TV Sottrum plant mit neuem Coach über die Saison hinaus

Sztorc ist Sottrums Wunschlösung

Die Gesichter sprechen Bände: Patrick Klee (links) und Thomas Holzkamm (rechts) sind sichtlich erfreut, Dariusz Sztorc als neuen Trainer gewonnen zu haben. Foto: TV Sottrum

Sottrum - Von Matthias Freese. Es wird wieder lauter an der Seitenlinie des TV Sottrum: Am Donnerstagabend stellte der Fußball-Bezirksligist Dariusz Sztorc als neuen Trainer vor. Als „echte Wunschlösung“ bezeichnet Fußball-Boss Thomas Holzkamm den gebürtigen Polen. Der 49-jährige Sztorc ist damit der Nachfolger von Daniel Mathies. Dieser war Anfang vergangener Woche nach anhaltender Kritik aus der Mannschaft beim Tabellenzehnten ausgestiegen. Interimslösung Patrick Klee bleibt damit spielender Co-Trainer.

Es ist nur eine kleine Anekdote – und doch sagt sie einiges über den Fußballer Dariusz Sztorc aus: Als Spieler bevorzugte er es, sich Bratwurst-Pappen in die Stutzen zu stecken, keine Schienbeinschoner. Verletzt war er trotzdem so gut wie nie! Jahrelang hatte er die meisten Einsatzzeiten seiner Mannschaften. Mit 37 Jahren lief er noch als Stammkraft in der Niedersachsenliga auf, mit 44 in der Bezirksliga.

Für einige Spieler ein alter Bekannter

Für einige Sottrumer Spieler ist Sztorc kein Unbekannter. Zusammen mit Waldemar Ott spielte er einst für den RSV in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Andrej Edel, Dominik Reuter oder auch Marvin Meyer trainierte der Kfz-Mechaniker wiederum schon zu seiner Zeit als – bisweilen impulsiver – Coach der RSV-Zweiten in der Bezirksliga. Die hatte der Abwehrchef des RSV in seiner ersten Saison 2014/2015 auf Platz vier geführt, ein Jahr später ging es gegen den Abstieg – mit gutem Ausgang, aber auch mit Sztorc‘ Abgang. 2017 kehrte der frühere Regionalliga- und Oberligaspieler ins Trainergeschäft zurück. Mit dem FSV Langwedel/Völkersen landete er auf Rang neun, ehe ihn der Verein im Sommer 2018, nur zwei Wochen vor Beginn der Vorbereitung, auf Wunsch der Mannschaft entließ.

Nun ist Sztorc nach rund 19-monatiger Pause zurück auf dem Platz. „Beim ersten Telefonat habe ich gemerkt, dass es bei ihm schon kribbelt. Er war sofort Feuer und Flamme“, erzählt Holzkamm. Sztorc kommentiert das: „Nein, eigentlich habe ich es nicht vermisst. Ich habe anderthalb Jahre meine Ruhe genossen“, sagt er. „Aber als ich am Sonntag den Anruf bekommen habe, hat es klick gemacht. Es hat sofort gefunkt. Bis Sonntag hatte ich nichts geplant, dann kam die Anfrage und ich konnte mir das sehr gut vorstellen.“

Sztorc‘ Neugier ist geweckt

Dabei überließ er am Donnerstag noch Patrick Klee und Torwarttrainer Leif Heinsohn die Leitung der Übungseinheit, schaute aufmerksam zu, griff aber vereinzelt auch mal ein, wenn ihm etwas auffiel. „Ich habe nie als aktiver Spieler mitten in der Saison den Verein gewechselt oder als Trainer eine Mannschaft übernommen. Diese Situation ist auch neu für mich. Ich bin aber neugierig“, gesteht der Rotenburger.

