82:64 im ersten Finalspiel gegen Braunschweig / Young früh gefrustet raus

Takács bringt die Energie – Hurricanes legen Hebel um

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Durchgetanzt: Constanze Wegner (am Ball) ist von den Braunschweigerinnen Britta Hueske-Böcher (l.), Anna-Jessica Weber (M.) und Katharina Wohlberg (r.) nicht aufzuhalten und kann zum Korb ziehen. ·

Rotenburg - Von Matthias Freese. Eigentlich war die Stimmung von Janae Young nicht die beste. „Ich war frustriert“, räumte die Amerikanerin ein. Zwar war sie mit 21 Punkten und zehn Rebounds die effektivste Spielerin der Avides Hurricanes gewesen, doch ab der 32. Minute durfte sie aufgrund ihres fünften Fouls nur noch zuschauen.

Wie gut, dass ihr Team da die Talsohle im ersten Play-Off-Finalspiel der 2. Basketball-Bundesliga Nord durchschritten hatte, diesen Rückschlag wegsteckte und einen 82:64 (47:34)-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig einfuhr.

Erst als die Fans der Hurricanes in der fast ausverkauften Rotenburger Pestalozzihalle ein selbstgestaltetes Plakat hochhielten und Janae Young darum baten, die aufgeklebte „2“ zu entfernen, hellte sich die Miene der 26-Jährigen wieder auf. „Noch 1 Sieg!“ – so war dort nun zu lesen. Ein Sieg also bis zur Rückkehr ins deutsche Oberhaus. Und Young versprach kämpferisch: „Nächstes Mal, in deren Halle, falle ich bestimmt nicht aus.“

Dieses Mal hatte sie innerhalb von wenigen Sekunden ihr viertes und fünftes Foul von den Referees Dominik Bejaoui und Holger Lohmüller bekommen – zumindest das letzte an Suska Berger zweifelte nicht nur sie an: „Ich habe sie doch extra schießen lassen, weil ich wusste, dass ich schon vier hatte.“

Zu ändern war es eh nicht mehr. Und auch Coach Christian Greve wollte sich damit nicht groß beschäftigen: „Schritt eins ist gemacht. Das war harte Arbeit“, stellte er fest und ergänzte: „In der ersten Hälfte lief es mir fast schon zu glatt.“ Insbesondere im ersten Viertel, das mit 33:19 an die Hurricanes ging, weil fast jeder Wurf saß und vier Dreier ihren Weg durch das Netz fanden. Braunschweig wurde zu diesem Zeitpunkt einzig von der überragenden Britta Hueske-Böcher am Leben gehalten. Sechs Dreier – bei nur sieben Versuchen! – steuerte sie bis zur Pause bei, sodass es mit 34:47 noch erträglich blieb.

In Hälfte zwei tauchte die Ex-Scheeßelerin zwar ab, dafür aber Alysa Womack auf. Die beste Scorerin der Liga erzielte im dritten Viertel 13 Punkte und sorgte dafür, dass die Partie beim knappen 60:57 für die Hurricanes wieder offen war (29.). „Da fehlte uns das Feuer und die Körperspannung“, hatte auch Kata Takács beobachtet. Die Österreicherin hob sich wohltuend ab, sprang für die nicht so gut aufgelegte Kierra Mallard in die Bresche und brachte Energie rein. „Kata war sensationell gut. Sie war überall, stand unter Spannung, war fokussiert“, lobte Coach Greve. Ihre zehn Rebounds untermauern diese Aussage.

Avides Hurricanes gewinnen erstes Finale gegen Eintracht Braunschweig

Wichtig war im letzten Viertel aber vor allem auch Emma Stach, die neun ihrer 19 Punkte in dieser Phase erzielte und damit klarstellte: „Ein drittes Spiel brauche ich nicht mehr!“ Was gleichzeitig bedeuten würde, dass es auch ihr letztes Spiel vor eigenem Publikum im Hurricanes-Trikot gewesen wäre, bevor es im Herbst an die Gonzaga-Universität in die Staaten geht: „Heimspiele sind einfach geil, aber eigentlich will ich nicht noch eines bestreiten“, erklärte sie schmunzelnd.

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