in Erscheinung. Er war weder von Mech aufzuhalten noch von Buckenberger zu stoppen und schob überlegt unten rechts ein (41.). Auch in der zweiten Hälfte kam von Sottrum zu wenig, das Spiel über die Außen – Finn Herwig fehlte mit fünfter Gelber Karte – blieb weitgehend ungefährlich. Auch die Stärken im Dribbling wurden selten durchgebracht. „Wollen wir aufsteigen oder nicht?“, fragte sich auch Vitalij Kalteis nach dem Abpfiff und stellte fest: „Das war schwach von uns.“ Da konnte ihn auch die Niederlage von Spitzenreiter TSV Groß Meckelsen (0:1 beim MTSV Selsingen) nicht annähernd gnädig stimmen, zumal der Heeslinger SC II mit einem 5:1 gegen den FC Ostereistedt/Rhade aufschloss und sich das Titelrennen so weiter zuspitzt.

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