Er hätte übrigens auch erst zum Sommer einsteigen können. „Aber ich habe gesagt: ,Dann besser sofort!‘“ Die Zusammenarbeit, so ist es vereinbart, soll auch nicht im Sommer enden. „Egal, was sportlich passiert – er macht auch über diese Saison hinaus weiter“, versichert Holzkamm. Also eine langfristige Lösung, völlig unabhängig von der Ligazugehörigkeit des Teams.

Was das Team unter Sztorc erwartet, ist klar: „Seine Mannschaften sind konditionell immer fit. Er ist ein sympathischer Kämpfertyp und achtet auf Disziplin. Er ist ein harter Hund, aber das will die Mannschaft. Und was er machen will, hat uns überzeugt. Wir versprechen uns viel davon“, betont Holzkamm. „Ein bisschen Disziplin schadet den Jungs nicht. Ich hoffe, dass haben sie am Donnerstag ansatzweise schon gemerkt“, bestätigt Sztorc schmunzelnd. Schließlich weiß auch er um die Bedeutung des Auftakts nach der Winterpause. Am 1. März geht es zum Tabellenvorletzten VSK Osterholz-Scharmbeck. „Da ist es wichtig, dass wir gut starten. Da sind die Punkte eigentlich Pflicht“, weiß Sztorc. Schließlich kommt danach der Tabellenzweite TSV Bassen, ehe es zum Spitzenreiter TSV Etelsen geht.

Kommentar von Matthias Freese

Verpflichtung von Sztorc ist die beste Lösung Mitten in der Saison einen geeigneten Trainer zu finden, ist mitunter ganz schön kompliziert. Oft stehen die infrage kommenden Wunschlösungen woanders unter Vertrag. Keine anderthalb Wochen hat der TV Sottrum nach der Trennung von Daniel Mathies benötigt, um einen Nachfolger für seine Bezirksliga-Elf zu finden. Respekt! Und vor allem: Es ist eine richtig gute Lösung, vielleicht sogar die beste zum jetzigen Zeitpunkt. Sztorc hat das, was Vorgänger Mathies gar nicht mitbringen konnte. Er genießt allein schon aufgrund seiner Erfahrung als Spieler in der Regional- und Oberliga Respekt, ist eine Autoritätsperson. Sztorc verkörpert ein wenig die alte Schule: Disziplin, Einsatz, Zuverlässigkeit – diese Tugenden sind ihm wichtig. Genau das braucht der TV Sottrum jetzt, eben so einen Typen haben viele Spieler ja sogar gefordert. Hinzu kommt: Als Trainer ist der 49-Jährige noch nie abgestiegen. Ein gutes Omen – jetzt muss die Mannschaft nachziehen.

Nachgefragt

Was erwarten Sie von Ihren Spielern? Dariusz Sztorc: Disziplin, Pünktlichkeit, Regelmäßigkeit, Engagement – das ist nach wie vor für mich wichtig. Und das werde ich der Mannschaft auch immer wieder vorhalten: Ihr wolltet das doch. Und wie sieht Ihr Fahrplan aus? Dariusz Sztorc: Ab Sonntag übernehme ich das Kommando, ab Sonntag habe ich mein Programm. Ab da haben wir vier Wochen Zeit, in denen wir uns – auch mit vielen Freundschaftsspielen, wie etwa gegen den Rotenburger SV – die nötige Kondition holen müssen. Aber das ist keine One-Man-Show. Co-Trainer Patrick Klee und Torwarttrainer Leif Heinsohn helfen mir ja. Wie schätzen Sie die Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt ein? Dariusz Sztorc: 20 Punkte sind aus meiner Sicht ganz gut. Da muss schon viel passieren, dass wir die Rückrunde völlig vergeigen. Die Mannschaft wollte ja den Wechsel, jetzt ist sie auch in der Pflicht. Die Mannschaft ist gefordert. Das ist für beide Seiten interessant. Ich versuche, etwas Vernünftiges herauszuholen. Aber unabhängig von der Liga möchte ich auch über die Saison hinaus in Sottrum weitermachen. maf

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